Galerie Andreas Binder

Philipp Lachenmann 'Cine // Città'

Philipp Lachenmann 'Cine // Città'

untitled (the waves_1) (detail) by philipp lachenmann

Philipp Lachenmann

Untitled (The Waves_1) (detail), 2012

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untitled (nuit américaine) by philipp lachenmann

Philipp Lachenmann

Untitled (Nuit Américaine), 2012

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untitled (campo de' fiori_infinity#1) by philipp lachenmann

Philipp Lachenmann

Untitled (Campo de' Fiori_INFINITY#1), 2013

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untitled (ducale mirror_2) by philipp lachenmann

Philipp Lachenmann

Untitled (Ducale Mirror_2), 2012

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untitled (ducale mirror_1) by philipp lachenmann

Philipp Lachenmann

Untitled (Ducale Mirror_1), 2012

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untitled (ducale fireplace_1) by philipp lachenmann

Philipp Lachenmann

Untitled (Ducale Fireplace_1), 2012

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Thursday, October 24, 2013Friday, December 20, 2013


Munich, Germany

PHILIPP LACHENMANN
Cine//Città

Eröffnung: 24. Oktober 2013 ab 19 Uhr
Der Künstler ist zur Ausstellungseröffnung anwesend.

Dauer der Ausstellung: 25. Oktober – 20. Dezember 2013

KUNSTWOCHENENDE
08. - 10. November 2013

Sonntag, 10. November 2013, 14 Uhr:
Kamin-Gespräch mit Prof. Dr. Beatrice von Bismarck (Professorin für Kunstgeschichte und Bildwissenschaft an der HGB Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig) und Astrid Wege (freie Kuratorin, Köln)

Unter dem Titel Cine//Città zeigt die Galerie Andreas Binder in einer Einzelausstellung aktuelle Werke des deutschen Künstlers Philipp Lachenmann, die während seines einjährigen Aufenthaltes in der Villa Massimo in Rom entstanden sind.

Cine//Città besteht vorwiegend aus "Requisiten", die Themen des Filmischen und der Inszenierung mit dem Topos der Leerstelle bzw. dem Verschwinden des Narrativen verbinden. Ausgangspunkt des Konzepts ist ein Repräsentationskamin aus dem Thronsaal des Palazzo Ducale in Urbino, dem Hort der italienischen Renaissance und im weiteren Sinn ein Metonym für die perspektivische Entwicklung der Kunst hin zum Film. In Anlehnung an ein Studio-Set wurden daraus vier dialogische Zonen entwickelt, in denen sich nicht nur essentielle Parameter der Mise-en-scène und des Bewegtbildes abbilden, sondern auch kinematografische Referenzkonstruktionen von Architektur, Skulptur, Malerei und Fotografie verhandeln lassen. Den Eingangsbereich bildet ein Kulissen-Nachbau des Repräsentationskamins zusammen mit einem silbernen, stumpfreflektierenden Gemälde, Zitat eines historischen Spiegels, an der Wand gegenüber. In einem weiteren Raum sind die filmischen Parameter Figur und Licht eingebunden im "Gespräch" zwischen Skulptur und konzeptuellem Leucht-Objekt. Ein geschlossener Restaurantschirm spielt hier mit dem "Figurativen" in Form des klassischen Faltenwurfmotivs der Renaissance, während sich seine weiße Oberfläche einfärbt im Widerschein einer Schwarzlicht-Neon-Schrift, die auf der Wand die Worte Nuit Américaine herausbildet (Nuit Américaine bezeichnet in der Filmtechnik das Drehen bei Tag mit geschlossener Blende, um eine Nachtaufnahme zu simulieren). Lachenmann beauftragte einen Kulissenmaler, basierend auf Fotografien von den “Brandmauern” des Originalkamins in Urbino, Ölgemälde in drei Größen pro Motiv anzufertigen. Fotos und Gemälde werden in der Nähe des Kamins, aber räumlich separat präsentiert. So entsteht eine Art "Echokammer" zum ersten Raum, in der das konkrete Innenleben des Kamins sich repetitiv spiegelt und zugleich in Abstraktion verselbständigt. Im letzten Raum kondensieren schließlich Projektion, Schein und Abbildung mittels eines 16mm-Films aus den 50er Jahren und eines Kristallglassteins zu einer Reflexion über Materie und Auflösung. Ein 6-minütiger S/W-Film von zusammenbrechenden Eisbergen, projiziert durch ein Kristallglas, zersplittert an der Wand in bewegte Lichtflecken und Wellenformen.

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Im Vordergrund des Interesses von Lachenmann stehen die Mechanismen und Wirkungsweisen des Imaginären, insbesondere die Verschiebungen, Parallaxen des sogenannten Kollektiven Gedächtnis. Seine Filme, Fotografien, Skulpturen und Installationen sind durchwegs Arbeiten am Essentiellen der Bildgenese, an den dem Bildlichen vorerst zugrunde liegenden Repräsentationsstrukturen, welche in ihren Bedeutungsmonopolen offengelegt, ihre Prägungen decodiert und auf neuer Ebene lesbar gemacht werden. Einfache Eingriffe in die Schichten des "Bildes" - und im weiteren unseres Begriffs davon - verbinden sich dazu angelegentlich mit der Implementierung von Vorgefundenem in neue perzeptive Zusammenhänge, um alternative, auch politische Bedeutungsräume zugänglich zu machen. Dabei analysiert seine Kunst präzise jene visuellen Verführungen, die zu inneren Bildern und Fetischen geronnen wirkungsmächtig unseren Alltag formen. Lachenmanns Arbeiten agieren und argumentieren auf verschiedenen semiotischen Ebenen, sodass sie sich variabel lesen lassen, ihre Offenheit bewahren und zur Dekonstruktion hegemonialer Deutungshierarchien führen. Philipp Lachenmann, 1963 geboren, studierte nach einer Ausbildung als Architekturmodellbauer Kunstgeschichte, Philosophie und Film, bevor er 1997 zur künstlerischen Praxis wechselte. Seit 2010 arbeitet Lachenmann in Berlin. 2012 wurde er mit dem Villa-Massimo-Stipendium Rom ausgezeichnet. Nationale sowie internationale Ausstellungen (Auswahl): 2013 „The Whole Earth - Kalifornien und das Verschwinden des Außen“, Haus der Kulturen der Welt, Berlin; „Nacht der Villa Massimo“, Martin-Gropius-Bau, Berlin; „Nur hier. Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland. Ankäufe von 2007 bis 2011“, Bundeskunsthalle Bonn; 2011/2012 „Wunder. Kunst, Wissenschaft und Religion vom 4. Jahrhundert bis zur Gegenwart“, Deichtorhallen Hamburg; 2010 „Some Scenic Views“, Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin; 2008 „Hello Darkness", K21, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen; 2004 "Mehrfach Belichtet. Multiple Exposure“, Galerie im Taxispalais, Innsbruck; „Shanghai Biennale“, Shanghai, China;