Kovacek & Zetter GmbH

MÄRZ • AUSSTELLUNG 2014

MÄRZ • AUSSTELLUNG 2014

Monday, March 3, 2014Saturday, March 29, 2014

Stallburggasse 2
Vienna, Austria

MÄRZ • AUSSTELLUNG 2014
Österreichische Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts

Verkaufsausstellung in der Galerie Kovacek & Zetter,
Stallburggasse 2, A-1010 Wien, Tel.: +43/1/512 86 36,
3. März bis 29. März 2014


Von 3. bis 29. März 2014 zeigt die Galerie Kovacek & Zetter ihre diesjährige Frühlingsausstellung mit einer umfangreichen, hochkarätig bestückten Werkschau, die einen repräsentativen Querschnitt durch die Malerei des Biedermeier, des Stimmungsimpressionismus sowie der Klassischen Moderne zeigt. Auch die Kunst nach 1945 ist mit einigen ausgesuchten Meisterwerken vertreten.

Am Anfang der Ausstellung steht ein bezauberndes Genrebild „Kleine Fischer“, eine auch motivisch rare Darstellung von angelnden Kindern am Fluss der selten zu findenden Künstlerin Rosalia Amon. Diese lebendige, frühe Szene der Schülerin Ferdinand Georg Waldmüllers besticht durch die außerordentlich feine Qualität der Malerei, die ihrem großen Lehrmeister um nichts nachsteht. In seiner gelungenen Komposition und der perfekten malerischen Ausführung erinnert das prachtvolle „Stillleben mit Blumen und Früchten“ von Franz Eybl ebenfalls an die Kunst Waldmüllers und ist ein repräsentatives und museales Beispiel für das im Biedermeier so wichtige Fach der Stilllebenmalerei. Die Aquarellmalerei dieser Zeit ist mit einem herrlichen lichtdurchfluteten Reisebild von Jakob und Rudolf von Alt prominent vertreten. Diese 1836 wahrscheinlich als Gemeinschaftsarbeit von Vater und Sohn ausgeführte mediterrane Vedute fängt ungemein lebendig und mit großer malerischer Präzision den Alltag an der Amalfiküste ein und ist in Zusammenhang mit der berühmten Guckkasten-Aquarellserie für Kaiser Ferdinand I. zu bringen. Blätter wie „Fischer am Strand der Amalfiküste“ sind Meilensteine in der Entwicklung der österreichischen Biedermeierkunst, Vergleichbares hat es zuvor bestenfalls mit Thomas Enders kunsthistorisch ebenso bedeutsamen Aquarellen aus Brasilien gegeben.

Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Zeit des großen impressionistischen Aufbruchs innerhalb Europas. Bei Kovacek & Zetter sind in der diesjährigen März • Ausstellung einige der schönsten Werke der wichtigsten österreichischen Landschaftsmaler dieser Zeit zu sehen: von Emil Jakob Schindler, dem großen Mentor dieser heimischen Bewegung des Stimmungsimpressionismus, wird eine duftige kleine Studie einer Pappelallee bei Plankenberg gezeigt, die bei aller Schlichtheit des Motivs durch die virtuose malerische Ausführung besticht. Tina Blau, die in den 1880er Jahren eine Atelier-, Reise- und Lebensgemeinschaft mit Emil Jakob Schindler unterhielt, ist mit einem ihrer berühmten Praterbilder vertreten, in dem sie ihre Meisterschaft in der Auffassung von Räumlichkeit sowie Licht- und Schattendarstellung eindrucksvoll unter Beweis stellt. Der große „Einzelgänger“ der österreichischen impressionistischen Malerei, Theodor von Hörmann, ist mit drei interessanten Gemälden aus unterschiedlichen Werkphasen vertreten, wobei „Sommerliches Treiben am Plattensee“ von 1875 lebendig und lichterfüllt den ungarischen Alltag dieser Zeit einfängt, während andererseits die farbexpressive „Abendstimmung am Feldrand“ von 1893 die ganze Modernität französischer Malerei wie auch die Kunst Vincent van Goghs widerspiegelt.

Olga Wisinger-Florian, die „Grande Dame“ des österreichischen Stimmungsimpressionismus, zieht mit ihrem 1907 an der bulgarischen Schwarzmeerküste entstandenen, leuchtenden Panorama sämtliche Register ihres Könnens und fängt diese einzigartige, mediterrane Stimmung einer Ulmenallee am Meer mit intensivem Kolorit und unvergleichlicher Leichtigkeit der Pinselführung ein. Mit brillant ausgeführten Gemälden wie diesem reüssierte die Künstlerin schon zu Lebzeiten auf den wichtigsten internationalen Kunstausstellungen. Auch Olga Wisinger-Florians Freundin, Leontine von Littrow, mit der sie zahlreiche gemeinsame Reisen unternahm und nicht selten Motive teilte, malte gerne und häufig die südlichen Landschaften an der Küste Istriens und um Abbazzia. Ein Spitzenbild ist ihr „Dorfleben an der Küste bei Abbazzia“, das, um 1900 entstanden, einen bezaubernden Einblick in das Alltagsleben am Meer gibt. Das bunte, lebhafte Treiben der zahlreichen Figuren, die gekalkten Hausfassaden und das blaue Meer sind von einzigartigem, flimmernden Sonnenlicht umspielt und koloristisch mit großer Prägnanz eingefangen. Mit Gemälden wie diesem erreicht die österreichische Malerei dieser Zeit ihren Höhepunkt und steht internationalen Entwicklungen ebenbürtig gegenüber.

Der Aufbruch in die Moderne wird eindrucksvoll durch eine großartige Arbeit von Egon Schiele aus dem Jahr 1910 vollzogen: als ein absolutes Highlight bei Kovacek & Zetter firmiert diese in Gouache und Kreide ausgeführte Darstellung einer Gruppe von Bäuerinnen, die wahrscheinlich anlässlich eines Sommeraufenthaltes in Krumau entstanden sind. Mit ihrer einzigartigen Kombination von realistischer Wiedergabe und eindringlicher, oft erschreckender Expressivität strahlen Bilder wie dieses eine bis heute ungebrochene Faszination aus. Eine derart frühe und farbig ausgeführte Papierarbeit dieses wegweisenden und weltberühmten Künstlers findet sich nur sehr selten im Kunsthandel und ist ein veritabler Höhepunkt für Kunstliebhaber und Sammler der Wiener Jahrhundertwende.

Ein weiteres museales Spitzengemälde stellt das vermutlich 1919 entstandene große Bild „Dahlien“ von Carl Moll dar. Diesen Sommer verbrachte der Künstler auf einem Landgut des Tabakindustriellen Adolf von Zsolnay nahe Pressburg und war offensichtlich von den üppigen Gärten beeindruckt, die dessen Sohn, der Blumenliebhaber Paul von Zsolnay dort angelegt hatte. In diesem prachtvollen sommerlichen Naturausschnitt, eine Nahaufnahme von üppig blühenden Dahlien unter glänzendem Sonnenlicht, manifestiert sich wunderbar eine neu gefundene künstlerische Ausdrucksform: Molls Farbauftrag wird großzügiger und breiter, seine Pinselzüge sind pastos, ja teilweise gespachtelt aufgetragen und die Farbigkeit ist kräftiger und lichterfüllter als zuvor. „Dahlien“ ist ein singuläres Gemälde, das an kompositorischer Stimmigkeit und malerischer Brillanz kaum zu überbieten ist.

Max Weiler, eine der Hauptfiguren der österreichischen Nachkriegsmalerei, wird mit zwei besonders schönen Werken aus einer frühen sowie späten Schaffensphase gewürdigt. „Pflanzen im Winter“ aus dem Jahr 1952, in elegantem grau changierenden Kolorit gehalten sowie eine unbetitelte farbstarke Landschaftsabstraktion von 1996 zeigen die großartige, malerische Bandbreite dieses weit über die österreichischen Grenzen gewürdigten Künstlers.


Diese mit erlesenen Kunstwerken bestückte Präsentation, zu der ein wissenschaftlich fundierter Katalog erscheint, besticht durch Vielfalt und Qualität gleichermaßen und stimmt in viel versprechender Weise auf einen intensiven Kunstfrühling ein.