Galerie Thomas Zander

Peter Downsbrough

Peter Downsbrough

Friday, September 9, 2011Saturday, November 5, 2011


Cologne, Germany

Die Galerie Thomas Zander freut sich, vom 9. September bis 5. November 2011 erstmalig Arbeiten von Peter Downsbrough in einer umfassenden Einzelausstellung zu präsentieren. Als Auftakt der Zusammenarbeit war der amerikanische Konzeptkünstler bereits mit einigen Werken in der diesjährigen Gruppenausstellung der Galerie "CUT" vertreten.

Gezeigt werden nun die neue Raumarbeit "ORTUNG" (2011) und "Two Poles" (1970-2011) sowie eine Reihe von s/w Fotografien und frühen Zeichnungen. Die Linie ist verbindendes und signifikantes Element in den zwei- sowie dreidimensionalen Werken, die Downsbrough für diese Ausstellung zusammengestellt hat. Es handelt sich um vertikale, schwarz angestrichene Aluminiumröhren ("Two Poles") u. a. in Kombination mit schwarzen Klebestreifen, die an Wand und Boden befestigt werden (bei der Raumarbeit "ORTUNG"), Variationen von gestempelten Strichen auf karierten Notizbuchseiten sowie fotografisch aufgenommene urbane Landschaften und architektonische Details. Schon sehr früh erscheint die Linie in Peter Downsbroughs Werk, sei es als Rohr oder Stab in dreidimensionalen Außen- und Innenskulpturen (den so genannten "Pipes" und "Poles"), als sich wiederholendes grafisches Element in seinen Büchern, Plakaten oder Einladungskarten und auf Papier- oder Wandzeichnungen, in denen sie entweder als einzelne oder als zwei meist parallel laufende Linien den Raum beschreiben. "Um den Kern der Werke aufzugreifen - Ort, Platz, Position / Lage - war es logisch für diese erste Ausstellung in der Galerie Thomas Zander, dass ich das Wort "ORTUNG", zusammen mit einer Gruppe von aktuellen Fotografien, und zugleich ein frühes Werk aus dem Jahr 1970 ("Two Poles"), mit einigen Zwei-Strich-Zeichnungen, verwende, um einen Abschnitt dieser weitergehenden Untersuchung aufzuzeigen." (Peter Downsbrough)

Seit Anfang der 1970er Jahre installiert Downsbrough seine "Two Poles / Two Pipes" oder auch "Two Dowels" an verschiedenen Orten und greift diese skulpturalen Arbeiten vereinzelt immer wieder in seinem Werk auf. Bei den aktuellen Außenskulpturen handelt es sich um schwarze Metallröhren unterschiedlicher Länge, die auf urbanen Gehwegen, in Landschaften, privaten Gärten oder öffentlichen Plätzen aufgestellt werden. Eine Wahrnehmung des Werkes ist nicht ohne die Beobachtung des sich umgebenden Raumes möglich und eröffnet damit einen offenen Diskurs im Hinblick der ständigen Veränderung. Dabei geht es jedoch nicht nur um das Verhältnis von Skulptur zum Raum, sondern auch um die Schwerkraft und die Position des Menschen in Zeit und Raum. Damit schließt sich Downsbrough Überlegungen von Künstlern wie On Kawara, Stanley Brouwn oder Giovanni Anselmo an.

Peter Downsbrough hat in seinem Gesamtwerk ein stark reduziertes visuelles Vokabular entwickelt, das er einsetzt, um den jeweiligen Raum in einer sehr persönlichen und präzisen Art zu erforschen. Sein Material besteht aus Buchstaben, Linien, Schnitten und Zwischenräumen. Er setzt haftende Buchstaben ein und formt Konjunktionen, Präpositionen, Verben und/oder Substantive, welche er dann an Wänden, Fußböden und/oder Decken platziert. Linien, die er mit Gewebeband zieht, betonen bestimmte architektonische Elemente. Metallrohre, die frei im Raum stehen und manchmal auch an der Wand angebracht sind, akzentuieren den jeweiligen Raum. Bereiche, die schwarz angemalt oder von Linien begrenzt sind, werden bei bestimmten Gelegenheiten ebenfalls eingesetzt. Im Zusammenspiel mit den Linien und Worten heben sie die architektonischen Besonderheiten von Innen- und Außenräumen hervor.

Diese rigorose Auseinandersetzung mit Raum und Räumlichkeit setzt Peter Downsbrough in seinen Büchern, Modellbauten, Fotografien, Videos und Zeichnungen fort. Sie alle offenbaren eine gesteigerte Kohärenz, die von einigen Experten und Kunstkritikern in der Minimal Art und Konzeptkunst-Bewegung verortet wird. Im Laufe der Zeit wurden die räumlichen Interventionen mit den parallel verlaufenden vertikalen Rohren oder den kurzen Stäben mit Wörtern, Linien und Flächen komplementiert. Konjunktionen wie AS, IF, BUT, FROM, AND, AB, UND, ZU, ET, OU, MAIS… haben eine Doppelfunktion: Sie sind zum einen ikonografische Zeichen, die den Raum beschreiben. Darüber hinaus eröffnen sie dem Betrachter auch die Möglichkeit, sich von einem Gedanken zum nächsten zu bewegen. Eine Konjugation ist nämlich ein Wort, das weder dekliniert noch konjugiert werden kann. Sie etabliert eine Verbindung zwischen einzelnen Sätzen oder Satzteilen.
"Mit dem Wort nimmt man Teil an einem Dialog, einem Diskurs über dessen genauer Bedeutung", erklärt Peter Downsbrough. "Das Wort ist für mich ein Objekt. Es verfügt sowohl über eine exakte und eine schwer zu fassende Bedeutung. Ein Wort ist ein ganzes Universum, mit dem man sich auseinandersetzen muss. Dabei gibt es allerdings keine obligatorisch festgelegte Art der Deutung."

Der amerikanische Künstler Peter Downsbrough (geb. 1940, New Jersey, lebt und arbeitet in Brüssel) studierte Kunst und Architektur und gehört zusammen mit Sol LeWitt, Robert Barry und Lawrence Weiner zur Generation der ersten Konzeptkünstlern, die Bücher in ihr Werk miteinbezogen. Seit 1972, mit dem Erscheinen seiner ersten Publikation, bilden die Bücher, in denen Downsbrough neben Texten und einzelnen Wörtern, Linienzeichnungen und später geographische Karten und Fotografien von urbanen Landschaften abbildet, einen wichtigen Bestandteil in seinem Gesamtwerk. Dazu erschien kürzlich die Publikation "Peter Downsbrough: The Books, 1968-2010" (Hatje Cantz, 2011), begleitend zur gleichnamigen Ausstellung mit allen veröffentlichten Künstlerbüchern, kuratiert von Moritz Küng im deSingel, international arts campus, in Antwerpen. Sein aktuelles Buch "Shifting Places" (2011, Leuven University Press, Belgien), mit einem Text von Alexander Streitberger, bietet zum ersten Mal einen tiefen Einblick in das fotografische Werk des Künstlers.

Peter Downsbroughs Arbeiten sind in internationalen Sammlungen, wie dem MACBA, Museu d’Art Contemporani, Barcelona, und dem SMAK, Stedelijk Museum voor Aktuele Kunst, in Gent, vertreten. Bereits seit Anfang der 1970er Jahre werden seine Werke auf zahlreichen Ausstellungen weltweit gezeigt, zuletzt 2010 u. a. in der Ausstellung "A Bit of Matter and a Little Bit More. The Collection and Archives of Herman and Nicole Daled 1966-78" im Haus der Kunst, München und in "Spatial City: An Architecture of Idealism" im Museum of Contempory Art Detroit. Von September bis November wird sein Werk in der Gruppenausstellung "Die Fünfte Säule / The Fifth Column" in der Wiener Sezession zu sehen sein, zu der zusätzlich eine Künstlerpublikation erscheint.

DC BONUS
9 SEPT – 22 OKT 2011

Gemeinsame Sonderausstellung der Galerien Schmidt Maczollek, Michael Wiesehöfer, Thomas Zander anlässlich der DC OPEN im Forum für Fotografie, Schönhauser Str. 8, 50968 Köln