Hanspeter Hofmann – Frank Stella 'Tie Break'

Hanspeter Hofmann – Frank Stella 'Tie Break'

Thursday, January 10, 2008Wednesday, February 20, 2008


Zurich, Switzerland

Hanspeter Hofmann – Frank Stella : Tie Break

10. Januar – 20. Februar 2008

Eröffnung: Mittwoch, 9. Januar 2008, 18-20 Uhr. Hanspeter Hofmann ist anwesend.

Die Galerie Jamileh Weber freut sich ihre neue Ausstellung zu präsentieren:

Hanspeter Hofmann – Frank Stella : Tie Break

"Stoked" Hanspeter Hofmann

"What you see is what you see." Frank Stella

ein leuchtoranges netz breitet sich über die komposition aus – windungen zeigen gedankengänge auf – überlagerungen – horizontal ein breites band, sanft in seiner bewegung wie wasser – bildräume fliessen in den realen ausstellungsraum – durch diesen hindurch – und weiter – und zurück – zugleich vielfach präsent naht eine weitere facette heran und stört die faktizität der abbildung

Hanspeter Hofmanns Malerei reflektiert über den Prozess der Bildgenese. Sowohl Bildproduktion als auch Bildrezeption sind in seinen Arbeiten veranschaulicht. Die Konzeption der Ausstellung hat dazu veranlasst ausschliesslich abstrakte Arbeiten von Hanspeter Hofmann zu zeigen. Die Bildauswahl umfasst Arbeiten aus den letzten 7 Jahren und verweist auf das selbstreflexive Grundkonzept des Künstlers. Zugunsten der Ausstellung wurden Arbeiten, in denen Hofmann in den letzten Jahren auch Worte und Symbole, z.B. Stoked, stilisierte Vögel oder einen Totenkopf, in seine Bilder appliziert bzw. mittels Airbrush Abbildungen von Affen und Schlangen, Schmuck und Dermatosen sowie Porträts von Sarah Jessica Parker über seine Bilder sprüht, ausgelassen.

bunt bemaltes aluminium – bild an der wand – ein horizontales fliessen – zentral eine schmale vertikale form – cutting in

Overpainted Understructure: In den 1990-93 entstandenen C und D Reliefs der Moby-Dick Serie entdeckt Stella die Möglichkeit der optischen Überlagerung der Bildstrukturen durch die Art und Weise der Farbabstimmung der Einzelformen. Er ist von diesem Ergebnis selbst überrascht. Führte es ihn doch an seinen Ausgangspunkt zurück: der Auseinandersetzung mit den Konventionen der Malerei und deren Begrenzung, auf die er nun, nachdem er die Malerei durch skulpturale und architektonische Elemente erweitert hatte, erneut traf.

pink: kräftiges grelles rosa – grün: gemisch aus blau und gelb hofmanns leuchtende farben entführen tief in ihre eigene welt – wie ein clownfisch – fast schwebend – fast frei – selten gesehn – machen sie verstummen – ganz still wird das auge und entdeckt - wie eine salzige sonnige windböe am meer, klärt die farbgebung des künstlers den blick und lässt für einen moment die möglichkeit des perfekten sehens erahnen, eines sehens fern aller bilder der erinnerung

Bei der Farbwahl interessiert Hofmann eine starke Künstlichkeit. Er arbeitet seit 1998 vermehrt mit stark oszillierenden Interferenzfarben, die erst nach dem Trocknen ihre volle Farbigkeit entfalten. Damit erhält auch die Farbgebung des Künstlers das Mass an Zufälligkeit, dass den experimentellen Charakter von Hofmanns Malerei mit ausmacht und das Bild als malerisches Ereignis er-schafft.

"sometimes the picture gets hung up and you say to yourself, "the only way out of this is red". frank stella

Stellas Farbwahl entwickelt oft ungewohnte Zusammenklänge. Seine Farbigkeit reicht von manchmal fast künstlich wirkenden, neonartigen Farben bis hin zu willkürlich intuitiven Zusammenstellungen. Sobald er seine Reliefs im Geiste konzipiert hat, ergibt sich für ihn die Farbigkeit fast von selbst. Da die Einzelteile ausgebreitet auf dem Atelierboden bemalt werden, ist der Gesamteindruck erst nach der Fertigstellung sichtbar. Diese gewisse Zufälligkeit führt zweifellos mit zu der Frische seiner Farben.
Hanspeter Hofmann hat Basis und Grundvokabular seiner Malerei in einem Musterblock von Holzschnitten In Vitro 1992/93 entwickelt. Auf einen schimmernden, oft leuchtenden, immer wieder silbernen Grund, der in mehreren Schichten auf die Leinwand aufgetragen ist und diese bis zur Unkenntlichkeit ihrer Textur sättigt, setzt Hofmann sein abstraktes Bildvokabular. Der Grund ist seiner Stofflichkeit und seiner Möglichkeit eine Tiefenräumlichkeit abzubilden, enthoben und reflektiert stark. Das Licht fällt präzise zurück. Unablässig angepasst an den jeweiligen Betrachterstandpunkt und die wechselnden Lichtverhältnisse im Raum umkreist eine Serie von Bildansichten den Betrachter. Bis der Blick aufgehalten wird durch eine vermeintlich wieder erkannte Form oder Farbe auf einer anderen Leinwand. Hofmanns Bildelemente stammen aus dem umfangreichen Formenkatalog des Künstlers. Als Grundlage für ein neues Bild dienen Fragmente aus bereits bestehenden Bildern, die Hofmann mittels Diaprojektion oder Zeichnung vorbereitet, integriert und dabei verändert. Das Zitieren führt zu den deutlich sichtbaren formal- und farbästhetischen Verbindungen, die sich wie ein Markenzeichen durch die gesamte Arbeit des Künstlers ziehen. Auf diese Weise hat Hanspeter Hofmann ein Werk von hoher systemischer Komplexität und Konzeption entwickelt, dass auf sich selbst verweist und sich als Ausdruck des Diskurses der abstrakten Bildtradition etabliert.

Frank Stella hat in seinen frühen Arbeiten eine aufs Elementarste reduzierte Definition der Konvention von Malerei entwickelt. Diese minimalistischen Arbeiten zeichnen sich durch einzigartige Präsenz und Bildhaftigkeit aus. Die zunehmende Entdeckung der Begrenzung der Malerei durch ihre Konvention, führte Stella dazsich mit der Frage zu beschäftigen: wieviel von den benachbarten Künsten der Bildhauerei und der Architektur er in seine Arbeiten übernehmen konnte, um immer noch von Bildern sprechen zu können. Damit begann Stella in der Mitte der 70er Jahre mit der Arbeit an seinen zahlreichen Serien seiner Metallreliefs eine völlig neue Bildsprache zu entwickeln. Neu ist eine auffällige 'Kurvenfreudigkeit', die sich bereits im Bildaufbau (den mehrachsig-asymetrischen Metallflächen) findet und durch die malerische Ausgestaltung weiter hervorgehoben ist.
Von 1985 an und für mehr als 10 Jahre arbeitet Frank Stella an einer seiner umfassendsten und bedeutendsten Serien, der Moby-Dick Serie. Diese Serie ist in direkter Anlehnung an Herman Melvilles Novelle Moby-Dick entstanden. Für jedes der 135 Kapitel von Melvilles Novelle schafft Stella ein bzw. mehrere Werke.
Die 13 Wave-Prints (1985-89) stellen, durch ihre Betitelung nach einzelnen Kapiteln der Novelle einen konkreten Bezug zur Melvilles Moby-Dick her. Stella verbindet in diesen Arbeiten unterschiedliche Techniken: Siebdruck, Lithographie und Linolschnitt. Die Blätter sind handcolloriert, marmoriert und collagiert. Ein Schlüssel die Verbindung der Arbeiten zu lesen ist die zentrale Gitterfigur. Jedes Wave-Print stellt ein neues Gittermotiv vor, dass in seiner einzigartigen Form, die Grundlage für die daraus entwickelten Transformationen z.B. durch Wellen und Walformen bildet. Stella wählte die 13 Gittermotive aus 1200 Gittermotiven aus, die Daniel Sheets Dye2 1937 klassifiziert hat.

Die Ausstellung dauert von 10. Januar bis 20. Februar 2008. Galerie Jamileh Weber, Waldmannstrasse 6, 8001 Zürich. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 11 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 16 Uhr und auf Vereinbarung.
Für weitere Informationen und Bildmaterial kontaktieren Sie bitte die Galerie:
Telefon: +41-44-252 10 66, Fax: +41-44-252 11 32,
info@jamilehweber.com
www.jamilehweber.com