Gruppe Spur: ICH-SCHRUMPFUNG

Gruppe Spur: ICH-SCHRUMPFUNG

ich-schrumpfung by gruppe spur

Gruppe Spur

Ich-Schrumpfung

Friday, April 4, 2014Sunday, August 10, 2014

Neubrückstr. 6
Düsseldorf, Germany

ICH-SCHRUMPFUNG

Gruppe Spur
Manifeste – Briefe - Werke

Vernissage 5 April 2014, 6 PM


Gruppe Spur wartet nicht nur im Rheinland auf Wiederentdeckung. Um die Künstler Lothar Fischer, Helmut Sturm, Heimrad Prem und HP Zimmer bildete sich im München der Nachkriegszeit in den 50er Jahren eine radikale Künstlergruppe, die eigentlich bis heute in der Bundesrepublik seinesgleichen sucht. Sicherlich war der kapitalistische Realismus um Polke, Fischer und Richter in der aufkommenden Deutschland AG erfolgreicher, ZERO (wieder so eine rheinische Setzung) gab sich futuristischer, aber schon die „Mülheimer Freiheit“ aus dem Köln der 80er Jahre ist gedanklich nur noch ein Aufguß dieser schrägen Neo-Dadaisten aus Süddeutschland.

Diese Ausstellung in der Galerie von Christa Schübbe macht darauf aufmerksam, daß visionäre und utopische Konzepte in der Kunst von dieser Gruppe sehr viel durchdachter und radikaler praktiziert wurden, als dies in der deutschen Kunst nach dem zweiten Weltkrieg je von anderen der Fall war. Erstmalig werden Dokumente der Gruppe vorgelegt, die diese These eindrucksvoll illustrieren.

Neben dem Informel als väterliche Verzweiflungs- und Verweigerungsgeste gegenüber dem deutschen Desaster entwickelte die Jugend mit SPUR Aufbruchstimmung, Hang zur Freiheit und Willen zur Gaudi. Etliche Manifeste sind überliefert, Aktionen bis zum Prozess aktenkundig geworden und Gedanken in frühen Publikationen der Künstler festgehalten, erstmalig jedoch sind hier elf von den Künstlern bearbeitete und an Ihren italienischen Mäzen Marinotti adressierte Postkarten zu sehen, die schon allein die Aktualität von SPUR als künstlerische Bewegung für unsere Tage dokumentieren.

Man wird sich fragen, warum SPUR bislang die einzige (wo es doch die erste überhaupt war) deutsche Künstlergruppe der Nachkriegszeit ist, die immer noch auf ihre angemessene Entdeckung wartet. Die Antwort darauf ist weniger interessant als der Hinweis, daß es längst noch nicht zu spät ist, sich mit dieser anarchischen Gruppe von Künstlern zu befassen und ihre regionalen Inspirationen (Bayrischer Barock) sowie ihre internationalen Ambitionen (Situationistische Internationale) erneut ins Licht zu stellen.

Zur Eröffnung am 4. April 2014 sind Sie herzlich eingeladen.