Samuelis Baumgarte Galerie

Bernard Schultze ' Eine Retrospektive - Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier'

Bernard Schultze ' Eine Retrospektive - Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier'

Friday, November 4, 2011Tuesday, January 31, 2012


Bielefeld, Germany

Die Samuelis Baumgarte Galerie präsentiert vom 04. November 2011 bis zum 31. Januar 2012 eine große Retrospektive des bedeutenden deutschen Künstlers des Informell Bernard Schultze, der in vielen Sammlungen internationaler Museen vertreten ist. Zur Vernissage am Freitag, dem 04. November 2011 um 19:00 Uhr wird die Kunsthistorikerin Maxi Sickert, Berlin eine Einführung geben. Zur Ausstellung erscheint ein 64-seitiger Katalog mit zahlreichen Farbabbildungen.

Unter dem Titel „Bernard Schultze - Eine Retrospektive - Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier“ wird eine Werkschau mit über 40 Arbeiten aus den Jahren 1946 - 2004 gezeigt. 1915 in Schneidemühl bei Posen geboren, studierte Bernard Schultze von 1934 bis 1938 in Berlin und Düsseldorf. Er lebte und arbeitete bis zu seinem Tode im Jahr 2005 in Köln. Das Frühwerk Bernard Schultzes, welches bei einem Bombenangriff 1944 zerstört wurde, ist – bedingt durch die Unterdrückung der Nationalsozialisten – von figurativer Malerei bestimmt. So kann man z.B. in dem Aquarell „Für Margret BS 46/2, 1946“ (Aquarell auf Papier (recto/verso), 16 x 27 cm) – das in der Ausstellung präsentierte früheste Werk Schultzes - deutlich einen Kopf, ein Schiff, Fische und einen Vogel erkennen, das an den poetischen Duktus eines Paul Klee erinnert.
Die Gräueltaten des Zweiten Weltkrieges verarbeitet Bernard Schultze später dann zunehmend in abstrakten, düsteren, morbiden Arbeiten, die oft einen reliefartigen Charakter aufweisen. Sehr deutlich wird dieses in dem Materialbild „Wohrett, 1957/58“ (Materialbild auf Leinwand, 95 x 100 cm), welches von den Farben Schwarz, Anthrazit und Dunkelgrün dominiert wird. Diese frühen Arbeiten Schultzes können als Gesellschaftskritik, als Kritik am Schönen, an der Vergänglichkeit interpretiert werden, ein Ansatz der bis in die 1970er Jahre das Werk des Künstlers durchzieht. Exemplarisch hierfür kann das in der Ausstellung präsentierte Reliefbild „Einstmals Vogel vor dem fließenden Antlitz, 1975“ (Reliefbild, 100 x 74 x 24,5 cm) angeführt werden, in dem nicht identifizierbare, gliedmaßenähnliche Gebilde empor sprießen. Ab den 1980er Jahren entstehen vermehrt großformatige Leinwandarbeiten, so z.B. das Diptychon „Wirrnis eines Geflechts, 1992“ (2-teilig, Öl auf Leinwand, je 260 x 200 cm), welches beim Betreten der Ausstellung in der Mainhall sofort die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich lenkt. Während des Malprozesses dreht Bernard Schultze diese großformatigen Arbeiten mehrmals und bearbeitet auf diese Weise die Leinwand immer wieder aus einer neuen Perspektive, was den Werken eine besondere Dynamik verleiht. Der Künstler verwendet vorwiegend Erdtöne; die Natur, insbesondere Waldlandschaften dominieren diese farbintensive Werkphase. Deutlich wird dies z.B. in der ausgestellten Leinwandarbeit „Turm-Natur, 2002“ (Öl auf Leinwand, 120 x 100 cm), eine gebirgsartige, grüne Landschaft, die sich aus der Bildmitte erhebt. Neben den Wäldern sind es die Migofs, die für Bernard Schultze so bedeutenden Fabelwesen, welche immer wieder in seinen Bildern (z.B. Ein Migof erhebt sich, 2004, Öl auf Leinwand, 100 x 200 cm) und Skulpturen (z.B. Ekstatischer Migof, 1964, 2-teilig, Farb-Plastik-Mischtechnik, 56 x 26 x 20 cm) auftauchen.

Figurative Malerei, abstrakte Formgebung, düstere Szenarien aber auch besonders die berühmten, grünen, dynamischen Waldlandschaften sowie die Traumgestalten Schultzes laden den Besucher auf Entdeckungsreise durch das gesamte Werk des bedeutenden deutschen Künstlers ein.