Nobuyoshi Araki 'Kinbaku'

Nobuyoshi Araki 'Kinbaku'

Friday, May 2, 2008Saturday, June 14, 2008


Cologne, Germany

Nobuyoshi Araki – Kinbaku
May 2 – June 14, 2008
Jablonka Galerie Berlin

Die Ausstellung zeigt 100 Schwarz-Weiss-Fotografien aus der Werkgruppe Kinbaku. Kinbaku ist eine traditionelle Kunstform in Japan, die Elemente aus der Kunst der Verpackung und der Kunst des Blumensteckens (Ikebana) miteinander vereint. Araki selbst betont den Unterschied zur westlichen Bondage: „Kinbaku (Knoten mit Schnüren) unterscheiden sich von Bondage. Ich fessele den Körper einer Frau nur deshalb, weil ich ihr Herz nicht fesseln kann. Nur ihre physischen Körperteile können gefesselt werden. Das Fesseln einer Frau wird zu einer Umarmung.“ Die meisten von Arakis Modellen haben selbst den Wunsch geäußert, von ihm für die Werkgruppe Kinbaku fotografiert zu werden. In den Darstellungen des Kinbaku bündeln sich die Vorstellungen Arakis von Schönheit, Fotografie und Erotik in unvergleichlicher Weise.

Nobuyoshi Araki fotografiert in erster Linie Frauen, weil die Fotografie für ihn untrennbar mit Liebe und Erotik verknüpft ist. „Ein Fotograf, der keine Frauen fotografiert, ist überhaupt kein Fotograf, oder höchstens drittklassig. Eine Frau irgendwo zu treffen, lehrt mehr über das Leben als Balzac zu lesen. Gleich ob es eine Ehefrau, eine zufällige Begegnung oder eine Prostituierte ist, sie wird Dir etwas vom Leben beibringen. Ich habe mein ganzes Leben den Begegnungen mit Frauen zu verdanken, und seit der Grundschule habe ich kaum ein Buch gelesen. … Ich glaube, dass alle Attraktionen des Lebens implizit in der Frau vorkommen. Es gibt viele unverzichtbare Elemente: Schönheit, Abscheu, Obszönität, Reinheit …, viel mehr, als man in der Natur finden kann. In der Frau ist der Himmel und das Meer. In der Frau ist die Blume und die Knospe.“

Arakis essentielles Verhältnis zur Fotografie wird in seiner außerordentlichen Produktivität ebenso deutlich wie in den kontroversen Motiven seiner Bilder. Die enge Verschränkung der ekstatischen Momenthaftigkeit der Fotografie mit Tod und Vergänglichkeit bestimmt seine Arbeiten. „Schwarz-Weiss-Fotografien stellen den Tod dar. Ein Foto zu machen ist wie sein Modell zu töten,“ sagt Araki, aber gleichzeitig ist das Fotografieren für ihn die intensivste Lebensäußerung: „Schließlich ziehe ich Fotografien dem Sex vor. Ich habe kürzlich Verabredungen abgesagt, weil jede nur Sex haben will. Es reicht ihnen nicht, einfach zusammen zu Abend zu essen. Ich mache das nicht mehr, ich fotografiere lieber. Beim Sex halte ich mich für die zweite oder dritte Person. Ich benutze den Sex nur, um gute Fotos zu machen.“

Arakis Kunst ist eng verwandt mit der japanischen Holzschnittkunst, dem Ukiyo-e, in der ebenfalls die Momenthaftigkeit des Lebens eine Schlüsselrolle spielt. Parallel zur Ausstellung in der Jablonka Galerie zeigt die Kestner- Gesellschaft Hannover (vom 22. Februar bis zum 11. Mai 2008) eine Ausstellung mit 100 farbigen Arbeiten aus der Kinbaku-Serie.

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Nobuyoshi Araki – Kinbaku
May 2 – June 14, 2008
Jablonka Galerie Berlin

This exhibition presents 100 B/W photographs from the series entitled Kinbaku. In Japan, Kinbaku is a traditional art form combining elements from the arts of packaging and of flower decoration (Ikebana). Araki has emphasized a contrast to the Western concept of Bondage: “Kinbaku (knots with ropes) are different from bondage. I only tie up a woman's body because I know I cannot tie up her heart. Only her physical parts can be tied up. Tying up a woman becomes an embrace.” Most models have asked Araki themselves to be photographed for the Kinbaku series. In the Kinbaku images, Araki’s ideas of beauty, photography and eroticism are joined in an uncomparable and poetic way.

Nobuyoshi Araki takes photographs of women because photography for him is inextricably linked to love and eroticism. “A photographer who doesn't photograph women is no photographer, or only a third-rate one. Meeting a woman anywhere teaches you more about the world than reading Balzac. Whether it be a wife, a woman encountered by happenstance, or a prostitute, she will teach you about the world. In fact I build my life on meeting women and I have hardly read a book since primary school. … I think that all the attractions in life are implied in women. There are many essential elements: beauty, disgust, obscenity, purity ...much more than one finds in nature. In woman, there is sky and sea. In woman, there is the flower and the bud ...”

Araki’s essential relation to photography reveals itself in his extraordinary productivity as well as in his controversial motives. The close connection of the ecstatic moment of photography with death and futility dominates his work. “Black and white photos represent death. Taking a photo is like killing the subject,” Araki said in his conversation with Jerôme Sans, but on the other hand, photography for him is the most intense form of life: “After all, I prefer photographs to sex. Recently, I have declined offers to date…because everyone wants to have sex. They are not satisfied by only having dinner together. I won't do that any more. I prefer photography. In sex, I consider myself the second or third person. I just take advantage of sex to take good photos.”

The art of Araki is closely related to the traditional Japanese art of the woodblock print, Ukiyo-e, which aimed at the production of images from the fleeting life and insisted on the moment, just as Araki’s photographs do today. Concurrent to the exhibition at Jablonka Galerie, the Kestnergesellschaft Hannvoer presents 100 coloured photographs of the Kinbaku Series, together with woodcuts by Hokusai, one of the great masters of Ukiyo-e. This show runs from 22 February until 11 May 2008.