Galerie Andreas Binder

Jan Davidoff 'Bridging a Gap'

Jan Davidoff 'Bridging a Gap'

zuwachs (ausschnitt) by jan davidoff

Jan Davidoff

Zuwachs (Ausschnitt), 2013

Friday, May 17, 2013Saturday, June 29, 2013


Munich, Germany

JAN DAVIDOFF
Bridging a Gap

Eröffnung: Donnerstag, den 16. Mai 2013, ab 19 Uhr
Dauer der Ausstellung: 17. Mai – 29. Juni 2013

PRESSEMITTEILUNG:
Unter dem Titel Bridging a Gap zeigt die Galerie Andreas Binder erstmals in einer Einzelausstellung aktuelle Werke des deutschen Künstlers Jan Davidoff. In seinem bereits sehr beachtlichen Œuvre hat Davidoff gleichsam seine ganz eigene Bildsprache gefunden, die mit einer großen technischen Bandbreite interferiert. Die Ausstellung Bridging a Gap widmet sich der Auseinandersetzung des Malers mit der anthropogenen Landschaft. Dieser Begriff umfasst die Welt aus der Sicht Davidoffs, die sich ihm als eine Kulturhistorische präsentiert. Dieser Vorstellung folgend untersucht er in seiner Malerei das Wechselspiel von Kultur und Natur, indem er die Welt innerhalb ihrer natürlichen sowie den vom Menschen geprägten Stufen porträtiert. Das Betrachten seiner Bilder gleicht daher oftmals einer Reise auf der Suche nach dem Ursprünglichen. Immer tiefer verstrickt sich der Mensch dabei in seiner eigenen Existenz, egal ob er in einer Menschenmenge aufgeht, Kathedralen, Hochhäuser in ihrer Gewaltigkeit um sich schwirren sieht, den Blick auf scheinbar unendliche Bachläufe richtet oder aber das Dickicht des Waldes ihn seine geringe Größe im Angesicht der übermächtigen alles überwuchernden Natur erfahren lässt. Doch die Perspektiven scheinen sich dabei zu verändern, wer oder was ist denn Kreatur und wer der Kreator? Wer schafft was? Oder vielmehr, was schafft wen? Grenzen heben sich auf, Naturgesetze verschwimmen, Isolation verschwindet, alles scheint eins zu sein - und ist es doch nicht. Exemplarisch kann dieser Prozess anhand des Bildes „Zuwachs“ nachvollzogen werden. Ein starker Baumstamm, dünnes sich ins Endlose emporstreckendes Geäst demonstriert auf filigrane Art die Gewalt der Natur sich des vom Menschen Geschaffenen zu bemächtigen. Jedoch wirkt der Baum seiner Lebendigkeit beraubt, schwarz, traurig. Der konturenbetonte, fast holzschnittartige Baum bricht sich auf dem spiegelnden fluoreszenten Untergrund, einander sich ausschließende Gegensätze werden eins und heben sich doch deutlich voneinander ab. Davidoff lotet die ganze Bandbreite malerischer Techniken aus, da er neben Arbeiten auf Leinwand aktuell auch Edelstahlplatten oder patinierte Kupferplatten als Grundlage für seine Malerei verwendet. Durch das Zusammentreffen des reduzierten Farbauftrags und des weichen, zähen Metalls, welches in Form gebracht und schließlich auf einen massiven Holzkern überzogen wird, erhalten Davidoffs Bilder ihre besondere Wirkung, bei dem der Malgrund überaus spürbar wird. Hier weisen bereits die Materialien die fruchtbare Wirkung von Mensch und Natur auf, denen der Künstler durch spezielle Schleiftechniken Reliefcharakter und dadurch Dreidimensionalität verleiht. Die auf seinen Bildern reduzierten und abstrahierten Menschen oder Gebäuden werden besonders aufgrund jener Technik deutlich hervorgehoben. Auf diese Weise vermag er dem einfachen visuellen Wahrnehmungsakt eine weitere, fast magische Dimension zu entlocken.

Jan Davidoff (*1976 in Norden) lebt und arbeitet in München und Utting am Ammersee. Er absolvierte sein Studium 2009 an der Akademie der Bildenden Künste bei Prof. Günter Förg und Prof. Anke Doberauer in München. Studienreisen durch China, Indien, Südostasien, Amerika. Kürzlich wurde ihm der Art Award Seligenstadt verliehen. Nationale sowie internationale Ausstellungen unter anderem: TS Art projects, Berlin, Museum Villa Stuck, Hal Bromm Gallery, New York, Studios of Key West, Florida, EKFF (Eileen Kaminsky Family Foundation), NYC, USA. Darüber hinaus werden seine Werke auch auf internationalen Messen in NY, Miami, Seoul, etc. präsentiert.

Der Künstler ist zur Ausstellungseröffnung anwesend.