Galerie Andreas Binder

Matthias Meyer ' Vom tatsächlich Sichtbaren'

Matthias Meyer ' Vom tatsächlich Sichtbaren'

Friday, March 16, 2012Saturday, May 5, 2012


Munich, Germany

MATTHIAS MEYER
Vom tatsächlich Sichtbaren

Eröffnung: Donnerstag, den 15. März 2012, ab 19 Uhr
Opening: Thursday, the 15th of March 2012, 7 pm

Dauer der Ausstellung: 16. März – 5. Mai 2012
March 16 – May 5, 2012

PRESSEMITTEILUNG

Unter dem Titel 'Vom tatsächlich Sichtbaren' zeigt die Galerie Andreas Binder im Rahmen einer Einzelausstellung die aktuellen Werke des Künstlers Matthias Meyer.

Es ist längst zum Ritual geworden, Abstraktion und Figuration als antagonistisches Paar der Malerei gegeneinander auszuspielen. Seit der Moderne hat sich diese Dichotomie einschließlich ihrer jeweiligen Parteibildungen hartnäckig und selbst wider besseren Wissens gehalten. Einer jüngeren Generation von gelassen zwischen den beiden Polen changierenden Malern scheint nun aber die Auflösung der anachronistischen Demarkationslinien zu gelingen. Matthias Meyer gehört dank der technisch-konzep- tuellen Raffinesse seiner lasierenden Malerei zu dieser Phalanx in Deutschland. „Ich bin mir im Grunde nicht einmal sicher, ob es überhaupt abstrakte Bilder gibt“, sagt der in Göttingen gebürtige Künstler. Im Umkehrschluss dazu könnte man angesichts seiner motivisch diffundierenden Ölmalerei auch behaupten, dass es in seinem Werk auch keine wirklich gegenständlichen Bilder gibt. „Vom tatsächlich Sichtbaren“ ist demnach als Appell zu verstehen, die Phänomenologie der Malerei immer neu auf ihren etwaigen Trugbildcharakter hin zu überprüfen.

Untergliedert in Themenbereiche wie Wasser- und Stadtlandschaften, Interieurs und Wälder, Untersichten und Konstruktionen fächern sich die aus der Natur sowie Urbanität entliehenen Leitmotive Meyers in der Ausstellung auf. Matthias Meyer nutzt zwar Fotovorlagen und auch kleinere Acrylskizzen als Gedächtnisstützen, die Gemälde selbst entwirft er jedoch davon losgelöst in einem improvisierenden Duktus. „Es ist ein Risikomoment“, gesteht er. „Eigentlich baue ich das Bild abstrakt von hinten her auf, sobald ein Detail kenntlich wird, stoppe ich den Prozess wieder.“ Dem einzelnen Werk ist dieses fast traumwandlerische Vorgehen prima vista anzusehen. Auf den historischen Konflikt zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit spielt Matthias Meyer virtuos an, doch hat seine Malerei zugleich eine Offenheit, die der persönlichen, stark diversifizierten Wahrnehmung in unserer Gegenwart entgegenkommt. In einem Schwebeverfahren zwischen Unschärfe und Konkretisierung weist Meyer unsere retinalen Eindrücke als Phantasmen am Rande des Schwerkraftverlusts aus. (Dr. Birgit Sonna)

Der Künstler ist zur Ausstellungseröffnung anwesend.