Neuerwerbungen Moderner & Zeitgenössischer Kunst

Neuerwerbungen Moderner & Zeitgenössischer Kunst

untitled by sam francis

Sam Francis

Untitled, 1971

untitled by sam francis

Sam Francis

Untitled, 1970

landhaus mariahalde bei rorschach by gabriele münter

Gabriele Münter

Landhaus Mariahalde bei Rorschach, 1914

mädchen mit amaryllis by karl hofer

Karl Hofer

Mädchen mit Amaryllis, ca. 1936

Sunday, September 19, 2010Saturday, January 29, 2011


Düsseldorf, Germany

Am 19. September 2010 (bis 29. Januar 2011)
von 12.00 bis 14.00 Uhr auf der 3. Etage der Königsallee 22
eröffnet die GALERIE LUDORFF ihre neue Ausstellung HERBST 2010

In der breit gefächerten Gruppenausstellung wird eine große Anzahl neu erworbener Werke der Klassischen Moderne und der Zeitgenössischen Kunst erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Der deutsche Impressionismus wird durch zwei markante Straßenszenen des Berliner Malers Lesser Ury vertreten sein, dessen Interesse stets dem sich wandelnden Stadtbild und den unterschiedlichen Witterungsbedingungen am Tag und in der Nacht galt. Im Zentrum der Ausstellung stehen aber vor allem die Werke des Deutschen Expressionismus. Herausragende Arbeiten von Ernst Barlach, Käthe Kollwitz und zwei Aquarelle von Emil Nolde verdienen besondere Beachtung. Aus dieser Gruppe von Meisterwerken ragt das außergewöhnliche Aquarell Kutter im Hafen von Leba (1933) von Hermann Max Pechstein jedoch noch heraus. In seiner kräftigen Farbgebung und dem flüchtigen Pinselstrich markiert es deutlich die Loslösung Pechsteins vom früheren Stil der Malerei der ‚Brücke’. Es atmet die Energie der Landschaft an der Ostsee, die Pechstein sehr schätzte und die er in den Sommermonaten der 20er und 30er Jahre stets aufs Neue thematisierte.

Mit dem 1914 entstandenen Gemälde Landhaus Mariahalde bei Rorschach (1914) von Gabriele Münter ist es der Galerie Ludorff gelungen, ein seltenes, besonders frühes Gemälde der Künstlerin zu zeigen, das besondere Beachtung verdient. In der Region um Murnau hatte Münter mit ihren Wegge-fährten Kandinsky, Jawlensky und Werefkin den so typischen farbintensiven Stil des Blauen Reiters geprägt. Den Frühsommer des Jahres 1914 verbringen Münter und Kandinsky noch gemeinsam in Murnau. Nach Kriegsausbruch ist der Russe Kandinsky in Deutschland nicht mehr geduldet und sie brechen überstürzt nach München auf, um von dort ins Schweizer Exil zu gelangen. Im Örtchen Rorschach am Bodensee finden Sie vorübergehend eine neue Bleibe und beziehen die leer stehende Villa ihres Münchener Vermieters – unser Landhaus Mariahalde bei Rorschach. Das Gemälde entsteht in eben diesem ereignisreichen Jahr 1914, dem Jahr des Kriegsausbruchs und dem letzten gemeinsamen Jahr mit Wassily Kandinsky. Es zeigt das Haus, in welchem Münter und Kandinsky ihre letzten gemeinsamen Monate verbringen, bevor Kandinsky vorübergehend nach Russland zurück-kehren und Münter nach Skandinavien emigrieren wird. Das Gemälde muss aufgrund der malerischen Qualität und der großen biographischen Bedeutung als absolutes Spitzenwerk bewertet werden. Auch Münters Weggefährte Alexej von Jawlensky ist mit einem besonders stimmungsvollen Werk in der Ausstellung vertreten. Das farbintensive Bild Großes Stilleben: Rosen ‚Blau-Lila Harmonie‘ (1936) aus seiner Wiesbadener Zeit gehört zu einer Reihe von Stillleben mit Blumen, auf die sich Jawlensky in den 30er Jahren in seiner typischen, seriellen Arbeitsweise konzentriert. Trotz einer bereits stark ausgeprägten Arthritis gelingt es dem Künstler auch in unserem Bild seine positive Sicht auf die Dinge zu schildern. Eine Gabe, die sich der Künstler bis an sein Lebensende bewahrt hat. Karl Hofers atemberaubende Ikone Mädchen mit Amaryllis (1936) portraitiert ein junges Mädchen voller Anmut und doch voller innerer Verzweiflung ob der unwägbaren und schwierigen Lebensum-stände der damaligen Zeit.

Die zeitgenössische Kunst wird durch Werke der Berliner Maler Klaus Fußmann und Christopher Lehmpfuhl vertreten. Außerdem werden zwei sehr kleinformatige Werke von Gerhard Richter gezeigt. Das Gemälde Grün-Blau-Rot 789-38 gehört zu der wohl bedeutendsten Ölbildedition Richters, die er Anfang der 90er Jahre für die Züricher Kunstzeitschrift „Parkett“ entworfen hat. Besonders eindrucks-voll sind die starken Kontraste des leuchtenden Kolorits. Weitere zeitgenössische Preziosen von Sam Francis, Cornelius Völker und Jerry Zeniuk runden die Ausstellung ab.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit farbigen Abbildungen aller Exponate, der für EUR 20 in der Galerie oder auf der Internetseite www.ludorff.com erworben werden kann. Die Ausstellung kann von Dienstag bis Freitag von 10-18 Uhr und Samstag von 11-14 Uhr besichtigt werden.