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Mohamad-Said Baalbaki 'I saw it...' (schultz contemporary)    Jun 12 - Jul 24, 2010

Der letzte Ruf
Mohamad-Said Baalbaki
Der letzte Ruf, 2010
 
Die Reise
Mohamad-Said Baalbaki
Die Reise, 2010
 
 
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Mohamad-Said Baalbaki
'I saw it...'

Eröffnung / opening: June, 12 2010 19h / 7pm
June 12 - July 24 2010

Nach seiner Beteiligung an der Ausstellung „Zimmer mit Aussicht“, freuen wir uns sehr, Said Baalbaki nun mit „I saw it…“ in einer Einzelausstellung präsentieren zu können.

Said Baalbaki absolvierte zunächst am Institut des Beaux-Arts in Beirut ein Kunststudium und dann ein weiteres an der Universität der Künste in Berlin, welches er 2005 als Meisterschüler in der Klasse von Burkhard Held abschloss.

Noch entscheidender als seine Ausbildung aber, ist für die Kunst des 1974 im Beirut geboren Malers mit Sicherheit seine vom Bürgerkrieg im Libanon geprägte Kindheit und Jugend. Denn die Erfahrungen mit Krieg, Gewalt und Vertreibung haben ihren Niederschlag in Baalbakis Malerei gefunden.

Nicht gleich auf den ersten Blick, weder plakatativ noch anklagend, schwingt in seinen Bildern doch stets - mehr atmosphärisch als explizit - der emotionale Aufruhr, der Schrecken und die Orientierungslosigkeit mit, die die menschliche Katastrophe eines Bürgerkrieges auch lange nach seinem faktischen Ende, mit sich bringt. Denn das Erlebte verwebt sich mit der Biographie und bleibt Teil einer Existenz. „I saw it…“ und ein Mensch ist geprägt, genarbt, gebrandmarkt.

… und doch, neben einer unbestimmten Melancholie ist es zuerst die ausgeprägte ästhetische Harmonie der Bilder, die den Betrachter ergreift. Farben und Form genügen dem Auge zunächst völlig. Eine flächige Gebirgslandschaft, ähnlich dem Mont Sainte Victoire Cézannes entpuppt sich erst beim zweiten Hinsehen als Koffergebirge. Die durch Arme und Körper aber ohne Kopf oder Beine belebte Jacke, ein wiederkehrendes Motiv, erhebt sich mächtig über einem wilden Büchermeer. In ihrer Größe und Kraft erinnert sie an Goyas Giganten, der mächtig über zerstörte Landstriche streicht und die Verkörperung der vernichten-den Kraft des Krieges schlechthin darstellt.

Diese Allusionen finden sich in Baalbakis Werk, geben ihm mal mehr, mal weniger bewusst eine emotionale Tiefe, deren potenzielle Härte jedoch stets einen beruhigenden Gegenpart findet in der reinen Schönheit der Malerei.

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