Konrad Fischer Galerie

Art Basel

Art Basel

untitled by richard long

Richard Long

Untitled, 2008

Price on Request

Wednesday, June 4, 2008Sunday, June 8, 2008


Düsseldorf, Germany

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ART BASEL

HANNE DARBOVEN – 24 GESÄNGE, OPUS 14, 15 A, B
ART UNLIMITED – STAND J2

Seit den 80er Jahren komponiert Hanne Darboven vermehrt Musikstücke und übersetzt ihre mathematischen Berechnungen in Musik. Ihre Arbeit „24 Gesänge, opus 14,15 a, b“ von 1984 besteht aus 678 Din A5 Blättern, durch Postkarten unterteilt, auf denen Putti Buchstaben von A bis X halten, und teilweise mit Glückwunschpostkarten versehen. Zwischen diesen Blättern erscheinen Konstruktionszeichnungen und Seitenberechnungen auf linierten Ringbuchseiten. Der den kompletten Raum füllende „opus“ bedient sich bei seiner Unterteilung musikalischen Bewegungs- und Wiederholungsweisen und Rhythmen und verweist mit seiner Sammlung von Glückwunschkarten zu Geburtstag, Konfirmation und Hochzeit auf festliche Ereignisse, zu deren Anlass häufig musikalische Darbietungen aufgeführt werden. „Meine Systeme sind numerische Konzepte, die nach Gesetzen der Progression und / oder der Reduktion arbeiten, in der Art eines musikalischen Themas mit Variationen“ (Hanne Darboven zit. nach Weiss 1973).

JAN DIBBETS – NEW HORIZONS / LAND-SEA - A series that holds to the horizontality of the line
ART UNLIMITED – STAND C3

Jan Dibbets neue Serie NEW HORIZONS / LAND-SEA zeigt ein Nebeneinander von Marschenlandschaft und Meerstück, gebannt auf rechteckige Dibonds verschiedener Maße. In einer imaginierten 180°-Drehung um die eigene Achse erfährt der Betrachter gleichzeitig die Landschaft, die sich vor und hinter ihm erstreckt. Dibbets entlarvt die tradierten Sehgewohnheiten; die Betrachtung gerät buchstäblich aus den Fugen, denn der Horizont scheint aus dem Gleichgewicht, da die rechteckigen Fotografien nicht wie gewohnt im rechten Winkel den Wirklichkeitsausschnitt präsentieren. Trotz der schrägen Hängung wird der Horizont seinem Namen gerecht und bildet eine Horizontale.
Jan Dibbets fragt nach dem Blickwinkel, aus dem heraus wir heute die Wirklichkeit wahrnehmen: eine, die im objektiven Sinne als Realität existiert und eine andere, die wir gedanklich als Fiktion in unseren Köpfen entstehen lassen können. In seiner Auseinandersetzung mit dem malerischen Illusionismus überlistet er immer wieder das illusionistische Auge der Kamera und schafft dadurch PerspektivKorrekturen.

DANIEL BUREN – Traveaux in situ
HALLE 2.0 / STAND F3

Zweifelsohne darf Daniel Buren zu den „lebenden Legenden“ der zeitgenössischen Kunst gerechnet werden. Seit mehr als 30 Jahren verwendet Buren die uniformen, weißen und farbigen Streifen von standardisierten 8,7 cm Breite als „visuelles Vokabular“ in seinen konzeptuellen Arbeiten im öffentlichen Raum und in zahlreichen Museen und Sammlungen. Die farbigen Streifen, die Buren als „seeing tools“ bezeichnet, finden sich auf Textilien, Fahnen, Wandarbeiten, bemalten Objekten, Plakaten oder Lichtkästen. Gleich ob die Installationen innerhalb von Räumen oder in der Öffentlichkeit entstehen, entwickelt Daniel Buren seine Arbeiten jeweils „in situ“, mit einem besonderen Bezug auf den jeweils spezifischen Ort der Entstehung.
Daniel Buren, der 2007 mit der Verleihung des Praemium Imperiale einen der bedeutendsten Kunstpreise der Gegenwart erhielt, präsentierte Anfang diesen Jahres in der Konrad Fischer Galerie neue Arbeiten, bestehend aus Wandmalerei und –installationen. Die Wirkung der Arbeiten auf den Betrachter verstärke sich durch Brechung der Farbflächen mittels polygonaler Körper. Die Flächenraster für die Arbeiten wurden dabei – wie üblich – mit Bezug auf die Raumsituationen innerhalb der Galerie entwickelt. Konrad Fischer Galerie zeigt sowohl eines dieser neuen Reliefs, als auch eines seiner historisch bedeutenden Fenster, die Buren 1982 anlässlich der documenta 7 schuf.

RICHARD LONG
HALLE 2.0 / STAND F3

„My talent as an artist is to walk across a moor, or place a stone on the ground.“ Richard Long zählt wohl zu den bekanntesten Vertretern der Land Art. Sein künstlerisches Werk umfasst Wanderungen in allen Teilen der Welt, die er fotografisch und textlich dokumentiert. Während solcher Wanderungen schafft er temporäre Skulpturen aus Stein- und Felsbrocken, Treibholz oder ähnlichen unbearbeiteten Materialien, die er häufig nach der fotografischen Dokumentation wieder entfernt oder der natürlichen Verwitterung überlässt. Diese Skulpturen zeugen als Linien oder Spiralen von Bewegung, als Kreis- oder Kreuzformen von Stillstand und Rast.
„My art has the themes of materials, ideas, movement, time. The beauty of objects, thoughts, places and actions. My work is about my senses, my instinct, my own scale and my own physical commitment. My work is real, not illusory or conceptual. It is about real stones, real time, real actions.“

GIUSEPPE PENONE – FROM MEN AND TREES
HALLE 2.0 / STAND F3

„Die Haut des Holzes begleitet uns, sie ist Teil der menschlichen Geschichte, sie entwickelt sich nur, wo der Mensch existiere kann. Wenn man die Haut des Holzes liest, entdeckt man immer etwas, das vom Menschen erzählt.“ (Giuseppe Penone, 1974)
In Giuseppe Penones Schaffen steht der Baum pars pro toto für die Natur und eine langsame, kontinuierliche Weiterentwicklung. In seinem Wachstum entwickelt der Baum eine Struktur und Form, die, ebenso wie die Form einer Skulptur dieselbe unabänderliche Notwendigkeit beansprucht. Penone gibt dem Baum seine ursprüngliche Struktur zurück, indem er die verschiedenen Ebenen des Baumes freilegt: er häutet ihn und befreit ihn von seiner Rinde und offenbart den inneren Kern, das Skelett des Baumes. Er fertigt Abgüsse aus Bronze von Blättern und Rinde und Abdrücke in gegerbtem Leder und verbindet so kulturelles Material mit der Natur selbst. Ebenso setzt er Abdrücken seiner Hautfalten die Strukturen von Blättern entgegen. In einem Interview mit Guido de Werd sagt der Künstler weiter: „Ich habe Werke gemacht, in denen ich meinen Körper mit den anderen Elementen in Beziehung gesetzt habe, vor allem mit dem Baum. Mit dem Baum aus einem ganz einfachen Grund: Man kann ihn hinsichtlich der Zeit seines Wachstums als etwas Fließendes betrachten. Im Verhältnis zu unserer Existenz, zur Geschwindigkeit unseres Lebens nehmen wir den Baum als einen Festkörper war. Betrachtet man ihn jedoch in der Dimension der Zeit, wird er flüssig, bekommt er die Eigenschaft von Lehm, modellierbarer Erde. Ich habe meinen Körper mit dem Baum in Verbindung gebracht wie ein Bildhauer, der ein Stück Erde nehmen ihm Form geben kann. Ich habe dem Baum Elemente beigegeben, die meinen Körper vertreten, eine Hand aus Stahl oder einen Reif aus Eisen: als Ersatzorgane, die mit dem Leben des Baumes in seiner Stofflichkeit Berührung aufnehmen.“ (in: Katalog zur Ausstellung „Giuseppe Penone“, Museum Kurhaus Kleve, 2006.)

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ART BASEL

HANNE DARBOVEN – 24 GESÄNGE, OPUS 14, 15 A, B
ART UNLIMITED – BOOTH J2

Since the 1980ties Hanne Darboven composes music and translates her mathematic calculations into music besides her pure calculation works. “24 Gesänge, opus 14, 15, 1, b” (1984) consists of 678 Din A5 sheets, divided by postcards with the images of putti holding characters from A to X. In between are construction sheets and mathematic calculations on lined paper. The “opus” fills the room completely with its musical moves and repetitive rhythms and refers to ceremonies with musical performances by showing a collection of congratulation cards for birthday, confirmation and marriage.

JAN DIBBETS – NEW HORIZONS / LAND-SEA - A series that holds to the horizontality of the line
ART UNLIMITED – BOOTH C3

„In the whole world, what is more beautiful than a straight line? And the horizon is a straight line in three dimensions: it’s an almost incredible phenomenon.“ (Jan Dibbets, interviewed by Irmeline Lebeer; in: Eric Verhagen, Jan Dibbets – The Photographic Work, Paris 2007, p. 81)

„The horizon is in all probability the subject that has most durably marked the Dibbets oeuvre. Although present in many of his works from the sixties, it officially became part of his image repertoire around 1970. Quite apart from its specific cultural implications, it naturally finds a place in his career path in that it constitutes a subject that is nonexistent or, at least, intangible. Defined as “the circular boundary of the part of the earth’s surface visible from a particular point” and “the line at which the earth’s surface and the sky appear to meet” (Oxford American Dictionary), the horizon is not a subject like other subjects, for it exists only through and in relation to our sense of sight – all the more reason why it should figure in Dibbets’ oeuvre. And then there is its simultaneously circular and rectilinear character, so rich in potential. Dibbets took advantage of this dual characteristic, working initially with the horizon’s supposedly straight line, then with its circularity.” (in: Eric Verhagen, Jan Dibbets – The Photographic Work, Paris 2007, p. 82-83)
Jan Dibbets' new series NEW HORIZONS / LAND-SEA juxtaposes photographs of so-called „Marschen“- landscape and ocean, each mounted on dibond rectangles with different sizes. The recipient views simultaneously what would be in front and what would be behind of him in a real landscape. Dibbets debunks the traditional perceptual habits by presenting a rectanguar photograph not in the common way. Although the dibonds are sloping down, the horizon however is levelled.
Jan Dibbets queries the angle of vision from which we perceive reality today: a reality that exists in the objective sense, and another reality that we are able to create as a spiritual fiction in our minds. In his analysis of illusionism he outwits the trick of senses of the camera to create PerspectiveCorrections.

DANIEL BUREN – Traveaux in situ
HALL 2.0 / BOOTH F3

Daniel Buren has to be considered one of the „living legends“ in contemporary art. For more than 30 years he established a „visual vocabulary“ of uniform 8.7 cm wide coloured and white stripes as being the central features of his conceptual works and site specific installations in public space and in numerous art institutions. The coloured stripes Buren refers to as „seeing tools“ are implemented in textiles, flags, wall paintings, painted objects, posters or light boxes. Whether on show in museums or presented in public, Buren’s signature works are made „in situ“ analysing and involving the environment characteristics of the respective situation.
Daniel Buren – who received one of the most prestigious awards in the art world in 2007: the Praemium Imperiale – has introduced in the beginning of 2008 new works at Konrad Fischer Galerie including largeformat wall installations based on polyangular forms. By installing coloured jag-like objects the effect upon the beholder is enforced in many ways. The grid pattern of the works has been – as usual – designed directly within the spatial context of the the gallery. Konrad Fischer Galerie presents one of his recent reliefs as well as one of his historic windows from the documenta 7 in 1982.

RICHARD LONG
HALL 2.0 / BOOTH F3

„My talent as an artist is to walk across a moor, or place a stone on the ground.“ Richard Long is one of the most famous representatives of Land Art. His artistic oeuvre includes walks all over the world documented in photos and texts. En-route he creates temporary sculptures from raw materials such as stones, rocks and driftwood. After the photographic documentation he removes the works or leaves it to natural weathering. The lien and spiral sculptures reflect upon movement, the circles and crosses allegorize tranquillity and calmness.
„My art has the themes of materials, ideas, movement, time. The beauty of objects, thoughts, places and actions. My work is about my senses, my instinct, my own scale and my own physical commitment. My work is real, not illusory or conceptual. It is about real stones, real time, real actions.“

GIUSEPPE PENONE – FROM MEN AND TREES
HALL 2.0 / BOOTH F3

In Giuseppe Penone’s oeuvre the tree stands pars pro toto for nature and its slow continuous flow. Just as a sculpture claims a specific irrevocable form, also the tree develops a certain structure within its growth. Penone returns the original structure of the tree by uncovering its different levels: he sheds the tree’s skin, releases the bark and reveals the inner core, the skeleton of the tree. He manufactures leaves and barks castings of bronze and imprints in tanned leather. In combining cultural materials with nature itself, he too opposes imprints from his lines of hand and forehead with floral structures.
In relation to our speed of life, we sense the tree as a solid state. In an interview with Guido de Werd the artist explains that he sees the tree as a fluid within its growth. In the dimension of time the tree becomes liquid, becomes the quality of mouldy clay. Penone relates his body like a sculptor to the tree, who can give form to a piece of dirt. He adds representatives of his body parts, like a hand of steel or a circlet of iron to the tree as substitutes of organs touching the tree’s life with their materiality.