Galerie Andreas Binder

Haiying Xu 'Seeadler'

Haiying Xu 'Seeadler'

raum und figur 1 by haiying xu

Haiying Xu

Raum und Figur 1, 2010

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farewell my concubine by haiying xu

Haiying Xu

Farewell my Concubine, 2010

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der abschied by haiying xu

Haiying Xu

Der Abschied, 2010

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du und sie uns wir 3 by haiying xu

Haiying Xu

Du und Sie uns Wir 3, 2010

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seeadler 3 by haiying xu

Haiying Xu

Seeadler 3, 2010

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raum und figur 3 by haiying xu

Haiying Xu

Raum und Figur 3, 2010

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Wednesday, June 30, 2010Saturday, July 31, 2010


Munich, Germany

HAIYING XU
Seeadler

Eröffnung: Mittwoch, den 30. Juni 2010 ab 19.00 Uhr
Opening Reception: Wednesday, 30th of June 2010 at 7 pm

Dauer der Ausstellung: 1. - 31. Juli 2010
Duration of the exhibition: 1st - 31st of July 2010

Unter dem Titel Seeadler zeigt die Galerie Andreas Binder erstmalig aktuelle Werke der Künstlerin Haiying Xu.

Haiying Xu verbindet in ihrer Malerei Elemente aus Ost und West und spielt mit den Sehnsüchten der Menschen. Im Mittelpunkt steht dabei die Erforschung der eigenen Identität. Die immer wiederkehrenden Selbstportraits dienen ihr als eine Art Spiegel, als stetiger Seismograph ihrer Gefühlslagen und –Veränderungen im Laufe der Zeit. Die 2010 entstandenen, fast ausschließlich großformatigen Arbeiten, sind von einer ausnehmend dunklen Farbigkeit geprägt und zeigen nächtliche Szenen. Doch die Dunkelheit hat nichts Unheimliches oder Gefährliches an sich. Die surrealen, traumähnlichen Szenerien spielen sich fast alle im tiefblauen Wasser ab. Oft ragt ein einzelner Baum schützend über die zarten Mädchenfiguren, die sich in diesen Nachtlandschaften schlafwandlerisch bewegen. Sie strahlen Ruhe aus, scheinen die Stille zu genießen und den nächtlichen Rückzugsort zu nutzen, um sich in die eigenen Erinnerungen zu vertiefen. Diese kontemplative Erfahrung ruft Bilder hervor, Bilder aus der Kindheit: gute Geister, mächtige Zauberer, Begleiter aus jungen Jahren, die einem vertraut sind und geduldig über einen wachen. Immer wieder tauchen Figuren doppelt auf, die so im Bild mehr Gewichtung erhalten. Im Gegensatz zu früheren Arbeiten löst sie sich nun von den reinen Selbstportraits. Die chinesischen Mädchen scheinen von ihrer Heimat zu träumen, während sie gleichzeitig daneben stehen und sich beim Träumen beobachten. Im Hintergrund der Nachtbilder tauchen immer wieder Häuser und Landstriche auf. Ein deutlicher Wandel im Malstil zeigt sich durch die Verdünnung der Ölfarbe, was zu sanfteren Farbübergängen und einer weichen, flüssigeren Malweise führt. Dabei bilden die feinen Gesichtszüge sowie die detailreichen fließenden Stoffe über den zarten Frauenkörpern einen starken Kontrast zu den oft diffusen, großzügig gemalten Hintergründen. (Anna Wondrak)

Die Szenen auf den Gemälden von Haiying Xu wirken oft wie aus einem Ablauf herausgegriffene Augenblicke. Dabei erfahren Frauen und Männer eine grundlegend unterschiedliche Darstellung. Nur in ihrer gezeichneten Autobiografie kommen Männer vor, die wie wirkliche Vertreter ihres Geschlechts aussehen. Auf ihren Gemälden übernehmen Symbolgestalten die männlichen Rollen. Frauen unterwirft Haiying Xu einer steten Verwandlung. In immer neuer Gestalt erscheinen sie als Personen der chinesischen Geschichte, als Figuren der Peking-Oper oder als moderne Zeitgenossinnen, die in immer neuen Kleidern, Frisuren und Körperhaltungen auftreten.
Die Werkserie, in der sich die Protagonistin zwischen farbigen Wänden bewegt, setzt sich hiervon nicht nur inhaltlich ab. Im Gegensatz zum lasierenden Farbauftrag, der den Landschaften Leuchtkraft und Leichtigkeit verleiht, sind die Töne auf den Darstellungen von Figur und Raum von undurchdringlicher Intensität. Leer sind die farblich raffinierten geometrischen Räume, in denen sich das Mädchen zurechtzufinden sucht. Dabei ist nicht der äußere Unterschied zur geheimnisvoll belebten Landschaft von Bedeutung. Von der übersichtlichen Architektur und der modischen Kleidung führt der Weg in die unberechenbare Natur. (Dr. Annemarie Zeiller)

2009 schloss die Künstlerin ihr Studium der Malerei in der Akademie der bildenden Künste München bei der Professorin Anke Doberauer als Meisterschülerin ab. Im Juni 2010 erhielt Haiying Xu auf der Biennale „mulhouse 010“ den Prix du Conseil General du Haut-Rhin. Anlässlich der Ausstellung Seeadler in der Galerie Andreas Binder erscheint ein Buch im Kerber Verlag. (96 Seiten, Hardcover, deutsch/englisch)

Die Künstlerin ist zur Ausstellungseröffnung anwesend.