JITKA HANZLOVÁ

JITKA HANZLOVÁ

untitled (horses) by jitka hanzlová

Jitka Hanzlová

Untitled (Horses), 2007–2013

Saturday, March 16, 2013Saturday, April 20, 2013


Zurich, Switzerland

Please scroll down for English version

Jitka Hanzlová

Vernissage: Freitag, 15. März 2013, 18 bis 20 Uhr
Ausstellungsdauer: 16. März - 20. April 2013

Anfang der achziger Jahre verliess Jitka Hanzlová die damalige Tschechoslowakei, kam nach Deutschland und studierte dort in Essen Fotografie und Visuelle Kommunikation. Mit ihrer ersten fotografischen Arbeit Rokytník 1990 - 1994 wurde sie bekannt und stellt seitdem international aus, so u.a. im Fotomuseum Winterthur 2001. Bereits 2006 zeigten wir in der Galerie ihre Serie Forest. Zuletzt waren ihre Werke 2012/2013 in der Scottish National Gallery in Edinburgh und in Madrid in der Fundacion Mapfre zu sehen. Viele Fotografien der jetzigen Ausstellung sind nach ihrem institutionellen Auftritt nun erstmals in einer Galerie zusehen.

Für ihre Serie Rokytník kehrte sie Anfang der neunziger Jahre in die Gegend zurück, in der sie aufgewachsen ist. Der Ort und dessen Bewohner wirkten darin wie in einer stehengebliebenen Zeit und gleichzeitig ist hier schon Hanzlovás direkter und unverstellter Blick vorhanden, mit dem sie Menschen und ihre Umgebung damals portraitierte. Die Präsenz der und des Dargestellten und die präzisen Ausschnitte mit der sie arbeitet, stehen seither für Hanzlovás unverblümten Realitätssinn in ihren Arbeiten, der in keiner Weise despektierlich ist, sondern von einer besonderen Zugewandtheit zeugt.

In unserer aktuellen Ausstellung werden vier verschiedene Werkgruppen der Künstlerin gezeigt, die in den letzten Jahren auch nebeneinander entstanden sind: Fotografien aus Hier (1998 bis 2010), die sie an ihrem Wohnort Essen gemacht hat und die an die Serie Rokytník anschliessen sowie die Serie von Portraits There is something I don’t know, in welcher Jitka Hanzlová seit 2007 die Portraitierten in zeitlicher Genossenschaft mit vor Jahrhunderten Portraitierten bringt, indem sie die Abbildungstradition der Renaissance in der Lichtführung und dem dunkel gehaltenen Hintergrund aufnimmt wodurch Gegenwart und Vergangenheit ineinander fliessen.
Flowers, eine weitere Serie in der Ausstellung zeigt Aufnahmen von verwelkten Blumen, die noch von ihrer vergangenen Pracht zeugen und gleichzeitig wie erstarrt die gebliebene Architektur der Blüten zeigen, die zuvor nichts anderem diente als dem Übergansstadium zum Erhalt neuer Samen und somit das Weiterreichen von Leben versinnbildlichen.

Von kraftstrotzender Körperlichkeit zeugt eine neue Serie Horses mit Bildern von Pferden, die obwohl sie als kultiviert gehaltene Tiere auf den Bildern erscheinen, doch sie selbst bleiben in ihrem Ungestüm und ihrer Dynamik. Die Bilder haben nichts von der Herrschaft des Menschen über die Tiere an sich, sondern zeigen ihre pure Kreatürlichkeit. Hanzlovás Blick aus unmittelbarer Nähe wirkt ungehemmt, angstlos und direkt. Die Körperlichkeit in Ausschnitten und die oft dynamisch in Bewegung aufgenommenen Pferde zeigen Hanzlovás Lust und Freude am Erleben der Tiere. Es ist die schweigende Kommunikation, eine Annäherung an das Tier, welche immer mehr aus unserem technisierten leben verschwindet und an der Jitka Hanzlová so viel liegt.

________________________________________________________________

In the early 1980s, Jitka Hanzlová left former Czechoslovakia for Germany, where she settled in the city of Essen and began studying Photography and Visual Communication. Her first photographic series, Rokytník (1990 – 1994), brought her critical acclaim, and her work has since been shown internationally, including an exhibition at Fotomuseum Winterthur in 2001. In 2006 Mai 36 Galerie presented her Forest series. More recently, in 2012/2013 her work was shown at the Scottish National Portrait Gallery in Edinburgh and the Fundacion Mapfre in Madrid.

For the Rokytník series, Hanzlová returned to her Czech childhood homeland in the early 1990s. The place and its inhabitants appear to be frozen in time in these images that already bear all the hallmarks of the direct and undistorted gaze with which Hanzlová, even then, portrayed people and their surroundings. The compelling presence she lends her subjects and the precision with which she frames them have come to typify Hanzlová’s forthright approach to reality, which is in no way disrespectful, but an expression of particular care and attentiveness.

Since then, the artist has created many different groups of works, including the series Hier (1998 bis 2010), featuring her home city of Essen, which forms a sequel to the Rokytník series, as well as a cycle of portraits with the title There is something I don’t know, begun in 2007, in which contemporary people are photographed against dark backgrounds and using lighting effects that reflect the Renaissance tradition of portraiture, thereby fluidly converging past and present. The powerfully visceral physicality of her Horses series presents images of horses that show their wild and dynamic nature, in spite of centuries of domestication by humans.

Hanzlová‘s gaze is uninhibited, fearless and direct. It is this silent communication, this awareness of vitality, increasingly disappearing from our high-tech world, that is so important to Jitka Hanzlová.