KARIN SANDER
Ausstellung vom 13. Mai – 2. Juli 2005
www.tellingaworkofart.de
Karin Sander ist mit konzeptuellen Arbeiten wie dem Mittelpunkt von Münster, polierten Wandstücken oder Figuren, die sie mit Hilfe eines 3D Bodyscans von Personen im Maßstab 1:10 maschinell anfertigen läßt, bekannt geworden.
Im Gegensatz zu den verkleinerten Portraits steht seit dem 25. April 2005 auf dem Promenadeplatz in München die 6 m hohe Figur des Maximilian Joseph Graf Montgelas aus Aluminium. Mit Hilfe eines 3D Computersystems hat die Künstlerin aus zeitgenössischen Portraits Montgelas’ ein dreidimensionales Abbild errechnet, das zwar ganz nach aufklärerischem Ideal ohne Sockel mit dem Betrachter auf einer Ebene steht, durch seine Größe jedoch als historische Persönlichkeit alle Passanten überragt und dadurch gleich groß wird wie seine Nachbarmonumente.
Die Galerie zeigt erstmals eine Ausstellung von Karin Sander in München: telling a work of art,
2003-2005. Hierfür hat die Künstlerin KollegInnen aus aller Welt gebeten, ein Kunstwerk zu beschreiben, das für sie persönlich oder in Bezug auf ihr Werk Bedeutung hat. Diese Werke sind durch ihre Beschreibung in der Galerie - ab 13. 5. 2005 auch im internet unter www.tellingaworkofart.de - „zu sehen“.
„Wie kommen die Bilder in den Kopf? Wenn Karin Sander andere Personen bittet, Kunstwerke zu beschreiben, die diesen wichtig sind, knüpft sie an tausendfach erlebte Alltagssituationen an: Jemand beschreibt ein Gemälde von Vermeer oder eine Arbeit von Andreas Slominski, eine Skulptur von Richard Serra oder eine Installation von James Turrell. In seiner Beschreibung wird er niemals nur darüber sprechen, wie die Arbeit aussieht, sondern zugleich immer auch darüber, welchen Eindruck sie auf ihn macht. Dabei verwendet er zwangsläufig nicht nur technische Beschreibungsmerkmale - wie groß, farbig, räumlich arrangiert usw. die Arbeit ist -, sondern er verwendet auch Attribute, die sein Gefühl beim Aufrufen und Beschreiben dieses Werkes charakterisieren – eindrucksvoll, geschickt, berührend, unglaublich. Das Werk existiert in seinem Kopf also in einer anderen Qualität als in einem Museum oder in einer Galerie: versehen nämlich mit seinen spezifischen Wahrnehmungen, seiner Interpretation, seiner emotionalen Bewertung. Als solches, Kunstwerk plus seine Sicht, beschreibt er es den Lesern. Und erstaunlicherweise funktioniert gerade diese Kommunikation eines in der Beschreibung neu erschaffenen Kunstwerkes so, daß die Leser sich wiederum ein Bild von ihm machen können, und mehr noch, ein Bild auch davon, warum der Erzähler von ihm spricht.
Das heißt, das Bild, das Werk existiert so im Bewußtsein des Erzählers, daß er andere Bewußtseine
daran teilhaben lassen kann, und wenn diese Teilhabe glückt, können die Leser eben dieses Werk sogar anderen beschreiben, ohne es jemals selbst gesehen zu haben. Dieser ganze Vorgang ist so selbstverständlich wie erstaunlich.“ H.W.
Karin Sander, geboren 1957 in Bensberg, lebt und arbeitet in Berlin und Stuttgart. In den vergangegnen Jahren wurden ihre Arbeiten in zahlreichen Einzelausstellungen in internationalen Museen gezeigt, z.B.
Centro Galego de Arte Contemporanea, Santiago de Compostela (E),(K), 2003; Staatsgalerie Stuttgart, 2002, (K); Stiftung für Konkrete Kunst, Reutlingen, 1998; Kunstmusem St. Gallen, 1996, (K); Sprengel Museum Hannover, 1995, (K); The Museum of Modern Art, New York, 1994.
Arbeiten im öffentlichen Raum: wordsearch, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank und der New York Times, New York, 2002, (K); Porscheplatz, Stuttgart 2006
Für weitere Informationen: www.karinsander.de und www.artnet.com/gross.html
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