Wulf Kirschner
Zeichnungen 1978 - 2011
23. August – 21. September 2011
Eröffnung am 22. August von 19 bis 21 Uhr
LEVY Hamburg
LEVY freut sich sehr, unter dem Titel Zeichnungen 1978-2011 die zweite Einzelausstellung von Wulf Kirschner(*1947 in Kiel)in den Hamburger Galerieräumen zu zeigen. Wie der Titel es schon offenlegt, konzentriert sich die Ausstellung auf das zeichnerische Werk des Künstlers.
Kirschner, der an der Hamburger Hochschule für Bildende Kunst Malerei und Grafik studierte und durch einen Schweißkurs zur Bildhauerei kam, wurde bisher vor allem über seine abstrakten und poetischen Stahlskulpturen identifiziert. Doch die Beschränkung auf Kirschners skulpturale Arbeiten wird seinem Œuvre nicht gerecht. Parallel zu seinem bildhauerischen Werk und begleitend zu diesem hat er sich kontinuierlich dem Bereich der grafischen Kunst gewidmet. Stahlskulptur und Arbeiten auf Papier bedingen sich gegenseitig, das eine Medium scheint ohne das andere Medium nicht denkbar.
Seine 1998 entstandenen Frottagen verweisen auf dieses Zusammenspiel, gehen doch in diesen Arbeiten Stahlskulptur und Grafik eine unauflösbare Symbiose ein. Während des Abreibungsvorgangs drücken sich die Schweißnähte in den darüber gelegten Papierbogen und hinterlassen Reliefspuren, die wie verschlüsselte Hieroglyphen wirken.
Die Linie ist das verbindende Element in Kirschners skulpturalen Arbeiten und seinem grafischen Werk. Durch die parallel gesetzten Schweißnähte ensteht auf den Stahlskulpturen eine bewegte, ja farbige wie auch grafische Oberflächenstruktur. Sie entwickeln ein Eigenleben, verlaufen wellenförmig wie eine ferne, unbekannte Schrift, die sich in die Unendlichkeit verliert, weil sie im Auge des Betrachters zu flirren anfängt und der Blick schweifen muss. Der Herzschlag-Rhythmus und das Zittern der Hand beim Schweißen bleiben an den krakeligen Linien ablesbar.
Auch in den Zeichnungen vollzieht sich ein solches Spiel der Linien. Jonas Beyer (Hamburger Kunsthalle)schreibt über Wulf Kirschner: „ Oft reichen nur wenige Striche, mit rascher Geste vom Künstler zu Papier gebracht, um den unbehandelten weißen Partien des Blattes eine Tiefe zu verleihen, in der die Linien ihr freies Spiel entfalten können.“ Dieses anmutige Spiel vollzieht sich im Rahmen selbst gesetzter Grenzen, die von einer übergeordneten geometrischen Form bestimmt werden. Innerhalb dieser läßt er der Motorik seiner zeichnenden Hand gänzlich freien Lauf.
Prozesshaftigkeit und Vergänglichkeit werden bei einer intensiven Beschäftigung mit Kirschners stillen Werk erfahrbar und schärfen die eigene Wahrnehmung.
Die Ausstellung wird von einem Katalog, der im Kerber Verlag publiziert wird, begleitet, der sein umfangreiches zeichnerisches Werk dokumentiert. Texte von Andreas Stolzenburg (Leiter Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle) und Jonas Beyer (Hamburger Kunsthalle) führen sehr gut in Kirschners Arbeiten auf Papier ein.
Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte die Galerie.
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Wulf Kirschner
Drawings 1978 - 2011
23. August – 21. September 2011
Opening: 22. August from 7 to 9 pm
LEVY Hamburg
LEVY is very pleased to present the second solo exhibition by Wulf Kirschner (b. 1947 in Kiel) in its Hamburg gallery. As the show's title, Drawings 1978-2011, indicates, the exhibition focuses on the artist's graphical works.
Until now Kirschner, who studied at the University of Fine Arts, Hamburg (HFBK) and began sculpture through a welding course, has been known predominantly for his abstract and poetic steel sculptures. Yet regarding only Kirschner's sculptural work does not do justice to his œuvre. In parallel with his sculptural work and accompanying it, he has also continuously dedicated himself to the area of graphic art. His steel sculptures and works on paper are interdependent; the one medium seems unthinkable without the other.
The frottage works he created in 1998 are indicative of this interplay, for here his steel sculptures and graphics are inextricably symbiotic. In the working process, the welding seams press into paper laid over them, leaving traces of relief appearing like encrypted hieroglyphics. The connecting element in both Kirschner's sculptural work and his graphic work is line. The parallel welding seams on his steel sculptures create a lively surface structure that is both colourful and graphical. They develop a life of their own and take on wavy shapes like a distant, unknown handwriting disappearing into infinity, for in the viewer's eye they begin to shimmer and cause the gaze to roam. The heartbeat rhythm and trembling of the hand while welding remain legible in the scrawling lines.
This type of play of lines also takes place in the drawings. Regarding Wulf Kirschner, Jonas Beyer (Hamburger Kunsthalle)writes: "Often only a few strokes, dashed quickly onto paper by the artist, are enough to give the untouched white areas on the page a depth in which the lines can develop their unrestrained interplay." This graceful game takes place within self-imposed boundaries, which are determined by an overriding geometric form. Within these boundaries he gives free reign to the motor functions of his drawing hand.
Processuality and transitoriness can be experienced with a longer reflection upon the rather quiet works by Kirschner. As an result the viewer’s perceptions are sharpened.
The exhibition will be accompanied by a catalogue published by Kerber Verlag, documenting his extensive graphic work. Texts by Andreas Stolzenburg (Director of the Department of Prints and Drawings of the Hamburger Kunsthalle) and Jonas Beyer (Hamburger Kunsthalle) provide a very good introduction to Kirschner's works on paper.
Please contact the gallery for further information.
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