SEO 'Zwoelf Quadrate gegen den Krieg'

SEO 'Zwoelf Quadrate gegen den Krieg'

flucht by seo

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Flucht, 2010

crossways against the war by seo

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Crossways against the war, 2010

verlust der unschuld by seo

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Verlust der Unschuld, 2010

Friday, October 8, 2010Saturday, November 13, 2010


Berlin, Germany

SEO
Zwoelf Quadrate gegen den Krieg

Eröffnung/Opening: October 8, 2010 - 19.00 Uhr/7pm
Dauer/duration: October 8 - November 13, 2010

Die 1977 in Gwangju / Korea geborene und vielfach preisgekrönte Künstlerin hat sich nach ihrem Abschluss als Meisterschülerin von Georg Baselitz an der Berliner Universität der Künste einen rasanten Aufstieg in der deutschen und weltweiten Kunst erarbeitet. Neben vielen anderen Sammlungen gehören auch neun ihrer Werke dem Museum of Modern Art in New York. Mit dem Zyklus Zwoelf Quadrate gegen den Krieg zeigen die Galerien Michael Schultz und schultz contemporary eine Sequenz von Bildern, die zuvor in zwei vielbeachteten Einzelausstellungen mit dem Titel Without Words im Today Art Museum in Peking und in ihrer Heimatstadt Gwangju ausgestellt waren.

Anders als in täglicher, inzwischen gewohnter medialer Berichterstattung über weltweit schwelende Konflikte werden wir von SEOs Blick ganz unmittelbar an die sehr privaten Konsequenzen solcher Konfrontationen herangeführt. Mittels sensibelster Technik, doch gnadenlos durch ihr direktes Ausleuchten der kriegerischen, für alle Beteiligten oft lebenslangen Auswirkungen lässt das ihre künstlerische Aussage so dauerhaft stehen. Sie konfrontiert uns mit Situationen, deren Inhalte sie nicht kunstvoll umschreibt oder nur andeutet, sondern vielmehr mit so impulsiver Entschlossenheit und Schärfe vorstellt, dass sie kaum kommentierungsbedürftig sind. Sie zeigt uns die Verlierer der globalen Konflikte, die oft über mehrere Generationen hinweg die tragischen Auswirkungen der Kriege zu tragen haben und stellt dies in einzelnen, sehr persönlichen Situationen dar. SEOs Kunst führt uns den geschundenen Menschen radikal und real vor Augen.

Die Künstlerin hat uns in diesem Zyklus konsequent keine Möglichkeit gelassen, ihren Gemälden voller erschreckender Botschaften inhaltlich zu entfliehen, auch wenn die bekannt zarte, hochaufwendige Technik davon ohne weiteres ablenken könnte. Dass sie aus einer Kultur kommt, in der Schlichtheit und Anmut als essentielle Kategorien gelten und nicht das wütende politische Statement, lässt uns noch genauer hinsehen und mitfühlen. SEO verleiht ihrer moralischen Empörung mit krasser Deutlichkeit Ausdruck und appelliert an die Einsicht einer mit Bildern zu diesem Thema oft überfütterten Öffentlichkeit, für die eine immer stärker gelenkte und selektive Kriegsberichterstattung zur täglichen Gewohnheit geworden ist.

SEO bedient sich wie in allen früheren Bildreihen anderer Thematik der ganz speziell von ihr entwickelten Technik: eine Fülle von übereinander applizierten Schichten aus kleinsten Seidenpapier-Schnipseln ist auf die Leinwand collagiert und wird im Wechsel der in sich fast transparenten Lagen mit Acrylfarben übermalt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.