Harald Hermann 'Salpeter, Schwefel, Kohle, Glück'

Harald Hermann 'Salpeter, Schwefel, Kohle, Glück'

Saturday, November 3, 2012Saturday, December 8, 2012


Berlin, Germany

Harald Hermann
Salpeter, Schwefel, Kohle, Glück

3. November bis 8. Dezember 2012
Eröffnung: Freitag, 2. November 2012, 19:00 bis 21:00 Uhr

Harald Hermann ist bei der Eröffnung anwesend und steht für ein Gespräch gern zur Verfügung.

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Galerie Crone freut sich, in ihren Räumen im Erdgeschoss neue Arbeiten von Harald Hermann zu präsentieren. Die Ausstellung „Salpeter, Schwefel, Kohle, Glück“ zeigt einen Zyklus neuer Malereien, deren mystische Szenarien zwischen Zerstörung und rauschendem Fest oszillieren.

Die Malerei Harald Hermanns verlässt die Gebiete des Realistischen, ohne abstrakt zu werden. Utopische Landschaften, mystische Szenen und düstere Bildwelten kreieren einen eigenen Kosmos, in dem die Dimensionen der Wahrnehmung verschwimmen.

Auch der neue Zyklus versetzt den Betrachter in eine Welt düster-entrückter Intensität. Heftiger Feuerschein, wildes Funkensprühen und Rauchwolken stehen im Gegensatz zu zerbrechlich wirkenden Architekturen und stoisch versammelten Menschenmengen. So wird in einer Arbeit beinahe der gesamte Bildraum von einem diffusen, orangeroten Leuchten erfasst. Es ist der Farbklang eines Brandes, der sich hinter einer leuchtenden Qualmwolke verbirgt, die alles Figurative zu verschlingen droht. In einem anderen Bild glüht der Rauch, der von am Boden liegenden Trümmern auszugehen scheint, gelb und grünlich. Der farbige Dunst verhüllt aber auch hier weitestgehend die Szenerie. Erst ein weiteres Gemälde des Künstlers Harald Hermann weist dem Betrachter zumindest eine Fährte: Auf der Erde stehen Raketentreiber, im Hintergrund entzündet sich ein Feuerwerk.

Bereits in früheren Werken experimentierte Harald Hermann mit Licht und Schatten, Rauch und Nebel. In der neuen Serie wird dies zum bestimmenden Bildthema. Hermann beobachtet genau und lasiert in aufwändiger Technik Schicht über Schicht, um seine Motive von Rauchwolken und Nebelschwaden zu entwickeln. Ihm geht es aber weniger um perspektivische Fragen als um die Wahrnehmung von Licht und die Trübung des Raums. Seine in der Gesamtansicht realistisch wirkenden Acrylgemälde lösen sich aus der Nähe betrachtet in purer Gegenstandslosigkeit auf. Während er in früheren Arbeiten Parallelwelten inszenierte, in denen mehrere Bildebenen surrealistisch kontrastiert wurden, tritt die vielfach verschlüsselte Figuration der neuen Werkgruppe zugunsten eines radikaleren Realismus zurück, der in der direkten Erfahrung von Licht und Schatten nicht nur die malerischen Möglichkeiten, sondern auch die sinnliche Wahrnehmung zu erweitern versucht. So wird Hermanns Malerei zur Methode, Gefühlsräume zu eröffnen und das Eigentümliche der Kunst zu offenbaren: Im dionysisch-destruktiven Rausch durchläuft sie das Endliche, um das Unendliche wiederzufinden.

Harald Hermann wurde 1976 in Stuttgart geboren. Dies ist seine dritte Einzelausstellung in der Galerie Crone. Hermann lebt und arbeitet in Berlin.