Galerie Andres Thalmann

Bahk Seon Ghi 'Endless Enumeration in Space'

Bahk Seon Ghi 'Endless Enumeration in Space'

existence - rectangle by seon ghi bahk

Seon Ghi Bahk

Existence - Rectangle, 2003

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an aggregate 11-07 by seon ghi bahk

Seon Ghi Bahk

An Aggregate 11-07, 2011

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an aggregate - drop 1107 by seon ghi bahk

Seon Ghi Bahk

An Aggregate - Drop 1107, 2011

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Friday, August 26, 2011Saturday, October 22, 2011


Zurich, Switzerland

Bahk Seon Ghi - Endless Enumeration in Space

Vernissage 25. August 2011, 18-20 Uhr
Ausstellung 26. August 2011 - 22. Oktober 2011

Der koreanische Künstler Bahk Seon Ghi gestaltet mit Holzkohlestücken, die an Nylonfäden von der Decke hängen, Gegenstände des alltäglichen Lebens oder schlichte geometrische Formen. Nach Entwurfsskizzen entstehen Skulpturen in einer architektonisch anmutenden Herangehensweise. Bahk fasziniert den Betrachter mit seinen meist raumfüllenden Installationen, die individuell auf den Ausstellungsort zugeschnitten sind. So kreiert er Tische, Treppenläufe, Kreise und Bilderrahmen, in denen das eine oder andere Kohlestück aus dem Rahmen zu fallen scheint. Seine übergrossen Wassertropfen, die sich naturalistisch und im Einklang mit dem physikalischen Gesetz der Schwerkraft zum Boden hin verformen, bilden das Hauptwerk der Ausstellung. Bahk interpretiert Objekte des alltäglichen Lebens neu und präsentiert sie uns losgelöst von ihrem realen Umfeld. Er modelliert scheinbar schwebende Installationen, die in ihrem luftigen Spiel mit Raum und Licht die Beziehung von Mensch und Natur visualisieren.

Eng verwurzelt mit den Traditionen seines Heimatlandes ist sein bevorzugtes Arbeitsmaterial – die Holzkohle. Diese findet in Korea eine alltägliche Verwendung im Ritual der Läuterung und Reinigung. Ebenso verkündet sie an der Haustür als froher Bote die Geburt eines Kindes und hilft bei der Abwehr von bösen Geistern. Bahk beschäftigt sich seit seinem Frühwerk mit der Beschaffenheit von Holzkohle und gibt ihr einen tiefgreifenden Sinngehalt. Das Material symbolisiert sowohl Beständigkeit als auch Vergänglichkeit und veranschaulicht den Kreislauf des Lebens. So erzählt der Künstler von seinem liebsten Medium: “The tree in nature has been a closest friend and companion of human beings. Long time ago, the tree was a symbol of woods and a pronoun of rich nature. [...] Nature dies but is born again. It is reborn in a form of small black charcoal, another form of existence of a tree.” Bahk geht sogar einen Schritt weiter und mahnt für den bewussten Umgang mit unserer Umwelt: “I tried to present a form paradoxically with charcoal as an end of nature. I hope that this modest and civic attempt leads you to see the importance of rebirth or recycling.”

Seine Skulpturen zeigen, wie Werden, Sein und Vergehen unzertrennbar verbunden sind. Ähnlich wie das Vanitas-Motiv der klassischen Kunstgeschichte erinnert uns der verbrannte pflanzliche Überrest an den Tod und zugleich an das Leben danach. Erst mit diesem Fokus auf das Vergängliche richtet sich unser Blick auf das Dauerhafte – ganz ähnlich der Leerstellen in koreanischen Tuschezeichnungen von Gebirgen und Gewässern. Die Isolierung und Vergrösserung der Objekte erinnert an die Grundzüge der Pop Art. Das Medium des Künstlers – die matten schwarzen Energieträger – verweist auf eine Verbindung zur italienischen Kunstbewegung der Arte Povera. Die Kohleblumen von Jannis Kounellis seien an dieser Stelle genannt. Das bewusst gewählte Material und sein realer Charakter schlagen gleichzeitig eine Brücke zu Rebellions- und Aktionskünstlern wie Joseph Beuys. Allerdings werden die Arbeiten von Beuys und Kounellis irgendwann zerfallen. Bahk geht hingegen von einer entgegengesetzten Position aus: Fragiles Material wird solide. Seine Originalität findet in dieser unterschiedlichen Ausrichtung ihren Ausdruck, wie der koreanische Kunstkritiker Tae-Man Choi anmerkt.

Geboren in SunSan in Südkorea lebt Bahk schon während seines Studiums an der Chung-Ang Universität in Seoul ein international vernetztes Leben. Nach seinem Masterabschluss im Jahr 1994 verbringt er einen mehrjährigen Aufenthalt in Europa, um an der Accademia di Belle Arti Brera in Milano und dem Barnet College in London seine bildhauerische Ausbildung fortzusetzen. Der 45-jährige Künstler kann auf eine bedeutende internationale Ausstellungstätigkeit zurückblicken. Für Furore sorgte zum Beispiel seine knapp drei Meter hohe Kronleuchter-Installation im Eingangsbereich der Art Dubai im Jahr 2009.