Christine Streuli / Jörg Sasse

Christine Streuli / Jörg Sasse

flash by by christine streuli

Christine Streuli

flash by, 2012

sun dried by christine streuli

Christine Streuli

Sun dried, 2012

Saturday, November 10, 2012Saturday, January 26, 2013


Düsseldorf, Germany

Christine Streuli / Jörg Sasse

10. November 2012 - 26. Januar 2013

Eröffnung im Rahmen des gemeinsamen Galerienwochenendes in der Calstadt:
Freitag, 9. November, 18-21 Uhr

In der Ausstellung Christine Streuli, Jörg Sasse in der Galerie Rupert Pfab gehen die Schweizer Malerin und der in Berlin lebende Künstler eine Kooperation ein. Anlass ist die strukturelle Vergleichbarkeit in der Herangehensweise an eine Bildwirklichkeit. Hier finden beide Künstler zusammen, denn ihre Werke treffen sich sowohl auf der formalen Gestaltungsebene, als auch durch die Verwendung abstrahierter Formen. Gemeinsam ist beiden, dass sich die Bilder auf einem schmalen Grat zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion bewegen. Stets öffnen sich Assoziationsräume, die Erinnerungen an Bilder wachrufen, von denen man glaubt, sie schon gesehen zu haben.
Christine Streuli, 1975 in Bern geboren, studierte bis 2001 an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich und an der Hochschule der Künste in Berlin. Christine Streuli vertrat die Schweiz 2007 bei der 52. Biennale in Venedig. Ihre Werke wurden in zahlreichen Museen ausgestellt, darunter im Kunsthaus Zürich, im Kunsthaus Aarau oder im Oldenburger Kunstverein. 2013 werden das Kunstmuseum Luzern und das Haus am Waldsee, Berlin, Einzelausstellungen der Künstlerin zeigen.
Eine fast übersteigerte Farbigkeit, sich durchschneidende Ebenen, gemalte Ornamente, die den unterschiedlichsten Kulturen und Zeiten entspringen, kennzeichnen die Leinwandbilder der Malerin. Die Quellen für die Strukturen und Formen reichen dabei von afrikanischen Stoffmustern, Schriftzeichen und Bauverzierungen bis hin zur Alltagskultur und zum Pop. Dabei bewegen sich ihre Werke von der Gegenständlichkeit weg, hin zu einer annähernden Abstraktion. Lediglich die Titel verweisen auf ehemals Gegenständliches. Obwohl die Bilder gemeinhin als Gemälde bezeichnet werden, greift sie nur selten zum Pinsel, sondern nutzt stattdessen verschiedenste Techniken, wie das Schütten, Spritzen oder Sprühen von Farbe. Sie arbeitet mit Rechen, Spachtel und Schablonen und bedient sich drucktechnischer Verfahren.
Jörg Sasse, 1962 in Bad Salzuflen geboren, studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Bernd Becher. 1987 wurde er sein Meisterschüler. Die Werke des Künstlers sind in zahlreichen Museumssammlungen vertreten. Einzelausstellungen hatte er unter anderem im Kunstmuseum Bonn, in der Kunsthalle Bremen, im Museum Kunstpalast Düsseldorf und zuletzt bei C/O Berlin. Jörg Sasse lehrte von 2003-2007 als Professor für Dokumentarfotografie an der Universität Duisburg-Essen. Zur Zeit sind Werke Jörg Sasses in der Ausstellung PRIVAT in der Schirn Kunsthalle Frankfurt (1. November - 3. Februar 2013) zu sehen.
Sasses Medium ist die Fotografie. Nur gelegentlich verwendet er eigene Aufnahmen, vielmehr greift er auf gefundene Fotos, von Flohmärkten oder im Internet erworben und von Laien aufgenommen, zurück.
Kategorisiert und neu kontextualisiert schafft er einen Fundus von Bildern, die er digital bearbeitet. Durch die Transformation entstehen Irritationen, da er Perspektiven aufhebt, Flächen betont oder Strukturen das Bild dominieren lässt. Immer geht es ihm um ein Bild und nie um eine konkrete Abbildung von etwas. Er führt in seinen Bildern einen Diskurs über die Frage der Abbildbarkeit und der Informationen, die das Gezeigte liefern. Er unterstellt die Fotografie den Prinzipien der Malerei und reflektiert die Verarbeitung von digitalen Bildwerken.
In der Ausstellung zeigt er auch Stillleben, die er seit den 1980er Jahren aufnimmt. Durch die Präsentation im Block entstehen Bezüge zwischen den einzelnen Werken.

Während bei Christine Streuli Bildtitel einen Hinweis auf ehemals Gegenständliches geben, bestehen bei Jörg Sasse die Titel aus einem vierstelligen Zahlencode, der zufällig bestimmt wird und in keinem Zusammenhang zum Werk steht. Bei den Stillleben verweist der Code auf Datum und Ort der Aufnahme.
Gemeinsam teilen die beiden Künstler eine Form der Abstraktion, welche die selbstbezüglichen Qualitäten der Bildfläche akzentuiert. Es geht den Künstlern um Bilder, die auf das verallgemeinerbare visuelle Gedächtnis referieren. Die Oberfläche der Gemälde und Fotografien trotzt mit ihrer farbigen Tiefe der bunten visuellen Überfrachtung des Alltags.