Galerie Karsten Greve, Cologne

Catherine Lee: Being Here / Being There

Catherine Lee: Being Here / Being There

white narcissi (quanta #46) by catherine lee

Catherine Lee

White Narcissi (Quanta #46), 2012

slipstream (quanta #34) by catherine lee

Catherine Lee

Slipstream (Quanta #34), 2012

sea of stones (quanta #42) by catherine lee

Catherine Lee

Sea of Stones (Quanta #42), 2012

red cadmium narcissi (quanta #47) by catherine lee

Catherine Lee

Red Cadmium Narcissi (Quanta #47), 2012

madder trumps green (quanta #44) by catherine lee

Catherine Lee

Madder Trumps Green (Quanta #44), 2012

china red (quanta #2) by catherine lee

Catherine Lee

China Red (Quanta #2), 2011

Friday, June 6, 2014Saturday, August 9, 2014

Drususgasse 1-5
Cologne, 50667 Germany

6. Juni – 9. August 2014

Vernissage am Freitag, 6. Juni 2014, 18–20 Uhr. Die Künstlerin ist anwesend.

Die Galerie Karsten Greve Köln freut sich, Werke der international renommierten US- amerikanischen Künstlerin Catherine Lee zu präsentieren.

Das Werk der 1950 in Pampa, Texas, geborenen Lee spiegelt ihre Auseinandersetzung mit den Grundideen abstrakter Formgebung wider. Es besticht durch die Vielfalt der verwendeten Materialien, umfasst es sowohl die monumentale Bronzeskulptur als auch die keramische Plastik und die klein- formatige Zeichnung auf Papier. Mittelpunkt der aktuellen Ausstellung bilden Gemälde, die in zeitlichem Abstand zueinander entstanden sind und doch die konstante Beschäftigung Lees nicht nur mit minimalistischen Kompositionsprinzipien, sondern auch mit den Phänomenen der Zeit und der Repetition, bzw. mit gleich bleibenden Vorgängen veranschaulicht. „My work is always serial, always repetitive; it’s a sort of marking of time, like a record of being in the world.“ (Lee)

Jüngst entstandene Gemälde, die alle zur Serie Quanta gehören, werden mit Arbeiten aus der Serie der Mark Paintings, zusammengeführt, die aus den 1970er Jahren stammen. Beiden ist das quadratische Format gemein, sowie die Aufteilung der Bildfläche in ein Raster. Das Raster begreift Lee als den Ausgangspunkt ihrer Malerei, welches sie – parallel zum Gitter der geografischen Daten in der Kartografie – als das einfachste Hilfsmittel zur Verortung begreift und für die Strukturierung der Bildfläche einsetzt. So befindet Lee: „It’s the most basic way of making order out of nothing.“

Lees künstlerisches Schaffen liegt immer in der aktiven Widerholung begründet. Der Akt des farbigen Auffüllens der einzelnen Zellen in der Gitterstruktur bringt sie mit multiplen Vorgängen in Verbindung: mit dem Verstreichen der Zeit, wobei die leeren Quadrate im Laufe der Zeit nach und nach an Farbqualität zunehmen. Zugleich ähnelt der gleichmäßige Auftrag von Farbschichten dem regelmäßig rhythmisierten und automatischen Ein und Aus der Atmung: der bewusst ausgeführte Pinselstrich wird zur existenziellen Geste. So wie die Zeit in Einheiten gegliedert ist, die sich zu Stunden, Tagen und Monaten addieren, so ist für Lee jedes Quadrat ähnlich, aber nicht gleich. Dabei versucht sie bewusst, autobiografische Spuren und die damit verbundene Lesbarkeit des Gemäldes zu vermeiden, die durch eine lineare, narrative Vorgehensweise zustande kommen. Statt wie beim Schreiben einer von oben nach unten, rechts nach links verlaufenden Bewegung zu folgen, in der Unterbrechungen und Pausen Störungen des Flusses markieren, strebt sie eine gleichwertige Behandlung im Sinne eines ahierarchischen All-overs an.

Die meisten Titel verweisen auf Bezeichnungen der verwendeten Farben, so z. Bsp. Madder Trumps Green (Krapprot übertrumpft Grün) oder auf einzelne Zeilen von ihr verfasster Gedichte (Immediate the Resonance of No). Ein Gemälde kann sowohl durch einen einzigen, als auch mit bis zu vier Farbwerten gestaltet sein, wobei Lee die Beschränkung auf zwei Töne favorisiert, die miteinander in ein spannungsvolles Wirkungsverhältnis treten. Immer wird das aufgezeichnete Raster vollständig flächendeckend mit einer einzigen Mischfarbe gefüllt. Nach der Trocknung wird eine weitere Mischfarbe darüber gelegt, wobei diese neue Schicht den darunter liegenden Farbton verfremdet.

Der Akt des Malens ist ein Prozess der allmählichen Werdung, des Sichtbarmachens, der sich vollzieht, wobei er für Catherine Lee auch – aber nicht nur – eine Meditation darstellt. Ihre Aufmerksamkeit ist zu höchster Konzentration angehalten, nur eine leichte Ablenkung würde zu einer Abweichung in der Handhabung des Pinsels und zum Verlust des Gemäldes führen.

Für Lee stellt jeder Pinselstrich eine affirmative Geste dar, in der die Tätigkeit des Malens mit der eigenen gegenwärtigen Existenz übereinkommt.

Ein weiteres wichtiges Medium für Catherine Lee ist die Skulptur. Neben den Gemälden, die im Zentrum dieser Ausstellung stehen, ist auch eine spezielle Auswahl keramischer Skulpturen zu sehen, die in der Raku-Brenntechnik gefertigt wurden. So sind Silverbacks und Rift ebenfalls durch Wiederholungen geprägt, jedoch wohnt ihnen eine andere Qualität inne, bedingt durch die Körperhaftigkeit der skulpturalen Elemente. Dabei ermöglicht die simultane Wahrnehmung des Volumens und der bildhaften Oberflächenbehandlung die vierdimensionale Anschauung des „Bildkörpers“. Diese keramischen Raku Werke sind während Lees Gastprofessur am Institut für Künstlerische Keramik un Glas, FH Koblenz entstanden. Das skulpturale Werk Lees greift die Spannung auf, die in der Simultaneität von Gleichheit und Verschiedenheit, Einheitlichkeit und Individualität liegt, und lässt die übergeordnete Struktur mit den vielfältigen Varianten der einzelnen Komponenten in ein dynamisches Wechselspiel treten. Wie bei den Gemälden ist hier die Reihung als regelmäßiges Nebeneinander formal verwandter Einheiten das gestalterische Prinzip.

Das Konzept der reinen Abstraktion ist zentral für Catherine Lees schöpferischen Prozess und speist sich aus ihren Eindrücken von der Landschaft ihrer Herkunft: „Where I grew up, the landscape was just nothing, it was flat, and there was nothing to stop the wind from blowing through an empty landscape. I’m working from that all the time, a really reduced perspective, a sense of vastness, of space.“ (Lee) Lees künstlerische Vorgehensweise beruht nicht auf der Abstraktion von vorgefundenen Formen aus der Natur als reduzierte, immer noch dem Abbild verhaftete Auffassung, sondern steht vielmehr in Verbindung mit ihrer Idee von Spiritualität. Nicht der Gegenstand, sondern das Geistige als Ursprung jeder Formwerdung bildet den Ausgangspunkt ihrer Schöpfung: „making something out of nothing.“

Catherine Lee lebt und arbeitet in New York und Texas. Ihre Arbeiten sind in zahlreichen namhaften Sammlungen in den USA und Europa vertreten: The San Francisco Museum of Art, The Museum of Fine Arts, Houston, The Museum of Modern Art in New York, Museum of Modern Art, Kopenhagen, und Tate Gallery in London. Über Ausstellungen im Lenbachhaus (München, 1992), im Irish Museum of Modern Art (Dublin, 2005), sowie im Musée d’Art Moderne La Terrasse (Saint Etienne, 2006) und im Hôtel des Arts (Toulon, 2006) ist der Künstlerin eine breite öffentliche Aufmerksamkeit zuteil geworden. Neben Lehrtätigkeiten an der Universität von Texas San Antonio (1983, 2000) und der Columbia Universität New York (1986-87) hatte sie 2011 einen Gastlehrauftrag am IKKG Institut für Künstlerische Keramik und Glas, FH Koblenz (Höhr-Grenzhausen).




Opening on Friday, 6. June 2014, 6-8 p.m.

The artist will be present. Galerie Karsten Greve is pleased to present the work of internationally renowned American artist Catherine Lee. Lee, who was born in 1950 in Pampa, Texas, creates work that reflects her fascination with the basic concept of abstract form and captivates viewers through the use of a wide variety of media, from monumental bronze sculptures to ceramics to small-format drawings on paper. The paintings that provide the focal point of this exhibition were created over the course of a long period of time, illustrating Lee’s constant engagement not only with minimalist principles of composition, but also with the phenomena of time and repetition, as well as with processes that remain the same over time. “My work is always serial, always repetitive; it’s a sort of marking of time, like a record of being in the world.” (Lee)

The most recent paintings, which are all part of the Quanta series, are displayed together with works from the 1970s. Lee’s artistic oeuvre is based on active repetition. The point of departure for her paintings is the grid, which she conceives of – similar to the grid used in cartography for geographical data – as the simplest means of orientation, and which she employs in structuring the picture plane. Lee feels that “It’s the most basic way of making order out of nothing.”

She connects the act of filling the individual cells of the grid structure with colour with multiple processes: on the one hand, with the passage of time, during the course of which all of the empty squares will be filled in. At the same time, the consistent application of layers of colour is like the regular, automatic rhythm of breathing. The consciously applied brushstroke becomes an existential gesture. Just as time is divided into units that add up to hours, days and months, each square is similar to Lee, but not the same. She consciously tries to avoid including autobiographical traces in her painting, as well as the readability that is associated with a linear, narrative approach. As opposed to writing, which follows a movement from top to bottom and right to left and includes interruptions and pauses that interrupt the flow, the artist seeks to achieve equal treatment in the sense of a non-hierarchical whole.

Most of the titles refer to descriptions of the colours used, for example Madder Trumps Green, or to lines of her own poems (Immediate the Resonance of No). Each painting can be made up of just one colour or up to four, though Lee prefers to limit herself to two tones that enter into lively interaction with one another. The drawn grid is always entirely filled in with one mixed colour that covers the entire surface and is allowed to dry. Another mixed colour is layered on top, partially obscuring and actively informing the underlying hue, like a two-part harmony. The act of painting is a process of becoming – of making visible – that Catherine Lee sees as a form of meditation, among other things. Her awareness is concentrated to the highest possible degree: the slightest distraction could cause the brush in her hand to slip, leading to a loss of the painting. For Lee, every brushstroke is an affirmative gesture through which the act of painting fuses with her own current existence.

Another important medium for Catherine Lee is sculpture. Although the greater part of this exhibition is composed of paintings, a selection of her ceramic works is also on display.These were executed using the raku firing technique. Silverbacks and Rift are also characterised by repetition, but embody an inherently different quality that is determined by the corporeality of the sculptural elements. This enables the viewer to perceive the volume of the object as well as the pictorial handling of the surface: the four-dimensional view of the “picture body”. These raku ceramic works were created during her tenure teaching at the Institute für Künstlerische Keramik und Glas. Lees work picks up on the tension that lies in the simultaneity of sameness and difference, of unity and individuality, and allows the overarching structure to enter into dynamic interaction with the manifold variations of the individual components. As in Lee’s paintings, the creative principle is the sequence of formally related adjoining units.

The concept of pure abstraction is central to Catherine Lee’s creative process and draws on her impressions of the landscape of her youth: “Where I grew up, the landscape was just nothing, it was flat, and there was nothing to stop the wind from blowing through an empty landscape. I´m working from that all the time, a really reduced perspective, a sense of vastness, of space.” (Lee) Lee is not concerned with the abstraction of natural forms – reducing them to an expression that remains bound to the original – but rather with her idea of spirituality. That the spiritual rather than the material constitutes the origin of all formation is the idea central to her oeuvre: “making something out of nothing.”(Lee)

Catherine Lee lives and works in New York and Texas. Her work can be found in many prestigious collections including the The San Francisco Museum of Art, The Museum of Fine Arts, Houston, The Museum of Modern Art in New York, Museum of Modern Art, Kopenhagen, as well as Tate Gallery in London. Exhibitions at the Lenbachhaus (Munich, 1992), Irish Museum of Modern Art (Dublin, 2005), the Musée d’Art Moderne La Terrasse (Saint Etienne, 2006) and the Hôtel des Arts (Toulon, 2006) brought her to the attention of the wider public. In addition to her teaching positions at the University of Texas in San Antonio (1983, 2000) and at Columbia University in New York (1986-87), in 2011 Lee was visiting professor at the IKKG Institut für Künstlerische Keramik und Glas, FH Koblenz (Höhr- Grenzhausen)