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Sebastian Riemer Sep 7 - Oct 27, 2012
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Sebastian Riemer Cocktail, 2011
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Sebastian Riemer Akademiebox, 2010
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Sebastian Riemer Knopf I, 2012
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Sebastian Riemer Knopf II, 2012
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Sebastian Riemer Pflaster, 2010
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Sebastian Riemer Spur, 2009
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Sebastian Riemer
7.9. – 27.10.2012
Die Galerie Clara Maria Sels zeigt in ihrer zweiten Einzelausstellung mit Sebastian Riemer
einen Werkzyklus fotografischer Arbeiten der jüngst in Istanbul entstanden ist.
Der Umgang mit der Vielschichtigkeit der uns umgebenden sichtbaren Wirklichkeit ist
charakteristisch für das Werk Sebastian Riemers. Durch konzentrierte Ausschnitte und
präzise Auswahl der Motive entstehen neue Wahrnehmungsmodi, die über das
Fotografierte weit hinausweisen.
Riemer fasziniert die Stofflichkeit des Materials und ihre spezifische Oberfläche. Sie sind
für ihn der bildnerische Ausgangspunkt seiner Werke. Die Ästhetik von Strukturen, ihre
Schönheit aber auch die Veränderung durch die Zeit sind in seinen Bildern verortet. Oft
wird das fotografierte Sujet bis zu seiner Unkenntlichkeit vergrößert. Gegenständlichkeit
und Abstraktion verbinden sich hier miteinander und es entsteht ein imaginärer Raum. Der
Künstler liebt den Balanceakt zwischen dem fotografierten Gegenstand und seiner bloßen
Andeutung und vielleicht auch seiner Bedeutung mit der er uns in eine neue, seine
Bildwelt führt.
Sein jüngst in Istanbul entstandenes wandfüllendes Bild, benannt nach einem Stadtteil in
Istanbul, “Tophane“ (2012, Direktdruck auf Aluminiumverbundplatte, 150 x 530 cm, Ed. 3)
zeigt eine aus 20 Tafeln bestehende Mauerverkleidung mit den Resten von eigentümlichen
Aufklebern und Kritzeleien, die an einen antiken Fries denken lassen. Im selben Raum ist
auch das Werk “Bucht (Berggren)“ (2012, Giclée-Print auf Aluminiumverbundplatte, 75 x
150 cm, Ed. 3), auf der eine Stadtansicht Istanbuls aus osmanischen Zeiten zu sehen ist
vertreten. Die Vedute und der Ausschnitt einer Wand könnten auf den ersten Blick kaum
unterschiedlicher sein. Doch durch ihre ungewöhnliche bildliche Fragmentierung entfaltet
sich ein verbindender Reiz und verschafft so beispielhaft dem Betrachter Zutritt zu
Riemers motivischer Differenziertheit. Der flüchtige Blick und das tatsächlich Gesehene
werden vom Künstler geschickt gegeneinander ausgespielt.
Es gelingt dem Künstler meisterlich aus vorgefundener Materie ein vielschichtiges,
immaterielles Werk zu schaffen. Doch bleiben seine Bilder auch stets technischen
fotografischen Prinzipien, wie etwa Wiedergabegenauigkeit und Bildschärfe, verpflichtet.
Der Bildreferent wird so nicht durch spielerisch eingesetzte Mittel wirklich verändert
sondern bewahrt, stets für den Betrachter ersichtlich, seine Herkunft aus der banalen
Alltäglichkeit. Somit nimmt Sebastian Riemer in der aktuellen Debatte um zeitgenössische
abstrakte Fotografie eine herausgehobene Stellung ein.
Sebastian Riemer (geb. 1982) hat bei Thomas Ruff (Meisterschüler) und Christopher
Williams an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert (2003-2010) und war zuletzt
Stipendiat der Kunststiftung NRW (2012) und des House of Photography in Moskau
(2011).
Künstlergespräch:
Dr. Gregor Jansen
Direktor der Kunsthalle Düsseldorf
im Gespräch mit Sebastian Riemer
am Dienstag, dem 30. Oktober 2012, 19.00 Uhr
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