Kovacek & Zetter GmbH

Österreichische Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts

Österreichische Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts

badende by alfons walde

Alfons Walde

Badende, ca. 1920

Price on Request

Friday, March 12, 2010Saturday, April 17, 2010


Vienna, Austria

MÄRZ • AUSSTELLUNG 2010

Alle Werke werden auf der Galerie-Homepage www.kovacek-zetter.at präsentiert.

Traditionellerweise beginnt die Galerie Kovacek & Zetter die heurige Ausstellungssaison mit einer reich bestückten Schau qualitativ hochwertiger Gemälde und Papierarbeiten des 19. und 20. Jahrhunderts.

Chronologisch eröffnet wird die Ausstellung von einer der berühmten Miniaturveduten Balthasar Wigands aus dem Jahre 1820, eine fein gemalte Ansicht vom Kohlmarkt, die das biedermeierliche Wien von seiner schönsten Seite zeigt. Ein duftiges, liebevoll komponiertes Blumenstilleben mit Rosen von Andreas Lach, einem Meister dieses damals hochgeschätzten Genres, stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und bezaubert nach wie vor durch seinen beeindruckenden Realismus.

Der stimmungsimpressionistischen Malerei in Österreich ist diesmal ein ganz besonderer Schwerpunkt gewidmet - sie wird mit den hervorragendsten Vertretern ihres Faches repräsentiert: Von Emil Jakob Schindler zeigt die Galerie eine frühe, 1865 entstandene Studie „In der Baumgartner Au“, die wohl noch aus Schindlers Studentenzeit an der Akademie stammt, aber bereits mit großer Sensibilität und Könnerschaft ausgeführt ist. Ein absolutes Highlight der Ausstellung ist Marie Egners prachtvolle Darstellung von „Sonnenblumen in der Lagune von Venedig“. Marie Egner, eine Schülerin Emil Jakob Schindlers, die zusammen mit Olga Wisinger-Florian und Tina Blau zum berühmten weiblichen „Dreigestirn“ des österreichischen Stimmungsimpressionismus gehört, hat hier ein Werk geschaffen, dass heute zu den absoluten Raritäten am Kunstmarkt gezählt werden darf. Auch das „Bauernhaus mit blühenden Obstbäumen“, ein paradiesischer Garten, wird von ihr in schönster Lichtmalerei geschildert. Um 1890 malte Leonie von Littrow, eine Kollegin und Freundin der drei oben genannten, die maritimen Bilder „Wäscherinnen an der Mole“ und „Schiffe am Meer“, zwei stimmungsvolle Gemälde, die in ihrer malerischen Qualität durchaus mit den großen französischen Impressionisten mithalten können. Ein weiterer Höhepunkt unter den ausgestellten Stimmungsimpressionisten ist das außergewöhnlich großformatige Gemälde „Motiv bei Plamkenberg“ von Hugo Darnaut, eine fein gemalte Ode an die Natur und ein Hauptwerk des Künstlers. Mit dem „Rosengarten“ von Olga Wisinger-Florian und der „Windmühle bei Vlissingen“ von Alfred Zoff zeigt die Galerie weitere hochkarätige Werke dieser Stilrichtung, die sich sehen lassen können.

Der so beliebte österreichische Maler Ferdinand Brunner ist mit zwei besonders schönen Werken um 1910/15, „Bäume am Bach“ und „Dorf im Waldviertel“ vertreten, die durch ihre einfühlsame, fast meditative Ruhe und das typisch frische „Brunner-Grün“ der saftigen Wiesen bezaubern.

Nur wenige Jahre später sind die „Dahlien“ und „Badende“ vom Tiroler Alfons Walde entstanden. In kräftigem Rot und Orange leuchtet das Blumenstilleben, ein eher ungewöhnliches Motiv für Walde, im Gegensatz dazu ist der lebenslustige Doppelakt der beiden Badenden in erdigen Tönen und kühler Inkarnatsfarbe gehalten. Beide Bilder stammen aus dem Nachlass des berühmten Schnee-Malers. In „Morgenstimmung im Gebirge“ und „Ellmauer Tor“ zeigt Walde seine bekanntere Seite. Mit auf den ersten Blick lockeren, aber sehr präzisen Pinselstrichen ist das beeindruckende, fast schon abstrakte Bild des berühmten Sattels im Kaisergebirge gemalt während Walde bei seiner Morgenstimmung eine sanftere Seite zeigt und die schroffen, verschatteten Berge mit warmen orange-goldenem Licht hinterfängt.

Von Carl Fahringer werden drei Arbeiten präsentiert: „Blauer Ara“, „Delft“ und „Zwei Füchse“, die den schwer einer Kunstrichtung zuordenbaren Maler mit dem breiten Pinselduktus von seiner besten Seite zeigen. Ebenfalls aus den frühen Dreißiger Jahren stammt eine interessante, in Öl gemalte Ansicht der damals noch unverbauten Wiener Vorstadt von Josef Stoitzner sowie ein seltenes Spätwerk, ein Motiv aus Mödling, des geschätzten Meisters Carl Moll.

Auch Oskar Laske, auf den sich die Galerie schon länger spezialisiert hat, darf nicht fehlen und ist mit einem großen Ölbild, der „Bärenhatz in Dresden“, das mit seinen feinen Details und dem mitreißenden Motiv als weiterer Höhepunkt der Ausstellung gelten darf, sowie der Gouache „Spaziergang in Schönbrunn“ vertreten.

Ein beeindruckendes Bild in leuchtenden Farben von Gerhild Diesner sowie eine Ansicht vom „Lido in Venedig“ von Hans Robert Pippal führen in die Moderne. Aus der österreichischen Künstler – Kaderschmiede Galerie St. Stefan stammen Josef Mikl und Markus Prachensky, deren Werke den zeitgenössischen Abschluss der Schau bilden. „Kopf mit blauem Hintergrund“ von Mikl zeigt einen seiner Köpfe aus geometrischen Figuren, der seine figürliche Herkunft nicht leugnen kann. Markus Prachensky beeindruckt mit einem seltenen Ölbild aus dem Jahre 1969, „Red on White“, sowie zwei schwungvollen Papierarbeiten aus dem letzten Jahrzehnt.

Die Ausstellung wird am 11.März eröffnet und läuft bis zum 17. April. Sie wird von einem umfangreichen, wissenschaftlich fundierten Katalog begleitet.