Galerie Richard Ruberl

Diego Ferrari

Diego Ferrari

national theatre ii by diego ferrari

Diego Ferrari

National Theatre II, 2010

the suspension of consciousness by diego ferrari

Diego Ferrari

The Suspension of Consciousness, 2012

Thursday, June 5, 2014Saturday, July 5, 2014 (Opening Reception: Thursday, June 5, 2014, 4 p.m. (EST))

Himmelpfortgaße 11
Vienna, 1010 Austria

„Das Bild entsteht durch die Resonanz von Raum und jenen, die ihn bewohnen.“Diego Ferrari, 2013

So beschreibt Diego Ferrari die Bilder dieser Ausstellung. Es ist für ihn aber nicht genug, nur zu zeigen, wie Menschen in und mit der Stadt leben. Er führt den Gedanken weiter, denn Diego Ferraris Arbeiten sind das Ergebnis von Performances, von meist sehr körperlichen Bewegungsabläufen, die vor der Kamera von Will Dickie durchgeführt werden. Ferrari ist dabei aber mehr als ein Dokumentarist des Geschehens. Bekommt man die Möglichkeit, ihn dabei zu beobachten wie er arbeitet, sich selbst in die Szene begibt und damit Teil der Performance selbst wird, wird klar, dass ein reines „Abfotografieren“ dessen, was stattfindet, nicht sein Ziel ist. Er beschreibt dies als „Performing Photography“, also einerseits als Fotografie aufführen oder darbieten und andererseits als Fotografie, die selbst “performt“, also aufgeführt wird. Der Akt des Fotografierens ist dabei für ihn selbst physisch wie psychisch fordernd. Diese Praxis betreibt Ferrari seit seinen Anfängen.

Ferrari ist primär Künstler, der sich die Fotografie als sein Medium ausgesucht hat. Als Absolvent der Goldsmiths, University of London, macht er sich zu einer besonders kreativen Zeit mit seinen Mitstudierenden - darunter auch die Young British Artists um Damien Hirst, Sarah Lucas oder Gary Hume - die Kunst als Mittel zum persönlichen Ausdruck zunutze. In dieser frühen Zeit entwickelt Ferrari eine eigene fotografische Technik und fotografiert mit einer umgebauten 35mm Kamera. Bereits in den damit entstandenen KünstlerInnenporträts – unter anderem von Gary Hume, Bob und Roberta Smith und auch Hermann Nitsch – lässt sich der performative Ansatz Ferraris erkennen. Statt zu dokumentieren, kreiert er und bestimmt durch seine Präsenz und Arbeit mit der Kamera die Szene mit.

Vernissage

Donnerstag 5. Juni 2014, ab 16.00 Uhr
im Rahmen des Wiener Innenstadt Galerienrundgangs

GASKET Gallery hat Diego Ferraris Arbeiten 2013 in zwei Ausstellungen in London gezeigt und präsentiert nun erstmals acht seiner Arbeiten in der Galerie Ruberl in Wien.

Der Körper - Die Elemente - Die Stadt.

Am Schnittpunkt von Architektur, Performance und Fotografie beschäftigt sich Diego Ferrari mit der Position des Menschen im urbanen Raum und der wechselseitigen Beziehung der beiden. Es geht um die Verschränkung der performativen Fotografie mit der Performance selbst. Der Körper steht im Mittelpunkt, das Individuum innerhalb der Großstadt. Ferrari hinterfragt dabei seine und damit unsere Position und Möglichkeiten im Stadtraum. Mal ist dies bedrückend, mal hoffnungsvoll, rätselhaft oder surreal. Denkanregungen sind hingegen immer gegeben.
Seine Fotos haben dabei etwas Traumhaftes, etwas Rätselhaftes. Die Farbgebung, der Hintergrund - meist durch die Geometrie der Architektur geprägt - und die Person, die immer im Mittelpunkt steht fügen sich dabei so zusammen, dass man nie sicher sein kann, ob das was da passiert, tatsächlich so passieren kann.

„Die Stadt ist der Mittelpunkt menschlichen Lebens im 21. Jahrhundert. Daher ist unser Umfeld die urbane Landschaft, in der wir leben. Wir müssen die Städte in denen wir leben neu beurteilen, indem wir uns mit dem Dialog unserer subjektiven Erfahrung des alltäglichen Lebens und unserer physischen Umgebung auseinandersetzen. Dies kann durch kreative oder konzeptionelle Aktionen geschehen, die uns dabei helfen, unser Empfinden von Zeit und Raum zu überdenken - aber auch, wie wir unsere Körper physisch und psychisch mit dem Raum in Beziehung setzen. Dem Stadtraum, dem Raum unseres sozialen Bewusstseins." Diego Ferrari 2013

Der gebürtige Argentinier Diego Ferrari (geboren 1965) ist Künstler und Fotograf. Nach einem Studium in Barcelona, einem BA in Fine Art an der Goldsmiths, University of London und schließlich einem Masterstudium in Kunst & Architektur am Kent Institute of Art & Design arbeitet Ferrari heute an eigenen internationalen Projekten. Sein Interesse gilt dem Körper, dem Menschen, seinem Tun und wie er sich mit der Stadt auseinandersetzen kann. Diego Ferrari unterrichtet unter anderem an der Escola Elisava in Barcelona, an der Enric Miralles Foundation in Barcelona und am Central Saint Martin's College of Art sowie an der Kingston University, London.

Ferrari bezeichnet sich als "Außenseiter" in der Stadt, einen "Einwanderer" ins Urbane - als jemand, der vom ländlichen in den städtischen Raum gezogen ist. Diese besondere Stellung ermöglicht es ihm, die Beziehung des Körpers eines Individuums mit den Werten, Eigenheiten und Charakteristiken der Stadt besonders zu beleuchten. Es ist auch dieses "Entdecken" und "Erforschen" des Rätselhaften und vielleicht einfach Unverständlichen, das seine fotografischen Arbeiten so spannend macht.

Weitere Infos unter:
www.diegoferrari.com oder www.gasket-gallery.com