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Stephan Kaluza: Es ist Wert, dass es zugrunde geht (schultz contemporary)    Dec 13, 2013 - Jan 18, 2014

Proband 14
Stephan Kaluza
Proband 14, 2013
 
Proband 16
Stephan Kaluza
Proband 16, 2013
 
Proband 21
Stephan Kaluza
Proband 21, 2013
 
Proband 26
Stephan Kaluza
Proband 26, 2013
 
  
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Eröffnung 13. Dezember, 2013, 19:00 Uhr

Figürliche Abstraktion


Die Galerie Michael Schultz stellt in den kommenden Eröffnungen zwei außergewöhnliche malerische Positionen gegenüber. Im Zentrum der Arbeit von Helge Leiberg steht die menschliche Figur in abstrahierter Form, während sich Stephan Kaluza mit Formen auseinandersetzt, die für Charaktere stehen. Beide Künstler gehören seit vielen Jahren fest zum Programm der Galerie.

Die Figuren von Helge Leiberg sind stets in Bewegung: mal selbstvergessen, mal konzentriert und interagierend bekunden sie Leidenschaft, Liebe und Verzweiflung, Zuwendung, Abneigung, Kampf und Vereinigung zugleich. Mit einem spontanen Pinselstrich, dem Charakteristikum seiner Malerei, fängt er tänzerische Ausdrucksformen ein und vermittelt dadurch in seinen Kunstwerken unübersehbare Lebensfreude. Durch tänzerische Posen und spirituelle Aufladung bis zum Ekstatischen wird so der menschliche Körper zum Sinnbild für den Fluss des Lebens. Ebenso folgen seine Skulpturen in ungebrochener Vitalität der Dynamik und dem Rhythmus seiner tänzerischen Fantasien. Helge Leiberg modelliert sie zartgliedrig, gertenschlank und mit überlang geformten Gliedmaßen. Seine Arbeiten sind deutlich von intensiven multimedialen Erfahrungen geprägt: die Bilder sind auf die Fläche gebannter Ausdruckstanz; und auf ebenso eindringliche Weise sind seine raumgreifenden Skulpturen dreidimensionale Momentaufnahmen expressiver körperlicher Lebensäußerung.

Im spannungsreichen Gegensatz dazu stehen die neuen Gemälde von Stephan Kaluza. Das Interesse des Künstlers gilt weniger dem einzelnen Motiv oder Genre, ihn interessieren Betrachtungsmechanismen und die Interpretationsfähigkeit der Wahrnehmung.

Im vorliegenden Werkskomplex geht er ganz neue Wege: Malerei ohne den für seine Gemälde bekannten Plexiglasfilter, auch das kleine Format ist ein Novum. Aber sichtbar bleibt: es geht ihm immer nur um die Malerei. Im Sinn und im Wesen, und immer in der Fragestellung was ist Malerei?

In den neuen Bildern sehen wir farbig angelegte, nahezu abstrakte Figuren, in denen mit einem Rakel zentimeterdicke Farbe aufgetragen wurde. Diese wird zum Teil wieder entfernt, die Farbflächen zerkratzt und zerstört, bis ein besonderer Stil eintritt, in dem die Farbkörper subtil zum Leben erwachen. Seine Figuren erinnern an Protagonisten auf einer Bühne, die er auch in früheren Werkgruppen behandelte: allein, hart beleuchtet, in einer Handlung begriffen die nur erahnbar ist. Neuerdings treten nun Plastizität und Form in den Vordergrund und lassen den Protagonisten zum Prototypen avancieren. Deren Vergänglichkeit ist gekennzeichnet durch den vehementen, fast im Affekt gemalten Duktus – hier erklärt sich der an Mephisto im Faust angelehnte Ausstellungstitel, der ans Entstehen und Vergehen gemahnt. Die Plastizität des pastosen Farbauftrags und die sich klar vom weißen Untergrund abhebenden Formen stellen mit ihrer Eigenschaft, die Darstellung in den Raum hineinwachsen zu lassen, die Nähe zur Skulptur wieder her.

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