JanKossen Contemporary

Nizakat Ali Depar

Nizakat Ali Depar

dreaming on keekor tree by nizakat ali depar

Nizakat Ali Depar

Dreaming on Keekor tree, 2013

Price on Request

Thursday, October 24, 2013Friday, November 15, 2013


Basel, Switzerland

Ein Mann auf der Suche nach sich Selbst:
Nizakat Ali Depar
Solo Show

24 Oktober – 15 November 2013
Vernissage Donnerstag 24 Oktober 2013, 18:30 – 20:30

Der in Larkana geborene und aufgewachsene Nizakat Ali Depar verbindet die traditionelle pakistanische Miniaturmalerei mit den Thematiken der heutigen Gesellschaft. Seine neue Werkreihe fusst auf dem «Sukasaptati», ein altindisches Märchenbuch über einen Papageien, der seiner Herrin mehrere Nächte lang Märchen erzählt, um sie vom Ehebruch abzuhalten, während ihr Mann auf Geschäftsreise ist. Die Märchen handeln zumeist von listigen Frauen. Der persische Schriftsteller und Sufi Nachschabi kürzte um 1330 die Geschichte auf 52 Nächte und reicherte es teilweise mit persischem Kolorit an. Nachschabis Papageienbuch «Tutinama» wurde im 16. Jahrhundert auf Veranlassung des Mogulen Akbar mit Miniaturmalereien illustriert.

Die Geschichte der Kunst ist seit jeher geprägt vom weiblichen Körper, Geist und Mythos. Depar will nun den Blick des Betrachters auf die männliche Welt lenken. Allen voran auf die Welt eines normal sterblichen Mannes, der weder ein «Adonis» noch ein «David» ist. Einer, der sich mit seinem Innenleben – der Papagei fungiert hier als ein Spiegel – auseinandersetzt; damit was es bedeutet in der heutigen Zeit ein Mann zu sein. Dazu bedient er sich einem historischen Repertoire an Symbolen sowie Erfahrungen. Er spielt mit unterschiedlichen ikonographischen Stilelementen, wie etwa dem Tondo, das wohl eher in die Antike und dem Frühchristentum als zum Orient passt. Genauso wie mit den Putti: Sie spannen einen Baldachin über das Haupt des Mannes, um auf seine Suche nach Erleuchtung und Weisheit hin zu deuten. Girlanden, Ketten und Bäume sowie Sträucher werden als Verbindungselemente zwischen den einzelnen formalen sowie inhaltlichen Bildebenen verwendet.

Seine Wurzeln – die in einigen der Werke prägnant hervorstechen – sind gespickt mit Dornen, die auf die schwierige Vergangenheit seines kulturellen Erbes und das Leiden, das dadurch in der Bevölkerung ausgelöst wurde, hindeuten.

Um all diese Inhalte in die Neuzeit zu transportieren, erschuf er fünf Werke mit dem Abbild eines männlichen Torsos. So filigran und detailreich, dass die Haptik enorm ist. Er reflektiert – in Anlehnung an die Marmorstatuen der Antike – den zeitgenössischen Prozess um das Schönheitsideal. Nicht nur die Frauen leiden sehr unter dem Druck immer schön und schlank sein zu müssen, mittlerweile rückt dieser Wahn immer mehr in die Männerwelt vor. Behaarung ist heute ein Tabu und ein Waschbrettbauch, wie die Halbgötter von früher, muss mindestens sein. Doch wie immer sieht auch hier die Realität anders aus: Aber ist sie deswegen schlechter?

Aus diesem Grund malt er den Mann auf der Suche nach sich Selbst. Manchmal im Zwiegespräch mit dem Papagei, manchmal ganz versunken in Gedanken oder bereits eine Stufe höher – verstärkt durch die kleinen Podeste – in seiner Wahrheitsfindung. Zum Schluss erreicht er, völlig eins mit sich und im Baum liegend, die benötigte Ruhe und Gelassenheit: Einem schlafenden Buddha gleich.

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In search of Cultural roots:
Nizakat Ali Depar
Solo Show

24 Oct – 15 November 2013
Vernissage Thursday 24 October 2013, 18:30 – 20:30

Born and brought up in Larkana, Nazakat Ali Depar graduated from the National College of the Arts (NCA) in Pakistan in the traditional art of miniature painting. Depar’s upcoming exhibition in Basel at JanKossen Contemporary will include a fresh set of works based around figurative, physical and metaphorical imagery.

His new series of works is based on the "Sukasaptati ", an ancient Indian tale about a parrot, which for several nights talks to his mistress to keep her from committing adultery while her husband is away. In 1330 the Persian Sufi writer Nachschabi shortened the story to 52 nights, enriched with Persian influence of storytelling. In the 16th Century upon the request by Mughal Akbar, Nachschabi’s parrot-book "Tutinama" was illustrated with miniature paintings.

The history of art has always had a fascination with the mythos of the female body and mind. In contrast, Depar draws our attention to the male-world. Above all, to the world of the normal, everyday mortal man who is neither an "Adonis" nor a Michelangelo’s "David". A man who looks at his life - the parrot here acts as a mirror – questioning what it means to be a man in today’s society. Using symbols with historical references, the artist draws upon his own experiences, playing with different iconographic style elements such as the Tondo, which fits rather well into antiquity and early Christianity as well as the Orient. Same with the angelic putti: They cover a canopy over the heads of man to interpret his search for enlightenment and wisdom. Garland chains, trees and shrubs are used as connecting elements between the formal and substantive image planes. Grown roots that stand out concisely in some of the works are studded with thorns, suggesting a difficult past of a culture and the subsequent suffering of population.

Included in his new series, Depar has created five works with the image of a male torso. Delicate and rich in its detail, the emotions evoked are that of fascination for the male body. Echoing the ideal of male beauty represented by ancient Greek marble, Darpar’s torsos are a contemporary reflection of the ideal version of male beauty.

For this reason, the artist paints the man who is in search of himself. Sometimes in dialogue with the parrot, sometimes lost in thought or – on a higher plane – placed on a pedestal when wisdom is gained. His man reaches the ultimate state of being of peace and serenity, a man who is at one with himself under the Keekor tree. An enlightened Buddha it seems.