Gary Kuehn: Five Decades

Gary Kuehn: Five Decades

black painting by gary kuehn

Gary Kuehn

Black Painting, 1972

Friday, November 15, 2013Saturday, December 21, 2013


Berlin, Germany

Gary Kuehn 'Five Decades' Eröffnung: Freitag 15. November 2013, 19 - 21 Uhr
Dauer der Ausstellung: 16.11. bis 21.12.2013

'Kunst zu machen ist eine eigene Art des Seins, die man selbst nicht hat – eine Befriedigung, die eine vollständige Erfahrung erst möglich macht. Kunst macht das Leben verständlich – Leben macht Kunst verständlich. Die erste Einstellung ist die des Künstlers, die zweite die des Betrachters.' (Gary Kuehn)

Bekannt ist der 1939 in Plainfield, New Jersey, geborene amerikanische Künstler Gary Kuehn eigentlich für seine Skulpturen aus den 1960er Jahren, die auf den ersten Blick wie Klassiker der Minimal Art wirken. Auf den zweiten Blick erzeugen sie aber in ihrer verspielten, persönlichen und oft widersprüchlichen Art eine überraschend subtile Spannung, die sich seit mittlerweile fünf Jahrzenten stringent durch sein umfangreiches Oeuvre zieht und eher in Richtung Abstrakter Expressionismus verweist.

Die Galerie Michael Haas zeigt ab Mitte November Werke Gary Kuehns aus den verschiedenen Schaffensphasen. Mit einem enormen Gespür für Materialität und handwerklichem Wissen um dessen Eigenschaften tüftelt Kuehn mit Holz, Metall, Gips, Polyester, Plexiglas, Aluminium und Stahl. 'Ich versuche alles Mögliche und gehe Risiken ein,' sagt er, 'denn ich mache Kunst wirklich nur, um Zusammenhänge herauszufinden.' Entgegen der unpersönlichen, industriellen Werken der Minimal Art zeugen Kuehns Arbeiten oft von Humor, persönlichen Fragestellungen und leben von den ihnen zugrunde liegenden Gegensätzen. So 'führen der Zwang des 'entweder oder' und der Druck des 'sowohl als auch' zu immer neuen Widersprüchen', wie Dorothea Zwirner 2006 schreibt. Das durch diese Antagonismen eröffnete Spannungsfeld in Kuehn Arbeiten erzählt mit einem hohem psychologischem Feingefühl vom Kräftemessen zwischen 'Loslassen und Festhalten, Befreiung und Beherrschung, Freiheit und Zwang, Expansion und Kapitulation' so weiter Dorothea Zwirner.

Was hält Dinge zusammen und was lässt sie wieder zerfallen? Wie wirken sich verschiedene Zustände auf einen Körper aus? Was bewirkt Druck und was führt zu Deformationen, zu Brüchen oder zu Verschmelzungen?

Der gelernte Stahlarbeiter, der jahrelang am Bau und als Dachdecker arbeitete, womit er sich sein Studium in den 1960ern an der Rutgers, The State University of New Jersey, finanzierte, ging 1979 mit einem DAAD Stipendium für ein Jahr nach Berlin. Hier entstand unter anderem seine Berliner Serie, die bereits 2009 in einer Einzelausstellung in der Galerie Michael Haas gezeigt wurden.

Im Rahmen der Ausstellung 'Gary Kuehn - Five Decades' wird am Eröffnungsabend das neue gleichnamige Buch vorgestellt, welches soeben im Verlag Hatje Cantz erschienen ist. Die Autorin Dorothea Zwirner gibt darin einen ausführlichen Überblick über das Schaffen des Künstlers aus den letzten fünf Jahrzehnten, von seinen frühen experimentellen Arbeiten bis hin zu seinen mittleren und jüngsten Werken, die einem breiteren Publikum noch weitgehend unbekannt sind. Ergänzt wird der Band durch zahlreiche Informationen sowie ein umfangreiches Interview des Künstlers mit Donna De Salvo, Chefkuratorin am Whitney Museum of American Art in New York.