BERNARDÍ ROIG
LAS IMÁGENES SOÑADAS SE MUEREN DE FRÍO
DREAMT IMAGES DIE IN THE COLD
AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG
DONNERSTAG, 2. FEBRUAR 2012, 18 UHR
2. Februar – 12. Mai 2012
Vom 2. Februar bis 28. April 2012 präsentiert die Galerie Klüser 2 unter dem Titel LAS
IMÁGENES SOÑADAS SE MUEREN DE FRÍO / DREAMT IMAGES DIE IN THE
COLD aktuelle Arbeiten des spanischen Künstlers Bernardí Roig.
In seinen Zeichnungen, Installationen und Plastiken geht es Roig um die Diskrepanz
zwischen der Abbildung und dem Wesen des Dargestellten selbst. Hierzu greift Roig
auf die menschliche Figur zurück und experimentiert mit dem Möglichkeiten ihres
Ausdrucks, ihrer Deformation und der Interaktion zwischen Figur und Raum.
In seiner aktuellen Werkreihe behandelt Roig die zentralen Themen der Novelle „Frost“
von Thomas Bernhard. In dieser untersucht der österreichische Zyniker die abgründige
Seelenlandschaft eines todessüchtigen Künstlers.
Den narrativen Einstieg in die Ausstellung bildet eine in die Ecke gedrängte Figur. Die
Hände auf den Rücken gefesselt, versucht sie, eine Glühbirne abzulecken und so die
Leere des Raumes durch die aporetische Geste mit symbolischer Dynamik aufzuladen.
Die Skulptur im Hauptraum begleitet ein Video, welches das stete Gefrieren und
Abtauen eines Kopfes zeigt. Am Ende des Ganges, der die beiden Galerieräume
miteinander verbindet, versteckt sich, mit herabgelassenen Hosen, eine weitere Figur
hinter einem schwarzen Vorhang. Dieser wiederum verdeckt ein Fernsehgerät. Darauf
sind Ausschnitte des Films „Der Italiener“ zu sehen, den der Autor Thomas Bernhard
1971 in Zusammenarbeit mit Ferry Radax realisierte. Der Film ist als surreal
anmutendes Kondensat aus bewegten Bildern des literarischen Universums Bernhards
zu verstehen, das um die Auseinandersetzung mit Isolation, Wiederholung und Exzess
kreist. Roig unterlegt die ausgewählten Szenen mit Fragmenten seines Buches
„Binissalem“, ein Konglomerat aus Notizbuchaufzeichnungen, formal in ein
Zwiegespräch gebannt. Er reflektiert so die Frage von Autorschaft und Übersetzbarkeit
– zwischen Gedanken und Medien, und Individuen untereinander.
Die Einflüsse aus Literatur und Kino in Roigs Werk sind unverkennbar. Sie erzeugen in
Wechselwirkung mit dem künstlerischen OEuvre Roigs einen Dialog, der sich im
Betrachter fortsetzt. Der konkrete Raum wird zur narrativen Fläche – verwandelt durch
die Interaktion zwischen der Erinnerung des Betrachters und der Suggestionskraft der
Kunstwerke.
Dem gesamten Schaffen des Künstlers liegen zwei zentrale Fragestellungen zugrunde:
Wie soll man mit dem Erbe des kunsthistorischen, ikonographischen Repertoires
umgehen und wie kann ein Bild geschaffen werden, das nach wie vor Bestand hat,
das uns auch noch in einer von Bildern überfluteten Welt an eine psychische Grenze
treibt?
Ein elementares Anliegen Bernardí Roigs ist es daher, die massenmedial verursachte
und virtuell verbreitete Informations- und Bilderflut kritisch zu reflektieren. Er ist auf der
Suche nach einer nonverbalen, nicht kodierten Kommunikationsform. Einer Art der
Kommunikation, die auf das Unterbewusste des Betrachters rekurriert, „die Urtriebe,
die im Keller des Bewusstseins wohnen“. Denn, so Roig: „Wenn Nachricht als
Ausdruck der Sprache aufgefasst werden kann, so ist die Pantomime, der Ausdruck
des Körpers, dessen physisches Äquivalent.“ Roig geht es um die Rehabilitierung der
wahren, ekstatischen Erfahrung. Doch, um den französischen Philosophen Georges
Bataille zu zitieren, ist „das Ich, das von diesen Erfahrungen redet, nicht dasselbe Ich,
das diese Erfahrungen gemacht hat.“
Da die sprachliche Artikulation der profunden Erfahrung letztlich verschlossen bleibt,
sucht Roig diese durch seine Kunst kommunizierbar zu machen.
Bernardí Roig wurde 1965 in Palma de Mallorca geboren. Seine Arbeiten wurden mit
zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Official Award of the XXI Alexandria
Biennale 2003. 2011 war Roig auf der Biennale di Venezia in der
Gemeinschaftsausstellung „Glasstress“ vertreten, 2010 erregte seine Ausstellung
„Blow Up“ im Parc Tournay-Solvay in Brüssel große öffentliche Aufmerksamkeit. 2010
zeigte das IVAM in Valencia unter dem Titel „Shadows must dance“ seine bis heute
umfangreichste Ausstellung. Die Galerie Klüser vertritt den Künstler seit 2009.
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