Galerie Thomas Zander

Dieter Meier

Dieter Meier

janet ellis by dieter meier

Dieter Meier

Janet Ellis, 1976

jumps by dieter meier

Dieter Meier

Jumps, 1974

Friday, September 7, 2012Friday, November 2, 2012


Cologne, Germany

Dieter Meier
7. September - 2. November 2012

Fr 7. Sept, 18:00 Eröffnung / opening & book signing
Sa 8. Sept, 16:00 Einführung / introduction by Dr. Harald Falckenberg

Die Galerie Thomas Zander freut sich, erstmals eine umfassende Werkschau mit Arbeiten des Schweizer Künstlers und Musikers Dieter Meier zu zeigen. Im Anschluss an die jüngsten, namhaften Ausstellungen der Sammlung Falckenberg in Hamburg und des ZKM Karlsruhe präsentiert die Galerie Thomas Zander eine umfangreiche Auswahl an künstlerischen Arbeiten aus den unterschiedlichen Schaffensphasen des Konzept- und Performancekünstlers. Neben frühen Experimentalfilmen und dokumentierten Performances sind auch Zeichnungen und Fotografien zu sehen, die zwischen den 1960er Jahren und 2011 entstanden sind und die enorme Vielfalt seines Oeuvres repräsentieren.

Einem breiten Publikum ist Dieter Meier verstärkt aus dem Musikkontext bekannt. Gemeinsam mit Boris Blank gründete er Anfang der 1980er Jahre das Musikprojekt YELLO, das heute neben Kraftwerk zu den Wegbereitern der elektronischen Musik zählt. Darüber hinaus war Dieter Meier als Film- und Videoclip-Regisseur tätig. Seine eigentliche Tätigkeit als bildender Künstler reicht zwar bis in die späten 1960er Jahre zurück, blieb aber lange Zeit wenig beachtet. Seit den letzten Jahren wird diesem Schaffensbereich letztlich eine größere Aufmerksamkeit zu Teil.
Inhaltlich ist das künstlerische Werk Dieter Meiers vor allem durch ein bedeutendes Thema geprägt: die Inszenierung des Scheiterns. Die mehrteiligen Werke Lost Sculptures und Lost Pieces, beide aus dem Jahr 1976, zeigen dies anschaulich und offenbaren den Humor des Schweizer Künstlers. Für Lost Pieces fertigte Dieter Meier aus Puderzucker geformte Skulpturen an, die er bald darauf wieder zerstörte, übrig bleiben die fotografischen Dokumentationen der Aktion. Mit seinen Werken unterläuft er stets die Erwartungshaltung des Publikums und ironisiert die verzweifelte Suche nach Sinn – künstlerische Bedeutungsmuster werden ad absurdum geführt.
Immer wieder ließ sich Dieter Meier zu Aktionen auf öffentlichen Plätzen inspirieren, die durch die unmittelbare Auseinandersetzung mit unbeteiligten Passanten geprägt waren, so auch in seiner Serie Given Names von 1976. Diese anekdotischen Fotografien zeigen Personen auf der Straße, denen der Künstler eigene, erfundene Namen gab, die zu ihrem Erscheinungsbild zu passen schienen und Fragen nach dem äußeren Ansehen eines Menschen und vorschnellen Urteilen aufwerfen. Um performative Aspekte von Identität geht es auch in dem dreiteiligen Werkkomplex Remarkable Men (1974-2012). 1974 entwickelte Dieter Meier unter dem Titel Personalities eine Reihe von Charakteren, die er in Schwarz-Weiß-Fotografien selbst verkörperte. Die entstandenen Porträts nahm er 2005 wieder auf und fertigte aktuelle Farbfotografien seiner Charaktere an, mit dem Titel As Time Goes By. Ein kurzer biografischer Text ergänzt die beiden Porträt-Fotografien und verknüpft das künstlerische Genre des Porträts mit der literarischen Form der Biografie. Den dritten Teil des Werkkomplexes bilden Kurzfilme aus dem Jahr 2012, die erstmals in der Galerie Thomas Zander zu sehen sind. Diese aktuellen filmischen Dokumentationen transportieren die Personen in die Gegenwart und zeigen ihre berufliche und persönliche Entwicklung auf. Thematisch fokussiert dieses Werk nicht nur die Performanz, sondern auch Erwartungshaltungen an das geteilte Bild vom Künstler in der Gesellschaft. Muss er die Anschauung der eigenen Person im Laufe seiner Karriere konsequent aufrechterhalten oder sollte er eine sich stets wandelnde Rolle einnehmen?
Für 29 Pictures within 5 minutes, London, 14-Oct-1970, 17:00 – 17:05 in front of Victoria and Albert Museum aus dem Jahr 1970, fertigte er 29 Fotografien von einer feststehenden Ansicht einer Parkbank vor dem Victoria und Albert Museum an und zeigt mit dieser scheinbar sinnlosen Aktion einen radikalen und zugleich absurden Situationismus. Aus heutiger Sicht repräsentiert diese Serie von Schwarz-Weiß-Fotografien nicht nur eine überzeugende, konzeptuelle Arbeit, sondern ist, wie viele weitere seiner Werke, als Zeitdokument mit gesellschaftlicher Relevanz zu lesen.

Die kürzlich erschienene, umfangreiche Monografie "Dieter Meier Works 1968-2011 and the Yello Years" ist inklusive Werkverzeichnis und DVD während des Book Signings in der Galerie Thomas Zander erhältlich.

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DC Open 2012

Anlässlich von "Düsseldorf Cologne Open Galleries 2020" haben wir an folgenden Tagen verlängerte Offnungszeiten:

Freitag, 07.09.2012 (18 – 22 Uhr)
Samstag, 08.09.2012 (12 – 20 Uhr)
Sonntag, 09.09.2012 (12 – 18 Uhr)
www.dc-open.de