Lothar Baumgarten, James Lee Byars 'In Progress IV für Harald Szeemann'

Lothar Baumgarten, James Lee Byars 'In Progress IV für Harald Szeemann'

pink silk object by james lee byars

James Lee Byars

Pink Silk Object, 1969

Price on Request

Saturday, July 30, 2005Saturday, August 27, 2005


Cologne, Germany

IV. Lothar Baumgarten, JAMES LEE BYARS

IN PROGRESS I - IV

für Harald Szeemann

In Progress I-IV für Harald Szeemann, in der wir bislang Werke von Niele Toroni und Ulrich Rückriem, Giovanni Anselmo und Lawrence Weiner sowie Christian Boltanski und Ilya und Emilia Kabakov gezeigt haben. Mit Baumgarten und Byars eröffnet sich zusätzlich eine neue Perspektive. Während bislang die Untersuchung künstlerischer Techniken und Räume do­minierte und während diese Untersuchung bisweilen selbstreflexiv-konzeptuelle (man denke an die Werke von Toroni und Anselmo), bisweilen spielerische Züge annahm (man denke an Kabakovs Re­flexionen der Grundlagen der klassischen Malerei), führen wir mit den beiden neuen Künstlern ei­nen inhaltlich-mythologischen Aspekt in die Ausstellung ein. Auch diese Perspektive kann als eine ty­pi­sche Facette dessen angesehen werden, was Szeemann begeisterte:

Eine Reise oder "Mit der MS Remscheid auf dem Amazonas" – mit dieser Arbeit von 1971/2 nahm Lothar Baumgarten 1972 zum 2. Mal an der documenta in Kassel teil. Es ist eine aus 81 Dias be­ste­hende Diaprojektion, die in einer 12-minütigen Sequenz gezeigt wird und als die erste künst­le­ri­sche Umsetzung der von Baumgarten angelegten Zettelkästen von Sammlungen ethnographisch-an­thropo-logischer Berichte und Mythen anzusehen ist. Baumgartens ersten documenta-Beitrag zeigte Harald Szeemann 1972 und dies war zugleich auch Baumgartens erste Teilnahme an einer inter­na­tionalen Gruppenausstellung sowie das Jahr seiner ersten Einzelausstellung (in der Galerie Konrad Fischer in Düsseldorf).

Auch der 1997 verstorbene James Lee Byars ist ein Künstler, dem Harald Szeemann seit 1972 und seiner legendären documenta 5 bis zu seinem Tod verbunden war. Nicht zuletzt die Tatsache, daß Szeemann ihn 1999 in seine Ausstellung Aperto bei der Biennale in Venedig einbezog, zeigt dies. Wir stellen mit The Unicorn Horn in the White Circle eine Arbeit aus, die Jule Kewenig 1984 – zehn Jahre bevor Byars 1994 der erste Wolfgang-Hahn-Preis verliehen wurde – in ihrer Aus­stel­lung Paravents auf Schloß Lörsfeld gezeigt hatte. Und darüberhinaus zeigen wir in zwei Vitrinen die sogenannten Books von 1989. Hier handelt es sich um Plastiken aus Marmor aus Thassos, de­ren absolute Reinheit des blendend weißen Materials und der Form – zum Beispiel Sterne oder Wür­fel – dem Perfect Thought, der utopischen, nie erreichbaren Form huldigen. Selbst wenn die per­fekte Form nur in der Mathematik existiert und also allenfalls vorstellbar ist, führt Byars dem Be­trachter doch vor, wie weit der Mensch zu gehen fähig und – wenn man so will – in welcher Rich­tung das Paradies zu suchen ist. Szeemann und Byars werden diesen Versuch der Annäherung hoffentlich wohlwollend von dort betrachten...