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Flachsland rauscht    Sep 18 - Oct 30, 2010

Daily
Marianna Uutinen
Daily, 1998
 
  
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Flachsland rauscht

Wolfgang Ellenrieder - Kerstin Gottschalk - Henriette Grahnert - Henri Jacobs - Achim Kobe - Nicola Ukic - Marianna Uutinen - Renate Wolff - Iskender Yediler <

Eröffnung: Samstag, 18. September 2010, ab 17.00 Uhr
Laufzeit: 18.09. - 30.10.2010

Nach fünf Jahren Galeriearbeit in Bonn eröffnet E105 seinen neuen Hauptsitz in der Heidestraße / Berlin mit einer Gruppenausstellung unter dem Titel Flachsland rauscht. Der bisherige Fokus der Bonner Galerie auf junge Absolventen der großen deutschen Hochschulen und Akademien wird in Berlin weiter gefasst. Über ausgewählte junge Künstler und Künstlerinnen hinaus wird das Programm internationaler ausgebaut und auch etablierte Künstler umfassen. In einem Wechsel aus Einzelpräsentationen und thematisch entwickelten Gruppenausstellungen wird E105 neue Positionen für das kulturelle Leben der Hauptstadt erschließen.

Mit der Eröffnungsausstellung Flachsland rauscht sind neun internationale Künstler und Künstlerinnen versammelt, deren Werke sich mit den Wandlungs- und Verwandlungsprozessen eines Materials zu einem ausdrucksfähigen Kunstwerk hin befassen. Dem Material als haptischer Ausgangspunkt künstlerischer Arbeit kommt dabei große Aufmerksamkeit zu, um seine durch alle Stadien spürbare Präsenz und inhaltliche Formung im Werkprozess zu thematisieren.

In der Ausstellung treffen Wolfgang Ellenrieders fließende Pigmentströme, die am Beginn räumlich delikater Wahrnehmung anzusiedeln sind, auf die voluminösen, sinnlichen Acrylhäute der Finnin Marianna Uutinen. Die Mitte der 90er Jahre entstandenen Kunstwerke erobern "zerplatzend", auf der Leinwand fixiert und teils ihren Träger überwuchernd, frei über ihn hinaus ergießend die dritte Dimension.

Der Belgische Zeichner Henri Jacobs erkundet in seinen "Journalen" die Grenzen des Genres der Zeichnung und die Fähigkeiten der Linie, um diese in wunderbar wandlungsfähigen Reihen, Blöcken und Variationen uns erneut vor Augen zu führen. Ausschließlich mit der Linie arbeitet auch Achim Kobe, der durch das Verdichten und Lockern sowohl strenger Rasterstrukturen als auch monochromer Intensitäten Wandzeichnungen entwickelt, die herrlich elegant von geometrisch reduzierter Strenge zu räumlicher Imagination herüber fließen.

Kerstin Gottschalks Interventionen spielen stets mit ihrem spezifischen Raum und irritieren zuweilen, wenn sie ganze Räume mit Wellen aus Paraffin übergießt oder einen winzigen Turm aus selbstklebenden Papieren inszeniert. Die Poesie die ihre Arbeiten dabei entfalten, lässt allerdings sehr schnell deutlich werden, wohin die Reise von Strömungen wie der "Arte Povera" in der heutigen Gegenwart gehen kann.

Ihr gegenüber stehen die Skulpturen des in Kroatien geborenen Bildhauers Nicola Ukic, dessen amorph eingefrorenen Volumen aus der Leere heraus Gestalt gewinnen und den Geschmack der verwendeten technisierten Kunst- und Synthetikstoffe aufs Neue zwischen artifizieller Faszination und chemischer Ungenießbarkeit positionieren.

Iskender Yedilers aufblasbaren, genähten und geklebten Stoff- und Folienskulpturen laden ein, selbst ihr Volumen zu bestimmen. Sie expandieren oder reduzieren je nachdem welches Volumen, welche Fällung man ihnen gibt, und definieren so nicht nur sich selbst sondern auch den sie umgebenden Raum durch ihr stetig wandelndes Verhältnis zu einander.

Die Gemälde der Leipziger Künstlerin Henriette Grahnert bewegen sich im Grenzgebiet zwischen gestisch, materieller Abstraktion und kalkuliert konkretem Aufbau. Daraus erwachsen assoziative Räume, die im Detail ihrer malerischen Oberflächen und Strukturen ebenso bestechen wie in den zur Perspektive kippenden Raumordnung.

In Renate Wolffs Wachs- und Enkaustikarbeiten schließlich prallen Weichheit und stumpf seidige Anmutung des Materials auf die geformten Flächen, Winkel, Perspektiven ihrer Motive und erzeugen eine weichgespülte Geometrie, die sich jedem fixierten Annähern entzieht.

Die ausgestellten Arbeiten werden im Ausstellungstitel Flachsland rauscht assoziativ miteinander verbunden. So steht das Rauschen sinnbildlich für die fulminante Ausdehnung der über die Grenzen der Materialität schreitenden Werke. Flachsland hingegen verortet die Materialität und die Ausdehnung, so dass somit im Titel das Spannungsgeflecht der ausgestellten Werke aufgegriffen wird.

Abbildungen, Biografisches, sowie weitere Informationen erhalten Sie gerne auf Anfrage unter: info@e105.de

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