Galerie Elisabeth & Klaus Thoman

Markus Prachensky: La Battaglia Di San Romano (Innsbruck)

Markus Prachensky: La Battaglia Di San Romano (Innsbruck)

la battaglia di san romano, london red by markus prachensky

Markus Prachensky

La Battaglia Di San Romano, London Red, 2010

Price on Request

Thursday, September 27, 2012Saturday, December 1, 2012


Innsbruck, Austria

Markus Prachensky: La Battaglia Di San Romano
27.09.2012 - 01.12.2012

Eröffnung Donnerstag 27. September 2012 19 Uhr

Die Galerie Elisabeth & Klaus Thoman freut sich ihre zehnte Ausstellung mit Markus Prachensky bekannt geben zu dürfen. Der Zyklus La Battaglia di San Romano, Omaggio a Paolo Uccello versammelt großformatige Malerei auf Leinwand (150cm x 205cm/100cm x 140cm) und Arbeiten auf Papier (56cm x 76cm).

Das Bild La Battaglia di San Romano aus dem Triptychon von Paolo Uccello (*1397 Florenz; † 1475 Florenz) begleitete Markus Prachensky nach eigener Aussage seit seiner Jugend und ließ ihn nicht los. Dennoch brauchte es Jahrzehnte der Beschäftigung mit antiker Architektur, Landschaft und amerikanischer Moderne um sich nach seiner Rückkehr aus den USA mit diesem maßgeblichen Werk der profanen Hofmalerei auseinander zu setzen. Mit seiner Neuinterpretation von Uccello begibt sich Prachensky in ein dynamisches Spiel der politischen Propaganda, welches von Uccello als Ausgangspunkt bis zu den italienischen Futuristen reicht.

Prachensky versteht es durch die Abstraktion der Formen der Schlacht die Propaganda hinter sich zu lassen und nur der Dynamik von Bewegung und Innehalten zu folgen. Die Dramatik der Auseinandersetzung bleibt in der Wiederaufnahme erhalten, während die Verherrlichung des Krieges verneint wird. Besondere Berücksichtigung findet bei Prachensky das Motiv des wandelnden Waldes; die Lanzen der Krieger welche im einen Moment noch zum Himmel aufragend die Harmlosigkeit von Bäumen ausstrahlen um im nächsten zu den tödlichen Spitzen des Kampfes zu werden. In dieser Konstellation entwickelt das von Prachensky in allen seinen Schaffenszyklen zelebrierte Rot seine wohl unheimlichste Kraft. Oszillierend zwischen der rohen Gewalt des Motivs und der Ruhe, die dem Pinselstrich innewohnt, zeigt sich das Wissen und die Bestimmung der Farbe Rot bei Markus Prachensky. Zurückgekehrt nach drei Jahren Aufenthalt an der amerikanischen Westküste stand ich fünfzehn Jahre später vor dem dritten Bild des Triptychons in der National Gallery in London, ausgehungert nach der Kunst von good old Europe. Jetzt wurde mir klar, dass ich diese drei Bilder der italienischen Frührenaissance irgendwann in meine Malerei einbeziehen würde.
UCCELLO UND ICH – ICH UND UCELLO, Markus Prachensky 2010

Die Intensität welche Uccellos Werk auf Markus Prachensky ausstrahlte, zeigt auch der Umstand, dass es nach dem Besuch der National Gallery in London noch mehr als zwanzig Jahre dauerte, bis Prachensky seine geistige Beschäftigung mit Uccellos Werk auch in sein künstlerisches Schaffen übersetzen konnte.

Markus Prachensky wurde 1932 als Sohn des Malers und Architekten Wilhelm Nicolaus Prachensky und der aus einer k.u.k. Offiziersfamilie stammenden Henriette Hnidy geboren. Nach der Matura in Innsbruck wechselt Prachensky an die Akademie der bildenden Künste in Wien. 1983 bis 2000 Professor für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Wien, zahlreiche Preise u.a. 2000 Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst, 2001 Berufung in die Kurie für Kunst des Österreichischen Ehrenzeichens. Am 15. Juli 2011 stirbt Markus Prachensky in Wien.
1955 werden seine Werke erstmals in einer Gruppenausstellung in der Galerie St. Stephan gezeigt. Es folgen Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland sowie mehrere Auslandsaufenthalte in den Vereinigten Staaten, Indonesien, Mexiko und andere. Diese Reisen führen zu Zyklen wie California-paintings (1971) oder Rot auf Schwarz – Puglia (1976). Wichtige Ausstellungen seit 1989: 1989 Föld a Láthatáron (Land in Sicht) Kunsthalle Budapest, 1993 Kunstverein Aschaffenburg, 1994 Aufbrüche. Österreichische Malerei und Plastik der 50er Jahre Österreichische Galerie Oberes Belvedere Wien, 1995 Kunstverein Augsburg, 1997 Retrospektive (Gemälde 1957-1977) Neue Galerie der Stadt Linz, 2000 Die Akademiejahre. Bilder 1983-2000 Akademie der bildenden Künste Wien, 2008 Markus Prachensky Kunsthaus Köflach, 2012 Hommage à Markus Prachensky Danubiana Meulensteen Art Museum Bratislava.