Häusler Contemporary

James Turrell: Tall Glass / David Reed: Paintings 1997 - 2013 (Lustenau)

James Turrell: Tall Glass / David Reed: Paintings 1997 - 2013 (Lustenau)

neubau, belustenau

Neubau, beLustenau

Price on Request

Friday, October 18, 2013

Maximilianstraße 35
Lustenau, Austria

James Turrell: Tall Glass

David Reed: Paintings 1997 – 2013

18. Oktober - April 2014
Eröffnung: Freitag, 18. Oktober 2013, 19 Uhr

Kunst und Raum sind auf vielschichtige Weise miteinander verbunden, sie bedingen, reflektieren und ergänzen einander gegenseitig. Diese Wechselbeziehung von Kunst und Architektur kommt im Neubau von beLustenau auf einzigartige Weise zum Tragen: In dem speziell von Dietmar Eberle konzipierten Ausstellungsraum präsentiert Häusler Contemporary in halbjährlich wechselndem Rhythmus grossformatige Kunst von internationalem Rang. Das Publikum erlebt Highlights des Galerieprogramms in unvergleichlichem Ambiente.

Einer der renommiertesten Vertreter der internationalen Kunstszene, bei dem Räumlichkeit auf einzigartige Weise zum Gefäss für künstlerische Interventionen wird, ist James Turrell. (*1943, Los Angeles). Seit nunmehr 40 Jahren erzielt er unter Einsatz von natürlichen und künstlichen Lichtquellen in Räumen, deren Dimensionen stets genauestens berechnet sind, eine fast physisch wahrnehmbare Präsenz von Licht. Dieses Phänomen kann in unserer Ausstellung exemplarisch anhand von «Coconino» aus der Serie der «Tall Glasses» erfahren werden. Mit dem Werktypus hat Turrell seit 2007 eine Form entwickelt, welche die für ihn typische bannende Lichtwirkung auf einer Fläche entfaltet. Die grossformatigen Wandobjekte aus geätztem Glas und spezifisch programmierten LED-Leuchten lassen vor dem Auge des Betrachters eine illuminierte Farbigkeit entstehen, deren Tönung sich in einem subtilen Verlauf über mehrere Stunden hinweg fliessend ändert. Die zweidimensionale Oberfläche wird in eine unbestimmbare Tiefe überführt, in der sich der Blick verlieren kann.

Daneben zeigen wir Modelle und Luftaufnahmen des «Roden Crater», dem erloschenen Vulkan in der Wüste Arizonas, den Turrell seit den 1970er-Jahren fortlaufend zu einer Art «Himmelsobservatorium» umbaut. Ein unterirdisches Netz von Gängen mündet in verschiedene «Skyspaces», die sich in unterschiedlichen Richtungen zum Himmel und den Gestirnen hin öffnen. In einer gekonnten Orchestrierung von natürlichem Lichteinfall und künstlicher Beleuchtung werden Natur und Kunst zu einem eindrücklichen Gesamtkunstwerk vereinigt. Die in Lustenau präsentierten Maquetten in einem Masstab von 1:50 lassen das Ausmass von Turrells Opus Magnum erahnen.

Der zweite Teil der ersten Präsentation in unserem neuen Ausstellungsraum ist David Reed (*1946, San Diego) gewidmet, bei dem Dreidimensionalität und unterschiedliche Lichtwirkungen im Medium der Malerei befragt werden. Der in New York lebende Künstler gehört gegenwärtig zu den bedeutendsten Vertretern abstrakter Malerei. Seine Gemälde oszillieren stets zwischen scheinbar gegenständlicher Plastizität und einer verunsichernden Materialität, die in einem konzeptuellen Ausloten verschiedener Möglichkeiten der malerischen Abstraktion begründet ist. Auf extrem gelängten Bildformaten finden sich bei Reed seit den 1980er-Jahren die für ihn typischen, gewaltig gestischen Bewegungen, die oftmals dramatisch ausgeleuchtet sind und deren scheinbar transparente Oberflächen dennoch eine spezifisch dreidimensionale Präsenz entfalten. Es sind die Eigenschaften der Filmleinwand, die Beleuchtung und Farbigkeit ihrer Bilder, die Reed adaptiert und in seine Gemälde überführt. Die neuen Medien und die Art und Weise, wie sie unsere Wahrnehmung verändern, spielen für Reed seit seiner Ankunft in New York in den frühen 1970er-Jahren eine bedeutende Rolle. Ebenso haben die Auseinandersetzung mit weiteren damals vorherrschenden Kunsttendenzen– Abstrakter Expressionismus, Minimalismus und Pop Art – aber auch die Malerei des Barock den spezifisch Reed’schen Bildtypus geprägt. In Lustenau ermöglichen wir die Begegnung mit Werken von David Reed von 1997 bis heute, anhand derer sich die Bedeutung von Farbe in der heutigen Zeit entdecken lässt – und vielleicht sogar die Farbigkeit der Zukunft.

Deborah Keller