Malgosia Jankowska

Malgosia Jankowska

zauberwald ii by malgosia jankowska

Malgosia Jankowska

Zauberwald II, 2014

Price on Request

Saturday, July 19, 2014Saturday, August 16, 2014

Mommsenstraße 34
Berlin, 10629 Germany

Folgen wir den Bildtiteln der Künstlerin („Zauberwald“, „Waldlichtung“, „Waldsee“, „Schwarzwald“), dann begeben wir uns umgehend in der Welt der Märchen und Sagen. Dennoch haben die Sujets nichts Erdrückendes, nicht die Schwere deutscher Herz-Schmerz-Geschichten. Sehnsucht und Liebe, wie wir sie aus den Werken Caspar David Friedrichs kennen. Das Schwarz-Weiß der Aquarell- und Filzstift Zeichnungen, vermittelt ein Grundgefühl, einen abstrakten Raum, ist aber auch frei von den Belastungen der politischen Gegenwart und nimmt damit den zwischen Pflanzen und Moos versteckten Figuren etwas von der Last, die sie zu tragen haben. Es braucht solcherlei Waldesdichte und konzentrierte Distanz. Sonst wäre das Gegenwärtige, das Schreckliche, gar nicht auszuhalten.

Die Linien der Künstlerin fließen als Strom in einem verdichteten Erfahrungsraum. Wald ist bei ihr Realität und Symbolisierung von Wirklichkeit gleichermaßen. Um das Unterbewusste und ihren Projektionen mit dem Universum zu verbinden, folgt sie ihren Linien. Malgosia Jankowska hat Zeichnungen und farbige Blätter geschaffen, die die Schönheit der Natur mit Besonnenheit sehen. Dass in der Idylle das Böse versteckt ist, merkt man. Erst auf den zweiten Blick. Teuflisch raffiniert wählt sie den Ton der Grimm’schen Märchen. Der deutsche Wald beglückt, der deutsche Wald verstört. Dort verlaufen sich Hänsel und Gretel, und vom Verlaufen zum Verlieren ist es nur ein kleiner Schritt. Allein unter Bäumen begegnen wir der eigenen Angst und manchmal den finstersten Gestalten: „Denn im Wald, da sind die Räuber“. Noch heute wird der Wald zum fremden, gefährlichen Ort und das Grauen ganz real. Aber er bietet auch Geborgenheit und Zuflucht. Etwas überspitzt ließe sich behaupten, der Wald ist, wenn nicht eine Erfindung der deutschen Romantik, dann doch die deutsche Seelenlandschaft schlechthin. Wie man hineinruft, so schallt es heraus. Manchmal sind in Malgosia Jankowskas Bildern nur die Stimmen der sich vor der Gesellschaft Versteckenden oder das Lachen der Wichtel zu hören, die den Wald zum Spielplatz machen.