Electric Zinnia Field

Electric Zinnia Field

entwurf für die wandarbeit "hermes" by stephen westfall

Stephen Westfall

Entwurf für die Wandarbeit "Hermes", 2014

Friday, June 6, 2014Saturday, August 30, 2014

Villa Faupel, Lotharstraße 106
Bonn, 53115 Germany

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Es scheint längst überfällig

wir freuen uns sehr, die New Yorker Künstler Polly Apfelbaum und Stephen Westfall mit ihrer ersten eigenen Doppelausstellung präsentieren zu können. Schon über 30 Jahre sind die beiden befreundet und haben gemeinsam an vielen Gruppenausstellungen teilgenommen. Ihre langjährigen Gespräche und Diskussionen werden nun in der kunstgaleriebonn zum ersten Mal in einen intensiven Dialog ihrer Arbeiten überführt. Stephen Westfall, der bereits im vergangenen Jahr zusammen mit dem Düsseldorfer Künstler Martin Pfeifle in der kunstgaleriebonn gezeigt wurde, beschreibt seine Verbindung zu Polly Apfelbaum wie folgt:

„1982 habe ich Polly Apfelbaum zum ersten Mal getroffen und über ihre Arbeit geschrieben. Ich war Ateliermaler, sie arbeitete mit graphischen Medien und gefundenen Materialien, dennoch teilten die Überzeugung, dass das geometrische Zeichen alles andere als rein ist. Im Gegenteil, es ist aufgeladen mit bitteren, komödiantischen, wie auch transzendenten Bezügen. Tatsächlich ist die Möglichkeit der Transzendenz, nach der es strebt, abhängig von der Anerkennung seiner Weltlichkeit. Es ist vor allem eine menschliche Erfindung.

Wir begannen eine Konversation, die mittlerweile dreißig Jahre andauert. Halten wir uns im selben Land auf, können wir mehrmals täglich mittels Telefon, SMS oder Email Kontakt haben. Manchmal geht es um ein Buch oder einen Film, doch meist betrifft es eine Ausstellung. Die Grundlage alldem ist die gemeinsame Vorliebe für Struktur und Farbe; ein Sinn dafür, dass “formal” nicht bedeutet, vom Gefühl losgelöst zu sein; dass das Narrative eine gehörige Portion Mehrdeutigkeit braucht, um interessant zu bleiben; dass die Spezifität von Materialien und Farbe erwünscht sind, der Buchstabenglaube in einem narrative Inhalt aber nicht: dass Wiederholung und Muster signifikante Veränderung und Entwicklung ergeben; dass klein groß werden kann und das groß intim sein kann; das Ironie der Erinnerung und der Geschichte inne wohnt und gefeiert werden kann, selbst wenn es auf die Naivität ein kaltes Licht wirft; dass Schönheit nicht zufällig ist; dass Freude intelligent und aufklärerisch sein kann; dass die transformativen Samen der Hohen Kunst ihre Wurzeln im Volkstümlichen schlagen können; dass Heiterkeit rigoros und ein Grund zu leben ist.

Das ist zumindest meine Ansicht, ich wage nicht für Polly zu sprechen. Ich weiß aber, wir lieben Shirley Jaffe, Navajo Teppiche, Italo Calvino, George Perec, Agnes Martin, Ellsworth Kelly, Blinky Palermo, Mary Heilmann, Josef Hoffmann, Kosmaten-Fußböden, the Feelies, Yo La Tengo, Matisse, Mondrian, Hilma af Klint, Corbusier, die Wiederkehr der Keramik in der zeitgenössischen Kunst und mehr, darüber tauschen wir uns immer wieder aus. Wir waren schon zusammen in Gruppenausstellungen, aber dies ist unsere erste Doppelausstellung. Es scheint längst überfällig.“

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It seems long overdue

kunstgaleriebonn proudly presents New York based artists Polly Apfelbaum and Stephen Westfall with their first joint two-person show. They have been friends for more than 30 years and together they participated in many group shows before. Now their long lasting conversation will be transferred to an intense dialogue of their works for the very first time. Stephen Westfall, whose work was already shown at kunstgaleriebonn together with German artist last year, describes his relation to Polly Apfelbaum:

“I first met Polly Apfelbaum and wrote about her work in 1982. I was a studio painter and she was working with graphic media and found materials, but we both shared a belief that the geometric sign was anything but pure. To the contrary, it is loaded with referents, abject, comedic, as well as transcendent. In fact the possibility of the transcendence it often aspires to is dependent on an acknowledgment of its worldliness. It is, after all, a human creation. We fell into a conversation that has lasted over thirty years. When we're in the same country we can call, text or email several times a day. Sometimes it's about a book or film, though it's often about an exhibition. Behind it all is a shared love of structure and color; a sense that “formal” doesn't mean detached from feeling; that narrative needs taut ambiguities to stay interesting; that specificity in materials and color is desirable, while literalism in narrative content is not; that repetition and pattern yield significant mutation and evolution; that the small can become big and that large can be intimate; that irony inheres in memory and history and can be celebrated even as it casts a cold light on naivety; that beauty is not accidental; that joy is smart and open-eyed; that the transformative seeds of high art can take root in the vernacular; that mirth is rigorous and a reason for living.

At least this is my take, I wouldn’t presume to speak for Polly. But I know we love Shirley Jaffe, Navajo rugs, Italo Calvino, George Perec, Agnes Martin, Ellsworth Kelly, Blinky Palermo, Mary Heilmann, Josef Hofmann, Cosmatesque floors, the Feelies, Yo La Tengo, Matisse, Mondrian, Hilma af Klint, Corbusier, the resurgence of ceramics in contemporary art, and more, because we tell each other so all the time. We’ve been in group exhibitions before but this is the first 2 person show we’ve done together. It seems long overdue. “