Galerie Thomas Zander

Double Elephant 1973-74

Double Elephant 1973-74

albuquerque, new mexico by garry winogrand

Garry Winogrand

Albuquerque, New Mexico, 1958

Price on Request

new york city by lee friedlander

Lee Friedlander

New York City, 1966

Price on Request

main st., ossining, new york by walker evans

Walker Evans

Main St., Ossining, New York, 1932

Price on Request

un poco alegre y graciosa by manuel alvarez bravo

Manuel Alvarez Bravo

Un poco alegre y graciosa, 1942

Price on Request

Friday, September 5, 2014Saturday, November 1, 2014

Schönhauser Straße 8, 2nd Floor
Cologne, 50968 Germany

Freitag, 5. September, 18 Uhr
Ausstellungseröffnung anlässlich der DC Open

Samstag, 6. September, 16 Uhr
Einführung von Dr. Heinz Liesbrock, Direktor des Josef Albers Museums, Bottrop

Die Galerie Thomas Zander präsentiert in ihrer aktuellen Ausstellung erstmals Landschaftsdarstellungen von Lee Friedlander und Pierre Bonnard im Dialog. Im Zentrum der Ausstellung steht der fotografische Blick über die Grenzen verschiedener Epochen und Medien hinweg. Während Lee Friedlander (geb. 1934 in Aberdeen, Washington) unmittelbar mit der Fotografie arbeitet, thematisiert der französische Künstler Pierre Bonnard (1867 in Fontenay-aux-Roses - 1947 in Le Cannet) in seinen Zeichnungen wesentliche Aspekte des fotografischen Gestus. Beiden Künstlern gemein ist das Thema Landschaft als ein zentrales Sujet ihres Schaffens.
Seit über 50 Jahren fotografiert Lee Friedlander Städte, Landschaften und Straßenszenen als Manifestationen einer amerikanischen Lebenswelt. Betrachtet durch das Auge des Fotografen werden die namenlosen Landschaften zu Orten, deren Charakter durch die subjektive Wahl des Bildausschnitts bedeutungsvoll erscheint, wenngleich er nur ein vom Künstler bestimmtes Detail der Wirklichkeit zeigt. Kompositorisch handelt es sich um komplexe Darstellungen, die sich Kontraste und Schattenstrukturen zunutze machen und deren Spannung sich nie aufzulösen vermag.
Wie Friedlander fand auch Bonnard seine Motive in der freien Natur. Viele Zeichnungen entstanden als „Schnappschüsse“ des französischen Südens und dienten als Vorlagen für seine postimpressionistischen Gemälde. In den Werken beider Künstler kommt das Festhalten der Landschaft ihrem Entdecken gleich, während das Ausschnitthafte als Teil einer übergeordneten künstlerischen Vision wirkt. Darüber hinaus verbindet sie ihr unkonventioneller und authentischer Stil, der ungeschönte Landschaften des jeweiligen Heimatlandes hervorbringt und Bilder dauernder Gültigkeit entstehen lässt, die beim Betrachter den Eindruck hinterlassen, die Dinge mit eigenen Augen gesehen zu haben.

Die Ausstellung im Second Floor ist vier ikonischen Portfolios gewidmet, die Lee Friedlander 1973-74 bei der New Yorker Double Elephant Press herausgab. Mit Manuel Álvarez Bravo, Walker Evans, Garry Winogrand und Friedlander selbst versammeln sie einige der einflussreichsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Die vier in limitierter Auflage produzierten Portfolios enthalten je fünfzehn Fotografien, die die Bildsprache der Künstlers destillieren und von Walker Evans treffend als „seltsam erfrischend, ungezwungen eindrucksvoll und unberechenbar abenteuerlich” beschrieben wurden. Die Ausstellung ist eine Hommage an dieses einzigartige kollaborative Projekt, das zu einem Meilenstein der Fotogeschichte avancieren sollte. Namensgebend ist dabei der Begriff Double Elephant als Synonym für Materialien höchster Qualität, die für die Fertigung der Portfolios ausgesucht wurden.
Museen, Galerien und Universitäten angekommen. Die ausgestellten Aufnahmen bilden nicht zuletzt wichtige Stationen auf diesem Weg. So waren die Arbeiten Friedlanders und Winogrands 1967 Teil der MoMA Ausstellung New Documents, die eine neue Richtung dokumentarischer Fotografie benannte. Im Bewusstsein über die künstlerischen Mittel des Mediums verschrieben sich die Fotografen alltäglichen, persönlichen Motiven mit dem Ziel, die Welt zu beobachten, statt sie reformieren zu wollen. Sowohl die überbordende Energie in Winogrands Aufnahmen als auch die lakonischen Kompositionen Friedlanders gehen zurück auf Walker Evans’ prägenden Einfluss auf die Bildkultur Amerikas seit den 1930er Jahren, als ihm die erste Soloschau eines Fotografen im Museum of Modern Art zuteil geworden war. Auch Evans’ Zeitgenosse, der große mexikanische Fotograf Manuel Álvarez Bravo porträtiert mit einem surrealistischen Impuls die Erfahrungen seines Landes auf intime und gleichzeitig transzendierende Weise. Klar und dennoch vieldeutig sind ihre Werke, und verleihen damit den Widersprüchen des modernen Lebens, der Suche nach Wahrheit und dem Wunsch nach Poesie Ausdruck.