Ground Floor: Georg Karl Pfahler - Skulpturen

Ground Floor: Georg Karl Pfahler - Skulpturen

Friday, September 9, 2011Saturday, October 22, 2011


Berlin, Germany

Georg Karl Pfahler, Skulpturen

Wir möchten Sie sehr herzlich zur Eröffnung unserer Ausstellungen "Martin Gustavsson - In No Particular Order" und "Georg Karl Pfahler - Skulpturen" einladen. Beide finden am Freitag, 9. September 2011 von 19:00 bis 21:00 Uhr in unseren Räumen in der Rudi-Dutschke-Strasse 26, 10969 Berlin statt.

Georg Karl Pfahler (1926-2002) zählt zu den bekanntesten deutschen Künstlern der 60er und 70er Jahre. Mit seinen großformatigen Bildern und strengen Skulpturen war er ein eigenwilliger Protagonist seiner Zeit. Pfahlers Einzigartigkeit bestand darin, den kühl kalkulierten, konzeptionellen Impetus der Minimal Art mit der spielerischen, visuellen Farb- und Formengestalt der Pop Art zu verbinden.

Die Galerie Crone befasst sich seit 2008 intensiv mit der Aufarbeitung von Pfahlers umfassendem Werk. In diesem Herbst zeigt sie zwei unterschiedliche und doch einander bedingende Seiten des Künstlers. Auf der art berlin contemporary (8. bis 11. September 2011) präsentiert sie drei große, strikt geometrische Bilder aus dem „Warschau Zyklus“ von 1964/1965, die als eine Schlüsselarbeit in Pfahlers Schaffen gilt. In den eigenen Galerie-Räumen am Checkpoint Charlie stellt sie gleichzeitig 25 Skulpturen aus, die er von 1960 bis 1989 geschaffen hat. Die Schau (8. September bis 22. Oktober 2011) bildet somit einen Bogen von seinen frühen Metallobjekten bis zu seinen späteren, meist aus Holz gefertigten Farbraum-Skulpturen.

Georg Karl Pfahler ging es stets um die Gestaltung des Raumes durch Farbe. Auf seinen Leinwänden erzielte er durch meist monochrome Farbflächen mit klaren Kanten und Rändern eine raumfüllende Farbwirkung. Seine geometrischen Bildkompositionen stehen in der hauptsächlich amerikanischen Tradition der Hard-Edge und Color-Field-Malerei, dessen einzig deutscher Vertreter Pfahler war. In den siebziger Jahren wurde Pfahler für ein paar Jahre zum Star der deutschen Kunstszene. 1971 gestaltete er den deutschen Pavillon auf der Biennale von Venedig gemeinsam mit Günther Uecker und Heinz Mack. Große Museumsaustellungen in Stuttgart, München und Berlin folgten. Als sich Ende der 70er und 80er Jahre die konkrete Baselitz-Schule durchsetzte, geriet Pfahlers zusehends in Vergessenheit – zu Unrecht.

Der „Warschau-Zyklus“, 1971 für eine Ausstellung in Warschau ausgeführt, wurde bereits 1963/1965 in Präkonzeptionen erarbeitet und 1965 in einer Siebdruckreihe vorformuliert. Fast allen Bildern der Warschau-Serie liegt das gleiche Prinzip zugrunde: zwei ineinander gestellte und parallel zu den Bildkanten geführte Rahmen, der äußere an den Bildecken abgerundet, umschließen ein rechteckiges Binnenfeld, das mit seiner kleinteiligen, asymmetrischen Gliederung die einzig variable Bildzone innerhalb der Serie bezeichnet (vgl. Germaid Ruck, Georg Karl Pfahler – Bildfolgen 1990; 14). Der meist etwas hellere, innere Rahmen scheint leicht vor dem äußeren zu schweben.

Die Wiederholung in der Komposition und die fast lapidare Einfachheit der geometrischen Gliederung zeigen, dass der eigentliche Akteur seiner Bilder die Farbe ist. Von Bild zu Bild wechselt sie in Intensität und Konstellation.

Eine ähnlich bedeutende Rolle spielt die Farbe in Pfahlers Holz- und Metallobjekten. Sie sind seit 1963 aus einem engen Dialog mit der Malerei hervorgegangen, was sie einzigartig macht, da hier eine besondere Verbindung aus skulpturaler und malerischer Formensprache erkennbar ist. Doch anders als im Medium Malerei materialisieren sich seine Objekte im konkreten Raum, sodass ihre physische Präsenz den jeweiligen Farbraum ganz unmittelbar und authentisch erlebbar macht.

Besonders an den frühen Metall-Objekten, wie beispielsweise dem Farbraum-Objekt Nr. II (1965) ist die direkte Ableitung von den Bildern deutlich ablesbar. Diese Arbeiten bestehen aus objekthaft ausgeschnittenen Farbforen, die aus einer farbigen Grundfläche herausgeklappt sind. In Gestalt, Farbigkeit und Dispostion korrespondiert das Werk mit den bildhaften Kompositionen Pfahlers, den typischen abgerundeten Ecken und den geometrischen Ausgangsformen.

In den frühen Objekten zog er die Farbformen seiner Gemälde auseinander und platzierte sie dann im Raum. So verwandelte er die zweidimensionale Farbwirkung in eine faktisch dreidimensionale. Gemessen an amerikanischen Vorstellungen hat Pfahler damit das Konzept der Hard-Edge-Malerei vom Kopf auf die Füße gestellt.

In späteren Objekten, beispielsweise dem Farbraum-Objekt Nr. 15 (1982/83) aus Holz legt Pfahler verschiedene Farbkörper buchstäblich auf die Waage und zeigt so die Ungleichheit der jeweils illusionierten Gewichte. Indem er dieses „Gewicht“ der Farbe spürbar werden lässt, wird hier das Problem dieser Bilder und Objekte auf den Punkt gebracht. Allen Gesetzen der Schwerkraft und Statik zum Trotz türmen sich hier Pfahlers Farbkörper.

Das Formschema des Biennale-Venedig-Objektes von 1969/70, das ebenfalls in der Ausstellung bei Crone gezeigt wird ist ein größeres Raumensemble – eine Art Labyrinth aus Bögen in monochromer Farbe. Kontemplativ und minimal, doch zugleich geradezu außerirdisch und konfrontativ muss dieser Raum der Farbe auf der Biennale 1970 gewirkt haben.

Mit der Fähigkeit, lebendige Bewegung und konstruktive Statik, graphisches Lineares und kompakt Körperhaftes zu assoziieren, verfügen die verschiedenen Farbraum-Objekte aus drei Jahrzehnten Pfahlers über ein differenziertes Vokabular.

Wieland Schmied schrieb über den Künstler: „Pfahler ist in seinem innersten Wesen mehr Architekt als Maler. Er denkt primär in Räumen und erst in zweiter Linie in Farben und Formen. Er vertraut der Farbe, der Form, der Fläche. Aber er denkt in Räumen. Er baut seine Bilder. Seine skulpturalen Werke sind Projektionen von Flächen und Flächenschnitten – Grundrissen, Aufrissen – in den Raum. Seine Bilder sind Rückprojektionen in den Raum projizierter Formen auf die Fläche der Leinwand.“ So wiederholt Pfahler das Spiel gegenseitiger Projektionen.

Die Ausstellung „Skulpturen“ läuft vom 9. September bis 22. Oktober 2011. Sie versteht sich in Ergänzung zur diesjährigen art berlin contemporary (7. bis 11. September 2011), die unter dem Motto „About Painting“ steht.

Mit Georg Karl Pfahler sind wir auch auf der diesjährigen abc - art berlin contemporary vertreten. Sie beginnt einen Tag vor unseren Galerieausstellungen, nämlich am 8. September 2011, und läuft bis 11. September 2011, jeweils von 12:00 bis 21:00 Uhr in der Station Berlin, Luckenwalder Strasse 4-6, 10963 Berlin. Bei der abc werden mehrere Pfahler-Bilder aus dem "Warschau-Zyklus" von 1964/65 präsentiert. Im Kontext vorwiegend junger Kunst erfahren sie dabei eine überraschende Neupositionierung.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ihr Crone-Team

Während der abc haben wir längere Öffnungszeiten:

Donnerstag, 8. September 2011 von 11:00 bis 19:00 Uhr
Freitag, 9. September 2011 von 11:00 bis 21:00 Uhr
Samstag, 10. September 2011 von 11:00 bis 19:00 Uhr
Sonntag, 11. September 2011 von 12:00 bis 19:00 Uhr

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Georg Karl Pfahler, Skulpturen

We would like to cordially invite you to join us for our upcoming openings "Martin Gustavsson - In No Particular Order" and "Georg Karl Pfahler - Sculptures" on Friday September 9th 2011 from 7 until 9 pm.

We are excited to draw an emphasis on Georg Karl Pfahler's three dimensional works by displaying 30 sculptures from various periods on our ground floor. Early metal objects from the 60ies are presented alongside with his famous "Palaverhäuser" from the 80ies. Pfahler's extraordinary concept for the German Pavilion at the Venice Biennial in 1970 will be juxtoposed with object based works, which have never been exhibited before.

Georg Karl Pfahler will also be shown at this year's abc - art berlin contemporary. His paintings from the "Warschau Zyklus" (1964/65) will be displayed as part of this comprehensive exhibition dedicated to international painting today. The abc takes place at Station Berlin, Luckenwalder Strasse 4-6, 10963 Berlin from September 8th until September 11th daily from noon until 9pm.

We are looking forward to welcoming you in our gallery as well as at the abc!

Your Crone-Team

During the abc our opening times will be as follows:

Thursday 8th September 2011, 11 am until 7 pm
Friday 9th September 2011, 11 am until 9 pm
Saturday, 10th September 2011, 11 am until 7 pm
Sunday, 11th September 2011, noon until 7 pm