on display: Anja Jensen Tatort

on display: Anja Jensen Tatort

mann am meer by anja jensen

Anja Jensen

Mann am Meer, 2010

Thursday, January 31, 2013Saturday, April 27, 2013


Munich, Germany

on display: Anja Jensen Tatort
Eröffnung: Donnerstag, 31. Januar 2013, 18.30 bis 21 Uhr
Ausstellung: 01. Februar bis 27. April 2013

Die deutsche Künstlerin Anja Jensen (geb. 1967) arbeitet im Bereich Fotografie und Installation.
Anja Jensens frühere Arbeiten (1996 – 2001) beruhen auf der fotografischen Umsetzung von Bildern aus Überwachungsanlagen (Serie PMA- Palma München Amsterdam). Ihr Ziel ist es, das in unserer Gesellschaft stetig wachsende Bedürfnis nach Sicherheit, sowie die üblicherweise damit einhergehenden Forderungen nach mehr Überwachung in eine ästhetische und magische Formulierung zu überführen, die die darin enthaltene Ambivalenz von Sicherheit und Kontrolle offenbart. Die Arbeiten entstehen aus dem Prozess der Zusammenarbeit mit vor Ort tätigen Sicherheitsdiensten, wie zum Beispiel in der Pariser Nationalbibliothek, im Hamburger Flughafen (Containerprüfanlage) sowie am Flughafen Münster-Osnabrück (Fluggepäckkontrolle). Dort hat Anja Jensen gemeinsam mit der Security Control an den Monitoren der Handgepäckskontrolle über mehrere Wochen wie eine Angestellte gearbeitet. Es entstand eine Serie mit verschiedenen Handgepäcks-stücken von Flugreisenden auf den Strecken Palma – München – Amsterdam.
Die seit 2001 entstandenen Arbeiten (Serie It´s for security) sind komplette Inszenierungen in Eigenregie, in denen das Thema der Überwachung in ein neues Licht gestellt wird. Die an Film-Stills erinnernden Bilder ziehen den Betrachter in eine magische, überkünstliche Atmosphäre hinein. Sie erzählen eine Geschichte, deren Anfang und Ende sich einzig und allein im Kopf des Betrachters abspielt. Einzelne Personen oder Kleingruppen halten sich bei Einbruch der Nacht an einem von der Künstlerin präzise ausgesuchten Ort auf und gehen dort einer für diese Nachtzeit ungewöhnlichen Beschäftigung nach. Anja Jensens Akteure werden mit einem stark gebündelten Lichtstrahl eines Suchscheinwerfers aus dem Verborgenen hervorgeholt und – wie bei Überwachungskameras üblich – oftmals aus einer Vogelperspektive aufgenommen. So entstehen fast absurd unheimliche Szenen, die dramatisiert und unwirklich zugleich erscheinen. Ähnlich den Arbeiten von Gregory Crewdson wirken die Szenen wie film stills, das Vor und Danach entsteht allein im Kopf des Betrachters. So stellt Jensen letztlich der einengenden Idee des Überwachens die Freiheit der Phantasie gegenüber.