Galerie Andreas Binder

Matthias Meyer: In der Ferne so nah

Matthias Meyer: In der Ferne so nah

southern cross by matthias meyer

Matthias Meyer

Southern Cross, 2014

Price on Request

Friday, May 16, 2014Saturday, September 6, 2014 (Opening Reception: Thursday, May 15, 2014, 7 p.m. (EST))

Knöbelstraße 27
Munich, 80538 Germany

Unter dem Titel In der Ferne so nah zeigt die Galerie Andreas Binder aktuelle Werke des Künstlers Matthias Meyer. Die Natur spielt eine tiefgehende Rolle in Meyers Arbeiten. Dabei bewahrt er eine feinfühlige Ausgewogenheit in ihrer Darstellung, die sich zwischen Realismus und Abstraktion ansiedelt. Innerhalb dieser Welt ist Wasser der Schwerpunkt der Erkundung. Diese ist sowohl geheimnisvoll wie auch enthüllend, denn in der Oberfläche des Wassers spiegelt sich die Umgebung wieder, gleichzeitig aber auch bietet sie einen flüchtigen Einblick in die Unterwasserwelt. Geheimnisvolle, verzerrte Bilder von sich zersetzenden Baumstämmen tauchen in der Tiefe auf, während Schilf und Gräser an der Wasseroberfläche gedeihen. Diese organischen Formen fließen ineinander über und bilden somit ein dynamisches Ökosystem, den Lebenskreislauf der Natur, des Todes und der Erneuerung ab. Meyer’s Anspruch ist nicht die unmittelbare Widergabe der Natur, sondern eine Transformation dieser in verwobene Darstellungen von satten, magischen und traumähnlichen Landschaften, die von der Wahrnehmung des Wassers, des Lichts und der Farbe erfüllt ist.

Sachliches Erfassen der Wirklichkeit, beziehungsweise des Bildausschnitts durch die Kamera ermöglicht die Wiedergabe der Realität oder Natur mit möglichster Distanz und erhöht damit sowohl Neutralität als auch Authentizität. Es ist längst zum Ritual geworden, Abstraktion und Figuration als antagonistisches Paar der Malerei gegeneinander auszuspielen. Seit der Moderne hat sich diese Dichotomie einschließlich ihrer jeweiligen Parteibildungen hartnäckig und selbst wider besseren Wissens gehalten. Einer jüngeren Generation von gelassen zwischen den beiden Polen changierenden Malern scheint nun aber die Auflösung der anachronistischen Demarkationslinien zu gelingen. Matthias Meyer gehört dank der technisch- konzeptuellen Raffinesse seiner lasierenden Malerei zu dieser Phalanx in Deutschland. „Ich bin mir im Grunde nicht einmal sicher, ob es überhaupt abstrakte Bilder gibt“, sagt der in Göttingen gebürtige Künstler. Meyer nutzt zwar Fotovorlagen und auch kleinere Acrylskizzen als Gedächtnisstützen, die Gemälde selbst entwirft er jedoch davon losgelöst in einem improvisierenden Duktus. „Es ist ein Risikomoment“, gesteht er. „Eigentlich baue ich das Bild abstrakt von hinten her auf, sobald ein Detail kenntlich wird, stoppe ich den Prozess wieder.“ Dem einzelnen Werk ist dieses fast traumwandlerische Vorgehen prima vista anzusehen. Auf den historischen Konflikt zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit spielt Matthias Meyer virtuos an, doch hat seine Malerei zugleich eine Offenheit, die der persönlichen, stark diversifizierten Wahrnehmung in unserer Gegenwart entgegenkommt. (Textabschnitt von Dr. Birgit Sonna) Matthias Meyer (*1969) lebt und arbeitet in Mülheim an der Ruhr. Sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf schloss er als Meisterschüler bei Prof. Gerhard Richter ab. 1994 war er Gaststudent an der Londoner Chelsea College of Art und gewann im darauffolgenden Jahr den SBC European Art Competition, ausgerichtet vom Schweizerischen Bankverein.

Nationale sowie internationale Ausstellungen (Auswahl): Kunstverein Leverkusen, Schloss Morsbroich (Herbst 2014); Das flüssige Element, SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin, Museum Ahrenshoop, Niederlande; Konstruktives Wiedersprechen, Sammlung Alison & Peter Klein, Eberdingen-Nussdorf; Wetland, Gallery Danese Corey, New York; Gallery Wilma Tolksdorf, Frankfurt; 2x2, EKFF Eileen Kaminsky Family Foundation, New York; Megacool 4.0. Jugend und Kunst, Künstlerhaus k/haus, Wien; Vom tatsächlich Sichtbaren, Kunstverein Duisburg; Unlängst im Wald, Zentrale der Bayerischen Staatsforsten, Regensburg; Inter Cool 3.0., Hartware Medienkunstverein, Dortmund; Seoul on my Mind, Koreanisches Kulturzentrum, Berlin; Inner Space/Outer Limits: The Vern Collective, Walker´s Point Center for the Arts, Milwaukee; Landschaft entdecken, Kunstsammlung Gera; Maha Kumbh Mela, Junge Kunst e.V., Wolfsburg, Lebt und arbeitet in..., Neuer Kunstverein, Aschaffenburg, etc.

Der Künstler ist bei der Ausstellungseröffnung anwesend.