Brassaï: Graffiti
14.Februar – 31. März 2012
Brassaϊ nähert sich den Straßen und Mauern von Paris wie einer prähistorischen Höhle, als
Entdecker einer ungezähmten und anarchischen Gesellschaft, die sich unabhängig von jeder
ästhetischen Norm ausdrückt.
Ausgestattet mit seiner Fotokamera begann Brassaϊ (1899-1984) in den frühen 1930er Jahren die
Kritzeleien, Bilder und Inschriften der Pariser an den Straßenmauern einzufangen und machte so
eine verborgene und unerwartete Ausdrucksform sichtbar, die gleichwohl omnipräsent ist.
Auf seiner Suche nach dem inneren, wahren Leben, das er in spontanen Fotografien des
städtischen Lebens sichtbar machte - am bekanntesten sind seine nächtlichen Fotografien „Paris
de nuit“ entdeckte Brassaϊ die Graffiti. Sie faszinierten ihn als sichtbare Zeichen für das
unwiderstehliche und existentielle Bedürfnis des Menschen, die Verwundungen und Hoffnungen
der Seele dauerhaft der Materie einzuschreiben. In seinen Fotografien von Figuren, Tieren und
reduzierten Gesichtern, deformiert und zerkratzt, faltig und gebrochen, machte Brassaϊ das
Furchterregende und Magische in den primitiven Ausdrucksformen sichtbar, die für ihn die
Fragen nach der Rolle des Menschen, der Natur, nach Leben und Tod aufwarfen, während sie
gleichzeitig zur Begegnung mit dem Unbekannten einladen.
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Brassaï: Graffiti
February 14 – March 31, 2012
Equipped with his camera, Brassaï (1899 - 1984) captured ordinary traces of the inhabitants of
Paris' streets beginning in the 1930's, thus discovering a hidden and unsuspected, though
omnipresent expression.
Setting off in search of real and imminent life, but through spontaneous and urban photos - the
best known being his night shots - Brassaï was fascinated by the phenomenon of graffiti, which
reflects an irresistible and existential need to inscribe one's presence in matter, thus immortalising
the unconscious soul born of wounds and hope. In his figures, animals and in his shrunken,
deformed and violently collapsed, wrinkled and cracked faces, Brassaϊ discovered a frightening
magic through this primitive form of expression that questions the role of man, of nature, of
death and love while at the same time inviting the eye and this encounter with the unknown.
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