Samuelis Baumgarte Galerie

Fred Thieler 'Eine Retrospektive'

Fred Thieler 'Eine Retrospektive'

rote dominanz by fred thieler

Fred Thieler

Rote Dominanz, 1998

Price on Request

Saturday, October 9, 2010Saturday, November 20, 2010


Bielefeld, Germany

Fred Thieler - Eine Retrsopektive'

Termin: 09. Oktober 2010 - 20. November 2010

Eröffnung: 09.10.2010 um 17 Uhr

Die Samuelis Baumgarte Galerie präsentiert vom 09.10.2010 – 20.11.2010 eine One-Person-Show des bedeutenden deutschen informellen Malers Fred Thieler.

Zur Vernissage am Samstag, dem 9. Oktober um 17 Uhr wird Herr Dr. Gerhard Charles Rump, Privatdozent der Kunstwissenschaft an der TU Berlin und Kunstjournalistik, eine Einführung halten.

Unter dem Titel „Fred Thieler. Eine Retrospektive. Bilder und Arbeiten auf Papier“ wird eine Retrospektive mit rund 50 wichtigen Werken aller Schaffensperioden des 1916 in Königsberg geborenen und 1999 in Berlin verstorbenen Künstlers gezeigt.

Thielers Malerei wird von einer abstrakten Formbildung und intensiven Farben, die einen Dialog miteinander eingehen, dominiert. Seine Arbeiten sind - wie die Kunst des Informel im Allgemeinen - keiner einheitlichen Stilrichtung zuzuschreiben. Thieler war Mitglied in der 1949 gegründeten Künstlergruppe ZEN 49, zu der u.a. Willi Baumeister, Rupprecht Geiger, K.R.H. Sonderberg und Fritz Winter gehörten. Diese Gruppe wollte in der Nachkriegszeit einen künstlerischen und moralischen Neuanfang wagen.

In der Samuelis Baumgarte Galerie sind neben den für sein Werk charakteristischen abstrakten Arbeiten auch Werke aus den 40er Jahren zu sehen. Die zu seinem Frühwerk gehörenden Bilder wurden vom Künstler (noch) konventionell mit Pinsel geschaffen. Bei diesen frühen Arbeiten kann man den Inhalt des Bildes deutlich erkennen. Hierfür steht z.B. das Bild „Schachspieler“ aus dem Jahr 1948 (Öl auf Leinwand, 75 x 100 cm). Ab den 50er Jahren hat Thieler hingegen auf eine vollkommen andere Art und Weise gearbeitet. Er hat – und dieses galt in den 50er Jahren durchaus noch als Provokation - die Leinwand von der Staffelei genommen, horizontal auf den Boden gelegt und die Farbe aus Dosen oder Eimern auf das Bild träufeln, schütten oder spritzen lassen. Auf diese Weise sind Werke entstanden, die nichts Gegenständliches abbilden sondern vielmehr durch ihre zufällige und unvorhersehbare Farbanordnung beeindrucken, Emotionen ansprechen und Energie wie Dynamik ausstrahlen.
Anfänglich scheinen seine Arbeiten von sehr düsteren Farben bestimmt zu sein, in denen schwarz die Farbgestaltung Thielers dominiert. Sehr deutlich wird dies an dem Bild „S.W.-/58“ von 1958 (Siebdruckfarbe auf Papier und Holz, 89 x 62 cm). Ab den 60er Jahren kommen dann verstärkt rot und blau zum Einsatz, so dass die Leuchtkraft seiner Bilder im Laufe seiner Schaffensperiode zuzunehmen scheint. Ebenfalls nimmt der Künstler das Verfahren der Collage in seine Arbeit auf, wodurch der freie Fluss der Farbe beeinflusst wird. Exemplarisch hierfür kann das Bild „Modulation rot II/ 67“ aus dem Jahr 1967 (Mischtechnik auf Leinwand, Stoffcollage 150 x 130 cm) angeführt werden. Auch wenn Thieler in seinem Spätwerk gelegentlich ganz neue Farbvarianten in violett, grün oder orange verwendet, dominieren die klassischen Farben Blau, Rot, Weiß und Schwarz sein gesamtes Werk. Die Arbeit „Dunkler Durchbruch“ von 1995 (Kunstharzdispersion auf Leinwand, 145 x 140 cm) veranschaulicht die Thielersche Farbpalette besonders deutlich.

Fred Thieler brachte die eruptive Kraft der Farbe als eigenständiges Element in die Kunst ein und verstand die Bildproduktion als Interaktion zwischen Maler und seinem Material. Auf diese Weise schuf Thieler unvorhersehbare Bilder, die nur seiner inneren Gesetzmäßigkeit folgten und die Aufgabe besitzen, Empfindungen im Betrachter auszulösen.