Tino Geiss - Hans Scheib: Malerei und Skulptur (Hamburg)

Tino Geiss - Hans Scheib: Malerei und Skulptur (Hamburg)

installation view by hans scheib

Hans Scheib

Installation view

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arena by tino geiß

Tino Geiß

Arena, 2013

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Thursday, April 24, 2014Friday, August 29, 2014

Magdalenenstraße 11
Hamburg, 20148 Germany

Tino Geiss - Hans Scheib
Malerei und Skulptur


Eröffnung am Donnerstag, dem 24. April 2014, von 18 - 21 Uhr

Die Künstler sind anwesend.

Galerie Brockstedt, Magdalenenstraße 11, 20148 Hamburg

Zum vierten Mal zeigt die Galerie Brockstedt den Leipziger Maler Tino Geiss (geb. 1978) mit Arbeiten der letzten drei Jahre.

Von Hans Scheib werden 17 Holzskulpturen von 1995 bis heute zu sehen sein, die das Erscheinen des neuen Buches über seine Skulpturen feiern sollen.

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Tino Geiss

„Durch einen Bruch bekommt das Erlebnis etwas Kostbares.“

Geiss studierte parallel zu seinem Meisterschülerstudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei Ingo Meller (2008-2009) und Neo Rauch (2009-2010) auch an der Royal Academy of Art in London. 2012 wurde er für einen dreimonatigen Aufenthalt in Italien von der Deutschen Akademie Rom eingeladen.

Die zum Teil auch großformatigen Arbeiten des jungen Künstlers pendeln zwischen Malerei und Collage. Beide Techniken bedingen sich gegenseitig - die Farbspuren an den Klebebändern sind Erinnerungen an die Leinwände, eröffnen hier und da narrative Zusammenhänge. Sie erhalten jedoch auch eine reizvolle abstrakte schwere Stofflichkeit, wenn sie sich in mehreren Lagen übereinanderschichten und zum autonomen sinnlichen Material werden.

Das Auge des Betrachters scheint gewissen Halt zu finden in Formen: in Häusern seiner Heimat, den urbanen Motiven seiner Reisen, in Möbeln seiner Interieurs, dessen Fenster den Blick nach draußen öffnen oder selten auch in menschlichen Figuren. Erlebtes, Wahrgenommenes und direkt Empfundenes fließt so in seine Bilder.

Doch Geiss stellt die Geschlossenheit, die Abgeschlossenheit dieser Formen durch ihre Ausschnitthaftigkeit immer wieder in Frage, bricht Perspektiven, irritiert , indem er Vertrautes mit Fremdem mischt, die gebauten Räume ineinander verschachtelt oder gar in die Fläche oder Weite auflöst. Auch die Kontraste der zumeist kräftigen Farben unterstreichen noch diesen flirrenden Eindruck seiner geheimnisvollen Bilder.

„Diese Form von Erinnerung, die nicht direkt greifbar ist, aber die Qualität des gegenwärtigen Zustands mitbestimmt, interessiert mich“, sagt er selbst, „die Frage nach Authentizität von Erinnerungsbildern und die Konstruktion, die wir um diese errichten, finde ich spannend“.

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Hans Scheib

„Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“

Diese Worte von Paul Klee scheinen dem 1949 in Potsdam geborenen Bildhauer Hans Scheib wie auf den Leib geschrieben zu sein. „Solange ich zurückdenken kann, habe ich davon geträumt, Künstler zu werden“, sagt dieser große, vielfach geehrte Holzbildhauer von sich, der sich konsequent schon immer jeder modischen und auch politischen Strömung in seinem freien Denken verweigert hat.

Mit Kettensäge und Meißel – manchmal auch in Bronze - schafft er Figuren von frappierender Unmittelbarkeit, interpretiert er die Welt in einer ehrlichen, bescheidenen und humorvollen, ja unverkennbar persönlichen Sprache. Seine oft der Mythologie entlehnten Gestalten erzählen von Sehnsucht, Einsamkeit, Zerbrechlichkeit, von sexuellem Hunger, Humor und Tragik.

Fern der Ästhetik des schönen Scheins gründet er auf die Tradition der expressiven Formensprache, die in der bewussten Reflexion der farbigen Holzskulptur der Brücke-Expressionisten wurzelt. Scheibs Arbeiten reflektieren das Grundsätzliche und ziehen uns dabei emotional in ihren Bann. Neben Skulpturen entstand auch ein großes grafisches Oeuvre.

„Ich wusste nie, was ich morgen machen werde“, sagt er. „Als ich nach Westberlin kam, machte keiner Arbeiten wie ich. Ich habe immer wieder den Schritt ins Unbekannte getan, zum blauen Horizont der ungeahnten Möglichkeiten.“