Johanna Flammer: Zoom (schultz contemporary)

Johanna Flammer: Zoom (schultz contemporary)

green nodi by johanna flammer

Johanna Flammer

Green NODI, 2014

Price on Request

Saturday, July 19, 2014Saturday, August 16, 2014

Mommsenstraße 34
Berlin, 10629 Germany

In Ihrer Serie ‘Nodi‘ verwandelt Johanna Flammer das Medium der Collage so weit, dass sich dieses im fertigen Bild kaum mehr wahrnehmen läßt. Sie verbindet Acryl- und Ölmalerei mit fotografischen Elementen und Filzstift-Zeichnungen zu Kompositionen, die jedoch ganz losgelöst stehen von natürlichen Abbildungen, dem Diktat der Perspektive oder auch der Tradition des Unbewussten wie im Surrealismus. In der lateinischen und somit auch in der botanischen Sprache bedeutet das Wort ‘Nodi‘ Knoten. Sowohl in der Natur als auch in der menschlichen Kultur treten diese auf, als Nervenzelle, als Nahrhafte Knolle, als Geknüpftes oder im Haar.

Johanna Flammer arbeitet mit fotografischen Abbildungen von Frisuren, die sie in ihre abstrakt wirkenden Farblandschaften wie Knoten in Wurzelgeflecht einbindet. Auch sie sind Metapher für Einzelnes, das erst als Vielzahl seine Form darstellt. So wie jeder Strich Teil einer Komposition, wird erst aus vielen Haaren eine Frisur. In dieser Weise verschmilzt sie in ihren malerischen Collagen auch die Eigenschaften von Malerei und Fotografie. Befreit von ihrer konkreten Funktion und durch lineare Ergänzungen konkretisiert, verwandeln sich die Frisuren zu wurzelartigen Geflechten und gehen miteinander und mit dem Bildgrund eine neue Einheit ein. Zugleich sprießen diese konkreten bildnerischen Grundlagen wie Blätter aus der Basis der Farbfläche, ähnlich pflanzlichen Knoten, aus denen das Blattgrün an Ästen wächst. Johanna Flammer erschafft so durch ihre Verbindung von Farbe, Struktur und linearer Kraft mutierende Gebilde, die sich wie natürlich wachsende Strukturen im Arbeitsprozess selbst bestimmen.

In ZOOM, ihrer ersten Einzelausstellung in Berlin, widmet die Künstlerin sich verstärkt dem Sehvorgang und den vereinfachten technischen Möglichkeiten des Zoomens – dem Betrachten kleinster Welten und Zusammenhänge, die digitale Vergrößerungen auf vernetzte Mikrostrukturen inzwischen ermöglichen .

Johanna Flammer wurde 1978 in Wesel geboren. Sie schloss ihr Studium 2010 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Martin Gostner ab, und lebt und arbeitet in Düsseldorf.