Andy Coolquitt: This much

Andy Coolquitt: This much

j lol by andy coolquitt

Andy Coolquitt

J lol, 2014

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the lilac one by andy coolquitt

Andy Coolquitt

The Lilac One, 2013

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schtick by andy coolquitt

Andy Coolquitt

Schtick, 2013

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black fixture by andy coolquitt

Andy Coolquitt

Black Fixture, 2013

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this much by andy coolquitt

Andy Coolquitt

This much, 2001

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Friday, March 7, 2014Wednesday, May 7, 2014

Seilerstätte 16
Vienna, Austria

ANDY COOLQUITT
THIS MUCH


Eröffnung am Freitag den 7. März 2014 um 19 Uhr

Dauer: 8. Mär. 2014 - 4. Apr. 2014

Es spricht: Severin Dünser
(Kurator, 21er Haus)

Der Künstler ist anwesend.

Andy Coolquitt wurde 1964 in Texas geboren und lebt in Austin. Er studiert bei Paul McCarthy an der UCLA und ist wahrscheinlich am meisten für ein Haus in Austin bekannt, das er als Performance-, Arbeits- und Lebensraum seit 1994 kontinuierlich ausbaut. Und er sammelt Dinge von der Straße. Dinge, die andere wegwerfen oder zurücklassen: marginale Objekte aus öffentlichem Raum und Unorten. Der Künstler teilt das Zusammengetragene in Somebody-Mades und In-Betweens auf. Somebody-Mades sind anonyme, selbstgemachte Dinge, die mehr oder weniger nachvollziehbare Funktionen erfüllen. In-Betweens sind weder etwas noch nichts und werden meist als Rohmaterial für die Produktion von Legitimen Skulpturen benutzt. Aber der Status der Objekte ist nicht wirklich wichtig für die Rezeption. Es geht vielmehr darum, dass der Künstler an einem gewissen Punkt eine Entscheidung über ihre Entität fällen muss (und manchmal an einem gewissen Punkt wieder ändert). Was wichtiger ist, hat mit der Individualität dieser Dinge und der Sozialwelt, in der sie leben, zu tun. Diese autonomen Objekte sind nicht nur in ihrem Wesen fragil und brüchig, sondern hinterfragen auch Autorschaft und ihren eigenen Status. Das führt zu einer prekären Situation mit ihrem Nachleben als Exponate, obwohl die Objekte in ihrem Vorleben schon so etwas wie eine Öffentlichkeit hatten.
Diese Dinge sind in ihrer Komplexität als Objekte also schwierig. Um die Dinge noch komplizierter zu machen, bedient sich Coolquitt für die Präsentation seiner Sammlungen in Museen und Galerien bei Designkonzepten aus dem Einzelhandel und ergänzt seine Ausstellungen so um eine sozioökonomische Fragestellung. Nach den ästhetischen Strukturen dieser starken Metapher gefragt, nennt er drei Grundformen: Comme des Garçons (ein Minimal-Theater), Urban Outfitters (1950er-Künstlerloft-Stil) und die Heilsarmee (ein All-Over). Sie stehen für drei Stufen von Offenheit und Dichte. Wie im echten Leben beeinträchtigen sich diese Gegensätze auch in Coolquitts Ausstellungen. Sie können als Beeinträchtigung des autonomen und individuellen Objekts im ästhetischen Feld gelesen werden, aber auch als Beeinträchtigung des individuellen Subjekts in ländlicher und urbaner Gesellschaft.
Für die Ausstellung in der Galerie Krinzinger arbeitet Andy Coolquitt nicht mit einem klinischen White Cube, sondern mit einem Raum mit Geschichte. In dessen Mittelpunkt standen einst nicht Kunstwerke, sondern Menschen, die hier ein Offizierskasino belebten. Es war also ein Lebensraum, und den versucht Coolquitt mit seiner Ausstellung als Ausgangspunkt für eine Setzung seiner Werke zu nehmen.
Schon bei früheren Werken wie „A nice soft place for meeting people“ von 2010, das als eine Art Kissen an der Wand montiert war, versuchte er etwas herzustellen, das Leuten eine Hilfestellung gibt, und das nicht nur im körperlichen sondern auch im sozialen Sinne. Weniger von Neurosen inspiriert als Wests Passstücke, geben seine Arbeiten hier in der Galerie nun Anlass sich über gesellschaftlichen und individuellen Gebrauchswert auszutauschen. Er hat seine Arbeiten hier „häuslich“ eingerichtet, bzw. so als ob sie hier häuslich wären. Sie oszillieren zwischen Funktion und Funktionalität und eröffnen so ein Spannungsfeld bzw. eine Bühne für die Besucher, die er selbst so beschreibt: „[A mise-en-scene] of many discrete objects placed either close enough to suggest a tableaux, or just out of reach to suggest a gap. This space in between is carefully considered as both a place of rest between objects (when you're looking at it), and a place in which the viewer could occupy (when you're in it).“
Severin Dünser