NOBUYOSHI ARAKI: BONDAGES

NOBUYOSHI ARAKI: BONDAGES

untitled (kinbaku) by nobuyoshi araki

Nobuyoshi Araki

Untitled (Kinbaku), 2008

Price on Request

Friday, April 12, 2013Friday, May 31, 2013


Cologne, Germany

Die Jablonka Galerie freut sich, Arbeiten des japanischen Fotografen Nobuyoshi Araki zu präsentieren. In der Ausstellung werden großformatige Fotografien aus der „Bondage“ Serie Arakis zusammen mit kleinformatigeren schwarz weiß Fotografien aus der Serie „Kinbaku“ gezeigt. Alle Aufnahmen eint, dass sie den verschnürten Körper nackter japanischer Frauen zum Thema haben.

Während im Westen der Begriff „Bondage“ in Verbindung mit erotischen Fesselungen gebracht wird, benutzt Araki den Ausdruck „Kinbaku“. Araki betont, dass die europäische Assoziation einer gefesselten Frau, die zumeist eine sadomasochistische Komponente indiziert keinesfalls seiner Vorstellung entspricht: „Der Kinbaku (Verknotung mit Seilen) ist etwas ganz anderes als Bondage. Ich umschnüre den Körper der Frauen, weil ich weiß, dass ich ihre Seele nicht zu fesseln vermag. Binden lässt sich nur die Physis. Die Frau zu umschnüren läuft in einem gewissen Sinne darauf hinaus, sie zu umarmen, zu liebkosen.“ Der Akt des Fesselns wird von den japanischen Frauen als Befreiung aus genau jenen Banden empfunden: „Bondage ist, jemanden gefangen zu halten. Kinbaku ist wie eine Umarmung, ein Akt der Liebe“, so Araki.

Den Vorwurf der Passivität seiner Modelle entkräftet Araki mit folgenden Worten: „Meine Modelle (...) sind mehr als visuelles Füllmaterial, sind Partner, sind Teil eines Gesprächs, sind ebenso unentbehrlich wie die schussbereite Kamera (...). Photos, die meinen Ansprüchen genügen, entstehen nur, wenn die Modelle ein Teil von mir, ich ein Teil dieser Modelle geworden bin.“ Ähnlich der Tradition zen-­‐buddhistischer Mönche, die sich zu Mediationszwecken oder aus religiösen Läuterungszwecken fesseln ließen, ist der „Kin-­‐ baku“ durch zwei Aspekte gekennzeichnet – Ästhetik und Mediation. Der Akt des Fesselns ist demnach genauso wichtig wie sein Anblick.

Nobuyoshi Araki wurde 1940 in Tokio geboren. Er studierte an der Chiba Universität und lebt und arbeitet in Tokio. Seine Arbeiten werden in Einzelausstellungen-­‐ und Gruppenausstellungen gezeigt: 2011-­‐2012 Museum für Ostasiatische Kunst, Köln / 2011 Jablonka Galerie, Köln / 2010 Deichtorhallen, Hamburg / 2010 Jablonka Galerie, Köln / 2008 Jablonka Galerie, Berlin / 2008 Kestnergesellschaft, Hannover / 2007-­‐2008 Instituto Nazionale per la Grafica, Rom / 2006 Pinakothek der Moderne, München / 2006 Fondation Beyeler, Basel / 2005 Jablonka Galerie, Köln / 2003 Fondazione Querini Stampalia, Venedig / 2002 IImin Museum of Art, Seoul / 2001 Jablonka Galerie, Köln / 1999 Museum of Contemporary Art, Tokio / 1998 Deichtorhallen, Hamburg / 1995-­‐1996 Kunstmuseum, Wolfsburg / 1993 Kunsthal, Rotterdam / Museum Folkwang, Essen.