Galerie Ewald Karl Schrade Karlsruhe & Mochental

Christopher Lehmpfuhl, Dietrich Klinge: Im Dialog Malerei und Plastik (Schloß Mochental)

Christopher Lehmpfuhl, Dietrich Klinge: Im Dialog Malerei und Plastik (Schloß Mochental)

Sunday, March 24, 2013Sunday, June 2, 2013


Ehingen, Donau, Germany

Christopher Lehmpfuhl,Dietrich Klinge: Im Dialog Malerei und Plastik

Christopher Lehmpfuhl - Von Speyer bis zum Bodensee
Dietrich Klinge - Sitzfiguren, Bronze

Die Ausstellung wird am Sonntag, 24. März 2013, um 11 Uhr mit einem Werkgespräch eröffnet.

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Galerie Schrade,

in dieser Ausstellung entsteht nicht nur ein Dialog zwischen zwei Kunstpositionen, sondern auch ein Wechselspiel zwischen zwei Genres - Malerei und Plastik. Die gestischen Bilder Lehmpfuhls, die einen zeitlichen Moment, eine Situation einfangen, werden den zeitlosen Figuren Dietrich Klinges gegenübergestellt, die wie aus der Erinnerung geboren scheinen. Sie lassen den Eindruck entstehen, die Zeit sei eingefroren.
Beide Künstler erforschen in Ihren Arbeiten die Natur, das Figurative. Lehmpfuhl beschäftigt sich dabei hauptsächlich mit Landschaften, mit Architektur und nur selten bezieht er Menschen in seine Bilder ein. Er fängt bei seiner Pleinair-Malerei die Stimmung ein, die ihn umgibt, von strahlendem Sonnenschein bis hin zu stürmischem Unwetter und lichtdurchfluteten Räumen. Dietrich Klinge hingegen setzt sich mit der Figur des Menschen auseinander, jedoch nicht um sie naturalistisch wiederzugeben, sondern sie auf ihre elementarsten Formen zu reduzieren. Als ganze Figur, sitzend oder stehend, als Torso, Kopf oder Hand strahlen seine Figuren archaische Erhabenheit aus.
Dietrich Klinge fertigt aus Holz, wenn nötig mit der Kettensäge, Modelle, die als Positive für Abformungen dienen. Die aus diesen Negativen hergestellten Bronzegüsse patiniert er so, dass eine Ähnlichkeit mit dem Ausgangsmaterial - Holz - besteht. Die Bronzefiguren mit ihrer haptischen, schroffen Oberfläche erinnern an das Ausgangsmaterial und damit an die Natur.

Eine haptische Bildoberfläche lässt sich auch bei Christopher Lehmpfuhl finden. Sie entsteht durch die dick mit den Händen aufgetragene Ölfarbe. Der dick-pastose Farbauftrag gibt seinen Bildern einen skulpturalen Charakter. Von nahem sieht der Betrachter nur abstraktes Relief, von weitem kristallisiert sich klar das Motiv.

Dynamik und Ruhe treffen in dieser Ausstellung aufeinander, jedoch sind sowohl die Bilder Lehmpfuhls als auch die Plastiken Klinges, von innerer Kraft geprägt. Über Ihren Besuch würde ich mich sehr freuen.

Ihr Ewald Schrade