Isca Greenfield-Sanders ' A beautiful place to get lost' (Galerie Klüser 2)

Isca Greenfield-Sanders ' A beautiful place to get lost' (Galerie Klüser 2)

orange suit sleeper by isca greenfield-sanders

Isca Greenfield-Sanders

Orange Suit Sleeper, 2007

silver beach by isca greenfield-sanders

Isca Greenfield-Sanders

Silver Beach, 2008

sailboats by isca greenfield-sanders

Isca Greenfield-Sanders

Sailboats, 2009

Thursday, November 19, 2009Saturday, January 30, 2010


Munich, Germany

Am 19. November eröffnet die Galerie Klüser 2 ihre vierte Ausstellung mit aktuellen Arbeiten von Isca Greenfield-Sanders. Die 31-jährige New Yorker Künstlerin hat sich sowohl in Museums- als auch Sammlerkreisen fest etabliert und stellte bereits in bedeutenden Häusern wie dem PS1 Contemporary Art Center in New York aus. Das Museum Morsbroich in Leverkusen organisierte 2006 die erste deutsche Museumsausstellung für sie und ihren Vater, Timothy Greenfield-Sanders.

Isca`s Werke beeindrucken durch ihre atmosphärische Farbigkeit und anspruchsvolle Technik. In einem aufwändigen Prozess werden einfache Schnappschüsse künstlerisch verändert und neu gestaltet. Als Motivvorlage dienen der Amerikanerin typische Urlaubsfotos aus den 50er und 60er Jahren von ihr unbekannten Familien, die ihr anfangs eher zufällig auf einem Flohmarkt in die Hände fielen: „Ich fühlte mich von diesen Fotografien angezogen, trotz der Tatsache, dass sie `nostalgisch´ waren. Die Ruhe der Figuren, besonders der Badenden, erinnerte mich an die Bilder von Matisse – die Gruppenszenen erinnerten mich an Seurat...“ Ein wesentlicher Aspekt war dabei die ästhetische Reinheit der Fotos: “sie sind zeitlos, frei von Logos und Werbebildern und daher leichter zu verarbeiten“, erklärte sie in einem Interview.

Obwohl ihre Arbeiten den Schnappschuss-Charakter beibehalten, steckt dahinter ein technisch hochkomplexer Produktionsvorgang. Mehrere Photographien werden zuerst gescannt, dann digitalisiert und im Computer entsprechend ihren kompositorischen Vorstellungen zu einem neuen Bild zusammengefasst. Das Resultat druckt Isca Greenfield-Sanders auf Papier und nimmt weitere, malerische Veränderungen vor. Es entsteht ein neues, verdichtetes Bild, das nochmals gescannt und auf quadratische Reispapiere im Format von jeweils 17.5 x 17.5 cm gedruckt wird. Die einzelnen Elemente klebt sie dann rasterartig auf eine Leinwand, bevor sie abschließend das Werk mit Ölfarbe übermalt.

Als neues Element hat die Künstlerin in ihren aktuellen Bildern einen Hintergrund aus Blattgold eingeführt. Dies geht auf ihr großes Interesse an der byzantinischen Kunst zurück, als der Hintergrund in Gold gehalten wurde um ein ideale, raumlose Sphäre zu schaffen. Die Technik wurde in der 60er Jahren von Andy Warhol wieder aufgenommen, der seine Marilyn mit Hilfe des goldenen Hintergrunds in eine Art Heiligenstatus erhob und sie damit aus jeglichem konkreten zeitlichen und räumlichen Kontext löste.

Isca Greenfield-Sanders lebt und arbeitet in Manhattan und in den Hudson Highlands. Ihre Arbeiten befinden sich u.a. in der Solomon R. Guggenheim Collection, dem Brooklyn Museum / New York, dem Museum of Fine Arts / Houston, der Sammlung der Estée Lauder Corporation sowie im Museums Schloß Morsbroich in Leverkusen.