Walter Dahn: Works From The 80'S

Walter Dahn: Works From The 80'S

installation view

Installation view

Thursday, August 28, 2014Friday, November 28, 2014

Waldmannstraße 8
Zurich, 8001 Switzerland

Die Galerie Andrea Caratsch zeigt vom 28. August bis zum 28. November 2014 eine Werkübersicht der Arbeiten aus den achtziger Jahre von Walter Dahn.

Walter Dahn wird am 8. Oktober 1954 in St. Tönis bei Krefeld geboren. Von 1971 bis 1977 studiert er an der Kunstakademie Düsseldorf und wird jüngster Meisterschüler bei Joseph Beuys. Ab 1979 bildet er zusammen mit Peter Adamski, Peter Bömmels und Georg Dokoupil die Mülheimer Freiheit, eine lose Künstlerverbindung und wohl die stärkste Antriebsfeder der Bewegung der ‚Jungen Wilden’ der 80er Jahre. In dieser Formation stellt er in verschiedenen Galerien und Museen in Deutschland aus. 1982 nimmt er an der Documenta 7 in Kassel teil, und auch an der Ausstellung ‚Zeitgeist’ im Martin Gropius Bau in Berlin. Zu derselben Zeit beginnt er, sich von der Mülheimer Freiheit zu lösen und sich als ‚Einzel-Künstler’ zu etablieren. Seine Arbeit wird seitdem in zahlreichen Ausstellungen in Europa, Japan und den USA gezeigt. Walter Dahn wird 1995 zum Professor für Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig ernannt. Er lebt und arbeitet in Köln.

Walter Dahn beschreibt die Mülheimer Freiheit als ‚eine Art Mischung aus Irrenanstalt, Kindergarten und Kunstschule’1, die sich durch eine gemeinsame Haltung definierte: eine radikale inhaltliche und formelle Offenheit mit einer humor- und lustvollen Dekonstruktion aller Normen, Verhärtungen und Voraussetzungen der Kunst des 70er Jahre, der Minimal Art und der Konzeptkunst. In diesem Kontext fand ein gewaltiger künstlerischer Durchbruch statt, der hier mit Walter Dahns Arbeiten von 1981 bis 1983 bestens dokumentiert wird, exemplarisch zum Beispiel in ‚Aus Schuhen werden Krokodile’ (1981). Zu dieser Zeit verband Dahn eine besonders enge Zusammenarbeit und Freundschaft mit Dokoupil. Die Zwiespältigkeiten dieser Beziehungen stellt Dahn sehr unverblümt in den Arbeiten, ‚Hör genau zu’ (1981)‚ Portrait Dokoupil’ (1983) oder ‚Flames of friendship’ (1983) dar. Die Vehemenz seines Diskurses, inhaltlich wie auch formell, führt zu der ‚Bad Painting-Ästhetik’ welche bis zum heutigen Tag prägend ist für eine ganze Generation von Künstlern.

In Dahns Werken der späteren achtziger Jahre wird man eine graduelle und dann immer radikalere Abwendung vom dramatischen, dicken Auftrag der Farbe feststellen. Hingegen charakterisieren sich diese Arbeiten durch eine immer schlichter werdenden Technik der Darstellung, die dem Inhalt den Vorrang gibt und nicht etwa der Malerei an und für sich. Zurückblickend wird Dahn sagen: ‚Das Beste was ich gemacht habe, ist, als ich aufgehört habe zu malen um zu malen und ich meinen ersten Siebdruck gemacht habe.’ Ausgangspunkt und Vorlagen für diese Arbeiten sind Ansammlungen von eigenen früheren Zeichnungen, Artikel, Karikaturen, Nachschlagewerke zur Kunstgeschichte oder Anthropologie und vieles mehr. Die Auswahl der Sujets scheint vordergründig arbiträr - die Zeichnung oder besser das Zeichen als Bedeutungsträger soll im Vordergrund seines künstlerischen Efforts stehen. Assemblagen religiöser Symbole (,Afrikanische Dreifaltigkeit’ und ,Die natürliche Dreifaltigkeit’, 1986) kontrastieren mit einem ironischen Versuch das Leben und die Kunst auf naturwissenschaftliche Formeln zu reduzieren (‚Exakt erweiterte Naturwissenschaften’, 1986) und mit der Karikatur als Kunst (‚Atelier’, 1988).

Als Richard Prince Dahn über seine zahlreichen Stilrichtungen befragt, ist dessen Antwort sehr bestimmt: ‚the content did never change’ (sic). Es handelt sich hier nicht um ‚l’Art pour l’Art’. Es geht hier um Inhalte, wo auch immer dieser liegen mag.

1 Richard Prince, ‚Interview with Walter Dahn’, in Journal of Contemporary Art, 1994, vol. 7, no. 1, pp.112-127; www.cjaonline. com/dahn



From 28 August to 28 November 2014, Galerie Andrea Caratsch will be showing an overview of the work of Walter Dahn from the 1980s.

Walter Dahn was born on 8 October 1954 in St. Tönis near Krefeld, Germany. From 1971 to 1977 he studied at the Kunstakademie Düsseldorf, where he was the youngest master-scholar of Joseph Beuys. Beginning in 1979, along with Peter Adamski, Peter Bömmels and Georg Dokoupil, he formed the group Mülheimer Freiheit, a loose association of artists who were among the most prominent forces behind the “Jungen Wilden” movement in the 1980s. Dahn exhibited works with these artists in galleries and museums throughout Germany. In 1982 he took part in Documenta 7 in Kassel as well as the exhibition Zeitgeist at the Martin-Gropius-Bau in Berlin. Around this time, he began to move away from the Mülheimer Freiheit group and establish himself as a “solo artist.” Since then, his works have been shown in numerous exhibitions in Europe, Japan and the United States. In 1995 Dahn was appointed professor of painting at the Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. He lives and works in Cologne.

Walter Dahn describes the Mülheimer Freiheit as a mixture of “an insane asylum, a kindergarten and an art school”1 that was defined by a common attitude: a radical conceptual and formal openness with a humorous and playful deconstruction of all norms, preconceptions and assumptions for art in the 1970s, Minimal Art and Conceptual Art. In this context, an enormous artistic breakthrough took place, which is thoroughly documented in this exhibition with Dahn’s works from 1981 to 1983, as exemplified by Aus Schuhen werden Krokodile (1981). At this time, Dahn maintained a close working relationship and friendship with Dokoupil. Dahn illustrates the conflicting nature of these relationships very bluntly in the works Hör genau zu (1981)‚ Portrait Dokoupil (1983) and Flames of Friendship (1983). The vehemence of his discourse, both in content and form, led to the “bad painting aesthetic” that continues to influence an entire generation of artists to this day.

Dahn’s works from the late 1980s evidence a gradual and then increasingly radical turn away from dramatic, thickly applied paint. On the other hand, these works are characterized by an increasingly simple technique of representation that emphasizes the subject matter and not painting itself. Looking back, Dahn says: “The best thing that I did is when I stopped painting in order to paint and made my first screen print.” The starting point and templates for these works were collections of his own earlier drawings, articles, caricatures, reference works on art history and anthropology, and much more. The selection of subjects seems superficial and arbitrary; instead, the drawing—or the act of drawing in its symbolic function—is the focus of his artistic efforts. Assemblages of religious symbols (Afrikanische Dreifaltigkeit and Die natürliche Dreifaltigkeit, both 1986) contrast with an ironic attempt to reduce life and art to scientific formulas (Exakt erweiterte Naturwissenschaften, 1986) and the caricature as art (Atelier, 1988).

When Richard Prince asked Dahn about his numerous styles, his answer was very definite: “The content did never change (sic).” This is not “l’Art pour l’Art.” It is about content, wherever it may lie.

1 Richard Prince, “Interview with Walter Dahn,” in Journal of Contemporary Art, 1994, vol. 7, no. 1, pp.112–127; www.cjaonline. com/dahn