Franziska Furter: Shapes, Traps and Spells

Franziska Furter: Shapes, Traps and Spells

invitation

Invitation

shape / leste by franziska furter

Franziska Furter

Shape / Leste, 2014

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shape / meltemi by franziska furter

Franziska Furter

Shape / Meltemi, 2014

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spell / hibil by franziska furter

Franziska Furter

Spell / Hibil, 2014

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spell / hariti by franziska furter

Franziska Furter

Spell / Hariti, 2014

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installation view

Installation view

Friday, August 29, 2014Tuesday, September 30, 2014
Opening Reception: Friday, August 29, 2014, 5 p.m. (EST)

Limmatstraße 214
Zurich, 8005 Switzerland

Wir freuen uns sehr, Ihnen neue Arbeiten von Franziska Furter (*1972 in Zürich) in ihrer zweiten Einzelausstellung in unserer Galerie präsentieren zu können. Franziska Furter ist eine bedeutende Schweizer Künstlerin, die in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen in Museen und Galerien hervorgetreten ist.

Wie dem Titel Shapes,Traps and Spells zu entnehmen ist, beinhaltet die Ausstellung drei Werkgruppen und Themenkreise: Einerseits betritt Franziska Furter in der Schau in der Form ausbalancierter Collagen, den Shapes, neue Territorien, andererseits bewegt sie sich mit den skulpturalen Arbeiten Spells auf Pfaden, die stärkere Verbindungen zu früheren Arbeiten besitzen. Die Traps sind Stoffstrukturen, die einen direkten Bezug zu einer der wichtigsten Anregung für die Ausstellung herstellen. Dabei handelt es sich um den Roman Die Fliegenfalle: Über das Glück der Versenkung in seltsame Passionen, die Seele des Sammlers, Fliegen und das Leben mit der Natur von Fredrik Sjöberg. Das Buch nahm die Künstlerin völlig gefangen. Hauptsächlich erklärt Frederik Sjöberg darin, warum er dies macht, was er macht, nämlich Schwebfliegen sammeln. Während er erzählt, verliert er sich aber immer wieder in Geschichten über Forscher, die skurrile Leben geführt und eigenartige Berufungen verspürt haben, die aber eben oft auch Entdeckungen und neue Errungenschaften mit sich brachten. Unter anderem geht es um René Malaise, einem schwedischen Entomologen und Reiseschriftsteller, der eine Fliegenfalle, die sogenannte Malaise-Falle, erfunden hat. Seine zeltartige, sehr effektive Fliegenfalle besteht aus schwarzen Stoffen untenrum und einem weissen Oberteil, welches auf einer Seite ansteigt und in eine Spitze mündet, an deren Ende ein Gefäss mit Gift angebracht ist, in dem die Insekten schliesslich verenden. Sie beruht auf der Beobachtung, dass Insekten immer dem Licht entgegen und, wenn sie den Ausweg suchen, meistens nach oben fliegen.

Im mittleren Raum der Galerie begegnen den Besucherinnen und Besuchern zwei ineinandergeschobene Traps. Diese sind künstlerische Interpretationen der Malaise-Fallen, die ihrem Zweck Fliegen zu fangen, enthoben sind. Die skulpturale Struktur besteht aus unterschiedlich transparenten, weissen Stoffen. Sie ist weder Zelt noch Höhle, sondern eher ein Labyrinth. Die Form besitzt etwas Verschlungenes, Verfangenes, aber auch durch ihren geschichteten Aufbau abstrakte Qualitäten und Tiefe. Das räumliche Gegengewicht zu den Traps bildet eine im Raum schwebende Gruppe von Spells – skulpturale geometrische Konstruktionen aus Messing-Quadratrohr, die in ihrer Abstraktion ein Eigenleben entwickeln und mit ihren Untertiteln auf mythologische Gestalten verweisen. An den Wänden neben den künstlerischen Variationen der Malaise-Fallen und der Gruppen von Spells hat Franziska Furter neue Papierarbeiten aus der Werkgruppe Shapes lose verteilt. In der Herstellung dieser Collagen folgt sie genauen Vorgaben: Sie benutzt stets zwei Buchseiten mit Pflanzendarstellungen und schneidet die Seiten so zurecht, dass eine bestimmende Linie entsteht, wenn diese in einem rechten Winkel übereinanderlegt werden. Oft scheinen die entstehenden Linien und Formen im Bildraum zu schweben als wären sie an unsichtbaren Fäden aufgehängt wie die Objekte im Raum. Franziska Furter lässt sich vom Prinzip des kontrollierten Zufalls leiten. Sie will in der Herstellung der Collage den Sekundenbruchteil einfangen. Dabei findet der Zustand des Taumelns, die die künstlerische Arbeit oft beinhaltet, in den Collagen ihren unmittelbaren sichtbaren Ausdruck. Die zusätzlichen Titel der Shapes sind Namen von Winden. Es ist als würden die Naturgewalten die Papiere streifen oder an ihnen rütteln.

Der Untertitel des Buches von Sjöberg benennt ein wichtiges Kriterium der Arbeit von Franziska Furter: die Versenkung in eine Tätigkeit durch Leidenschaft und Beharrlichkeit. Diese selbstverständliche Konzentration von Franziska Furter besitzt eine Leichtigkeit, die Momente des Glücks entstehen lässt. Die Frage von Fischli Weiss „Findet mich das Glück?“, kann sie in diesen Momenten bejahen. Dabei ist ihr aber jede esoterische Neigung fremd. Sie frönt nicht einer Versenkung in den künstlerischen Gegenstand, sondern arbeitet mit humorvoller Hingabe und Genauigkeit.

Im ersten Raum wird in drei grossen kaskadenartigen Spells diese Ausdauer und Beharrlichkeit mit Händen greifbar. Der Titel der Serie verdeutlicht, dass die Objekte etwas Magisches ausstrahlen können. Es sind Setzungen im Rahmen einer vorgegebenen Struktur gefügt aus quadratischen Messingrohren. Die spielerischen Elemente verweisen auf frühere Arbeiten wie zum Beispiel die Ausseninstallation Mojo und die Werkgruppen Crystal Silence und Islands. Die Spells sind abstrakte Äusserungen im Raum, systematische Materialisierungen von Ideen, die im Umkreis von Talismanen oder Dreamcatchern, aber auch Himmelis (finnischen Weihnachtsschmuck) anzusiedeln sind. Es sind Objekte, die das Leben feiern und Glück bringen sollen.

Franziska Furter besitzt eine grosse Gabe, innerhalb eines von ihr definierten Regelsystems, Arbeiten von Poesie und Eindringlichkeit zu schaffen. Die drei Werkgruppen der Ausstellung handeln von Moment und Zustand. Oft arbeitet Franziska Furter in Werkgruppen, in denen sie Fragestellungen auslotet und vertieft. Ihre Ausstellungen sind ausgewogen, beschreiben wie sich Gedanken entwickeln und sich in der Folge in ihren Arbeiten äussern. Die aktuelle Installation ist dynamisch und ein steter leichter Lufthauch scheint durch sie zu wehen. Die Ausstellung besitzt eine traumwandlerische Leichtigkeit und eröffnet den Betrachterinnen und Betrachtern eine Vielfalt von Assoziationen und Gedanken, aber auch ein direktes räumliches Empfinden.

Franziska Furter geboren 1972 in Zürich, lebt und arbeitet in Basel und Berlin

2010 Artist in residence, Cité des Arts, Paris und Artist in residence, Kairo, Pro Helvetia; 2008 Cahiers d’Artistes, Pro Helvetia und Förderpreis, Alexander Clavel-Stiftung, Riehen; 2006 Werkbeitrag, Kuratorium des Kantons Aargau; 2003 Atelierstipendium London, Kuratorium des Kantons Aargau; 2001 Prix Ehinger, Basel; 1999 Atelierstipendium Berlin, Kuratorium des Kantons Aargau und Atelierstipendium Edinburgh, CMS Stiftung, Basel; 1997 Förderbeitrag, Stiftung Vordemberge-Gildewart; 1994-1997 Hochschule für Bildende Kunst HGK Basel

Seit 2000 zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, u.a. Aargauer Kunsthaus, Aarau; Kunsthalle Basel; Kunsthalle Baselland; Kunsthaus Langenthal; Kunstmuseum Solothurn; Kunstmuseum Thun; Kunstverein Freiburg i.Br.; Museum Wiesbaden; Volpinum, Wien; Chapelle St. Quirin, Sélestat, Elsass; Palais de Tokyo, Paris; Towner, Eastbourne; (les halles) – espace d’art contemporain, Porrentruy

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We are very pleased to show new works by Franziska Furter (*1972 in Zurich) in her second solo exhibition in our gallery. Franziska Furter is a prominent Swiss artist, whose work has been shown in many solo and group exhibitions in galleries and museums.

The title of the show Shapes, Traps and Spells points to the fact, that the exhibition includes three different groups of works and themes: On the one hand Franziska Furter explores with balanced collages the Shapes new territories, on the other hand she follows with the sculptural works called Spells more familiar paths. The Traps are objects conceived with fabrics. They refer directly to the most important inspiration for the show, the novel The Fly Trap: About the Happiness of Self-Absorption in Strange Passions, the Soul of the Collector, Flies and Life with Nature by Fredrik Sjöberg. The book mesmerized the artist. Mainly Fredrik Sjöberg explains in this book, why he does, what he does, mainly collecting hover flies. While reporting he loses himself again and again in stories about scientist, living odd lives and following bizarre vocations, leading nevertheless or just because of that to discoveries and new achievements. Amongst others he is captivated by René Malaise, an eccentric Swede who was the last of a generation of polymath naturalist-explorers who invented a fly trap called the Malaise trap. This very effective trap looks like a tent. It consists of black fabric at the bottom and white fabric on the top ending in a summit, which contains a vessel with poison killing the insects. The trap is based on the observation that insects always fly towards the light and, if they are looking for a way out, mostly towards the top.

In the middle room of the gallery the visitors encounter two Traps positioned into each other. These are artistic interpretations of the Malaise traps, which have lost their purpose to catch flies. This sculptural structure hangs from the ceiling and consists of white, varied dense fabrics. It is neither cave nor labyrinth. The form features something intertwined, entangled but also due to its layered texture an abstract quality and depth. The spatial counterbalance to the Traps is a hovering group of Spells – sculptural, geometric arrangements made of square brass tubes developing in their abstraction a life of their own, and pointing with their subtitles towards mythical creatures. On the walls besides the variations of the Traps and the pending groups of Spells Franziska Furter displayed loosely new works on paper from the group Shapes. In the production of these collages she follows exact rules: She always uses two pages from a book with depictions of plants. Then she cuts the pages in such a way that a defined line appears, when the two pages are overlaid above each other. Often the created lines seem to float in the space of the image as if they were hanging on invisible threads like the objects in the real space. Franziska Furter is guided by the principle of controlled chance. In the production of the collage she wants to capture the split second. Thereby the state of stagger – often present in the artistic work – finds its direct visible expression. The additional titles of the Shapes are names of winds. It is as if the elements would touch the papers or even shake them.

The subtitle of the book by Sjöberg denominates an important criterion inherent in Franziska Furter’s work: the self-absorption in an activity through passion and perseverance. This understood concentration of Franziska Furter holds a lightness resulting in moments of happiness. In such lucid moments of artistic production Franziska Furter might affirm the question by Fischli Weiss „Does luck find me?“. Thereby any esoteric inclination is alien to her. She doesn’t indulge into an immersion of the artistic object but works with a humorous dedication and accuracy.

In the first room her endurance and persistence become tangible in three large downwelling Spells. The title of this series gives a hint, that the objects might emanate some magic power. They are placements in a precisely defined frame made out of ready-made square brass tubes. These playful elements refer to earlier works in her oeuvre as for example the outside installation Mojo and the group of works Crystal Silence and Islands. The Spells are abstracts statements in space and systematic materialisations of ideas. They are to be located in the context of talismans and dreamcatchers, but also so called himmelis (Christmas decoration from Finland). These are objects celebrating life and bringing luck.

Franziska Furter has a wonderful gift to create works full of poetry and poignancy within a clearly defined pattern of rules. The three groups of works in the exhibition deal with the description of moments and states. Often Franziska Furter works in groups, in which she explores specific questions. Her exhibitions are perfectly executed, they describe how ideas are developed and how they are finally expressed in the works. Her current installation is dynamic and a constant light stream of air seems to blow through her. The exhibition holds an instinctive lightness. It allows the viewers manifold associations and thoughts but also direct spatial sensations.

Franziska Furter born 1972 in Zurich, lives and works in Basel and Berlin

2010 Artist in residence, Cité des Arts, Paris and Artist in residence of Pro Helvetia, Cairo; 2008 Cahiers d’Artistes, Pro Helvetia and grant, Alexander Clavel-Stiftung, Riehen; 2007 grant, Neue Aargauer Bank; 2006 work contribution, Kuratorium des Kantons Aargau; 2003 studio grant London, Kuratorium des Kantons Aargau; 2001 Prix Ehinger, Basel; 1999 studio grant Berlin, Kuratorium des Kantons Aargau and studio grant Edinburgh, CMS Stiftung, Basel; 1998 grant for the arts des Kantons Basel-Stadt; 1994-1997 Hochschule für Bildende Kunst HGK Basel;

Since 2000 numerous solo- and group exhibitions in Switzerland and abroad, amongst others in the Aargauer Kunsthaus, Aarau; Kunsthalle Basel; Kunsthalle Baselland; Kunsthaus Langenthal; Kunstmuseum Solothurn; Kunstmuseum Thun; Kunstverein Freiburg i.Br.; Museum Wiesbaden; Volpinum, Vienna, Chapelle St. Quirin, Sélestat, Elsass and Palais de Tokyo, Paris; Towner, Eastbourne; (les halles) – espace d’art contemporain, Porrentruy.