Samuelis Baumgarte Galerie

Wichtige Positionen des deutschen Informel

Wichtige Positionen des deutschen Informel

Monday, April 29, 2013Friday, June 21, 2013


Bielefeld, Germany

Wichtige Positionen des deutschen Informel
29. April bis 21. Juni 2013
Eröffnung: Samstag, 27. April 2013 um 17:00 Uhr

Es erscheint eine Publikation.

Die Samuelis Baumgarte Galerie präsentiert vom 29. April bis zum 21. Juni 2013 eine große Werkschau von zwölf herausragenden, international bedeutenden Künstlern des deutschen Informel. Die Preview findet am Samstag, dem 27. April 2013 von 17:00 bis 01:00 Uhr im Rahmen der Bielefelder Nachtansichten statt.

In der Mainhall der Galerie erwartet den Besucher eine vielschichtige Auswahl an Werken der bedeutendsten Vertreter der deutschen informellen Malerei, die seit Beginn dieses Jahres nicht nur ihre Renaissance in Museen, Galerien und Auktionen feiert, sondern auf dem freien Kunstmarkt schon erhebliche Preissteigerungen erzielt, die sich zukünftig noch potenzieren werden. Aufgrund dieser in den Medien publizierten Tendenz, begeistert umso mehr die Präsentation hoch gehandelter Künstler wie Karl Otto Götz (*1914), dessen Werke wie „Bild vom 26-2-1954“ (Mischtechnik auf Leinwand, 70 x 60 cm) seine einzigartige, durch gerakelte Strukturen in feuchter Farbe kreierte Handschrift aufzeigen. Als Vorausschau auf seinen 100. Geburtstag 2014, ehrt die Berliner Nationalgalerie bereits Ende 2013 den Künstler mit einer großen Ausstellung. Ebenfalls unverwechselbar ist der pastose Malstil von Emil Schumacher (1912-1999), der in Gemälden wie „Bergun“ (1979, Mischtechnik auf Hartfaser, 107,5 x 122 cm) und „Nebo“ (1977, Öl auf Leinwand, 70 x 50 cm) die Eigenwertigkeit der Farbmaterie durch reliefartige, haptisch erfahrbare Oberflächen eindrucksvoll untersuchte. Krustenhaft strukturreich ist auch die oberflächenbetonte Malerei von Karl Fred Dahmen (1917- 1981), dessen Verdinglichung seiner formassoziativen Malerei in Werken wie „Montage“ (1964, Objektkasten, 73 x 54,5 cm) ihren Höhepunkt fand. Eine Sonderform der informellen Malerei entwickelte Carl Buchheister (1890-1964) mit seinen über den Bildrand hinausführenden Materialbildern wie „Komposition Nadegewi“ (1963, Materialbild auf Pappe, 52,6 x 74,2 cm). Einen Kontrapunkt dazu bildet die farbintensive Malerei von Winfred Gaul (1928-2003), der in sogenannten Wischbildern wie „Ohne Titel“ (1959, Öl- und Siebdruckfarbe auf Karton, 100 x 65 cm) gestischen Ausdruck durch den Einsatz von Lappen anstatt Pinseln erzeugte. Auf gestische Authentizität ausgerichtet ist auch die Malerei von K.R.H. Sonderborg (1923-2008), doch steigert sich die Expressivität in Rhythmus und Struktur in Werken wie „Komposition“ (1954, Tusche auf grundiertem Karton, 49 x 70 cm) bis zur Ekstase. Spontanes Kalkül verrät hingegen die akribische und zugleich kraftvolle Malerei von Hans Hartung 1904-1989), dessen Werke wie „Komposition“ (1956, Tusche auf Papier, 19 x 12,3 cm) die Inspiration in der japanischen Kalligraphie verdeutlichen. Auf gleiche Weise inspiriert war auch Gerhard Hoehme (1920-1989), doch wirken seine kalligraphischen Schriftund Strukturbilder wie „Zeichnung“ (1955, Aquarell auf Velin, 49,8 x 68,2 cm) geradezu experimentierfreudig in der Komposition. Eine an musikalische Rhythmik erinnernde Dynamik strahlen die Bilder von Fritz Winter (1905-1976) aus, der sich in Arbeiten wie „Kommendes Blau und Rot“ (1959, Öl auf Leinwand, 97,5 x 130 cm) mit einem auf das Geistige abhebende Weltbild auseinandersetzte. Um Kompositionszwänge zu überwinden nutzte Hann Trier (1915-1999) die simultan beidhändige Malerei und schuf naturräumliche Impressionen voller Energie und Bewegung wie „Ohne Titel“ (1967, Aquarell auf Bütten, 64 x 50 cm). Naturprozesse wie Wachstum und Verfall thematisierte auch Bernard Schultze (1915-2005), doch rufen Werke wie „Das spitze Ding“ (1984, Aquarell auf Papier auf Leinwand, 226,5 x 137 cm) in ihrer organisch-wuchernden Formensprache eher romantisch-meditative Assoziationen hervor. Die eruptive Kraft der Farbe stand im Fokus der unvorhersehbar generierten Bilder von Fred Thieler (1916-1999), der durch wie zufällig ineinander verlaufende, leuchtende Farben einzigartige Raumwirkungen erzielte, was Arbeiten wie „B.I./4/58“ (1958, Siebdruckfarbe auf Papier auf Holz, 100 x 65 cm) beispielhaft suggerieren. Beide letztgenannten Künstler wurden in großen Retrospektiven 2010 und 2011/12 und in unserer Galerie gewürdigt.

Im Projectroom werden als Review unseres Programms auf der Art Cologne 2013 herausragende Werke der international renommierten Künstler Fernando Botero, Heinz Mack, Cornelius Quabeck und Marie-Jo Lafontaine präsentiert, wobei sich der Bogen von zeitgenössischer Bildhauerei, über aktuelle Positionen der Malerei bis hin zur kontemporären Fotografie spannt.

Die Ausstellung ist geöffnet Montag – Freitag 10:00 – 18:00 Uhr, Samstag 10:00 – 14:00 Uhr